Aktion

Gesundheitscampus: Bei Vorsorge zählt das gesunde Maß

Digitaler Gesundheitscampus: Krebsvorsorge wird wenig wahrgenommen. Viele Kosten werden übernommen.

Von Michelle Jünger

Remscheid. Für die Gesundheit kann man schon früh viel tun, denn Vorsorge und Prävention können Erkrankungen oder Verletzungen schon zeitig abwenden. Der digitale Gesundheitscampus am Donnerstagabend beschäftigte sich genau mit diesem großen und weiten Feld. Und schnell wurde klar: Vorsorge und Prävention sind nicht dasselbe.

Vorsorge sei grundsätzlich einfach eine Untersuchung eines subjektiv gesunden Patienten auf eine bestimmte Krankheit. Durch die Vorsorge könnte der Patient auch gesund bleiben, sagt Stephan Ganz, Chefarzt der Gynäkologie am Krankenhaus Wermelskirchen. Es ist ein großes Feld, auch wenn meist das frühe Erkennen von Tumorerkrankungen einer der größten Vorsorge-Bereiche ist.

Dr. Volker Launhardt, internistischer Chefarzt (oben links), Stephan Ganz, Chefarzt Gynäkologie, Christian Brück von der AOK Remscheid, Dr. Ralph Bültmann, Apotheker aus Rade, Sonja Blechmann, Trainerin im Injoy, Anja Carolina Siebel (RGA) hat die Veranstaltung moderiert.

Tatsächlich sei die Gesundheitsvorsorge während der Pandemie oft vernachlässigt, Angebote seltener wahrgenommen worden. Zahlen der AOK Rheinland bestätigen das zum Teil. Im Bergischen haben in den letzten Jahren nur 44 Prozent der Frauen die Krebsvorsorge ab 20 in Anspruch genommen. Bei den Männern waren es nur 30 Prozent, die Vorsorge-Angebote wahrnahmen. „Je später etwas erkannt wird umso schwieriger kann aber die Behandlung sein“, hebt Ganz die Wichtigkeit der Untersuchungen hervor.

Trotzdem könne zu viel auch schlecht sein. „Gibt es eine reelle Gefährdung einer Krankheit oder schadet die umfangreiche Vorsorgediagnostik vielleicht? Das muss genau abgewogen werden“, so Dr. Volker Launhardt, ärztlicher Direktor am Klinikum Wermelskirchen. Das gesunde Maß an Vorsicht sei da entscheidend. Es helfe nicht, Angst zu schüren. Wann welche Vorsorge getroffen werden sollte, hinge von der Familienanamnese und maßgeblich auch von Lebensgewohnheiten ab.

Dr. Ralph Bültmann (Bergische Apotheke Radevormwald) kennt viele Präparate, die gerne zur Vorsorge gekauft würden. Hoch im Kurs stehen oft Nahrungsergänzung und Vitamine. Vieles bekommt man aber schon über die Nahrung und ein paar Sonnenstrahlen. „Grundsätzlich sollte man sich an die Empfehlungen für die täglichen Dosierungen halten“, empfiehlt der Apotheker. Denn zu viele Vitamine könnten auch eher kontraproduktiv sein.

Kassen übernehmen 80 Prozent der Kosten für Präventionskurse

Einige Untersuchungen würden auch von den Kassen übernommen, sagt Christian Brück, Leiter der AOK Remscheid und Vorsorgeexperte. Nicht zwingend notwendige müsse man oft aber selbst bezahlen. Wenn es sinnvoll sei, sollte das Geld dafür in die Hand genommen werden.„Man sollte es nicht als Kosten sehen, sondern als Investition in seinen Körper“, fügt Dr. Launhardt hinzu. Zum Bereich Prävention gehört etwa die Physiotherapie. Timo Meier (Physiotherapeut „Gesunder Weg“ Radevormwald) und Sonja Blechmann (Injoy Remscheid) bewegen sich da oft in einem Grenzfeld. Oft kämen die Patientinnen und Patienten schon mit Beschwerden.

Die weiteren Kurse würden dann vor allem besucht, um daraufhin den ursprünglichen und weiteren Problemen vorzubeugen. Mit Bewegung könne man aber Rückenschmerzen und vielem mehr schon vorbeugen. Bei Kursen zur Gesundheitsprävention, dazu kann Yoga oder Wirbelsäulengymnastik gehören, übernimmt die Krankenkasse bis zu 80 Prozent der Kosten. „Auch kleine Bewegungen zwischendurch können im Alltag helfen“, sagt Timo Meier und plädiert generell für mehr Bewegung, auch am Arbeitsplatz.

Rubriklistenbild: © Launhardt, Sabrina von Tegelen, AOK, Bültmann, Kevin Krautgartner, Roland Keusch

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