Kriminalität

Im Internet auf den Namen der Ex bestellt

Ein Angeklagter muss Strafe zahlen.
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Ein Angeklagter muss Strafe zahlen.

41-Jähriger zu Geldstrafe verurteilt

Von Jana Peuckert

Die Vorgabe, im Sitzungssaal eine Maske zu tragen, schien einem Angeklagten im Amtsgericht Remscheid gerade recht zu sein. Damit waren Mund und Nase schon mal bedeckt. Den Rest seines Gesichts versteckte der 41-Jährige immer wieder in seinen Händen. Angeklagt war er wegen dreifachen Betrugs. Der Tag endete für ihn mit 700 Euro Geldstrafe.

Nach sechs Jahren Beziehung, aus der auch zwei Kinder hervorgingen, trennte sich der Angeklagte von seiner Freundin. Und das nicht im Friedlichen. Das war laut Zeugenaussage der Ex Ende September vergangenen Jahres. Kurz darauf bestellte der Remscheider im Internet eine Gardine für 45,94 Euro, Boxershorts für 29,97 Euro sowie Zubehör für E-Zigaretten im Wert von 52,11 Euro. Geordert hatte der Mann die Sachen auf den Namen der Ex. Geliefert wurde die Ware in seine neue Wohnung.

Der Remscheider saß nicht zum ersten Mal vor Gericht

Erst, als der 36-Jährigen Mahnungen ins Haus flatterten, kamen die Betrügereien ans Licht. Bis heute sind die Bestellungen nicht bezahlt. Beim Umzug seines Mandanten, so der Verteidiger des Mannes, seien die Rechnungen abhanden gekommen. Warum der 41-Jährige sie nicht nachgefordert hatte, wollte die Richterin wissen. Ja, das wäre wohl eine Möglichkeit gewesen, gab der Anwalt zu. Der Angeklagte selbst zog es vor, nichts zu sagen. Über seinen Anwalt räumte er die Taten aber ein. Er sei nicht davon ausgegangen, dass seine Ex die von ihm bestellten Sachen bezahlen müsste. Schließlich habe sie sie ja auch nicht bestellt. Er habe ihre Daten nur benutzt, da er selbst eine negative Schufa habe.

Der Remscheider saß nicht zum ersten Mal vor Gericht. Er brachte vier Eintragungen im Vorstrafenregister mit. Davon dreimal Betrug. Dieses Mal war die Verhandlung aber mutmaßlich besonders unangenehm für den Mann. Nicht nur, dass er seiner Ex bei ihrer Aussage gegenüber saß. Während des gesamten Prozesses stand der Angeklagte unter der Beobachtung seiner Ex-Schwiegereltern, denen ab und zu Bemerkungen über die Lippen rutschten.

Im Amtsgericht Remscheid wurde ein Mann zu zwei Monaten Haft verurteilt. Der Grund: Drogenkonsum.

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