Schutz

Gerätehaus der Feuerwehr: Aus zwei alt mach eins neu

In die Jahre gekommen: Die Gerätehäuser in Bergisch Born (oben), Baujahr 1936, und Lüdorf, Baujahr 1953, sollen durch ein neues ersetzt werden. Fotos: Roland Keusch
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In die Jahre gekommen: Die Gerätehäuser in Bergisch Born (oben), Baujahr 1936, und Lüdorf, Baujahr 1953, sollen durch ein neues ersetzt werden.

Aus den Feuerwehren Bergisch Born und Lüdorf soll die Einheit LüBo werden.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Für die geplante Fusion der Freiwilligen Feuerwehren Bergisch Born und Lüdorf sollen nun auch die baulichen Voraussetzungen geschaffen werden. Eine Vorlage der Verwaltung, die am heutigen Donnerstag im Hauptausschuss beraten werden soll, sieht vor, dass die neue Einheit LüBo ein neues Gerätehaus bekommen soll. Die Mittel dafür, zusammen rund drei Millionen Euro, sollen in diesem und in den kommenden beiden Jahren im städtischen Haushalt bereitgestellt werden.

Notwendig werde der Zusammenschluss der bisher eigenständigen Einheiten, weil es nicht mehr genug Feuerwehrleute gebe, heißt es in der Vorlage:

In die Jahre gekommen: Die Gerätehäuser in Bergisch Born (oben), Baujahr 1936, und Lüdorf, Baujahr 1953, sollen durch ein neues ersetzt werden.

„Bedingt durch den demografischen Wandel sowie die steigende Anzahl an Pendlerarbeitsplätzen stehen beiden Einheiten, insbesondere tagsüber, nicht genügend Kräfte zur Verfügung, um eigenständig einsatzfähig zu sein.“ Doch für die beiden Wehren sei die Fusion mehr als eine Zweckehe, betont Guido Eul-Jordan, Leiter der Remscheider Feuerwehr: „Die Einheiten wollen fusionieren und haben sich riesig gefreut, dass es nun diese Vorlage gibt.“ Denn das neue Gerätehaus sei für den Zusammenschluss eine wichtige Voraussetzung.

„Beide Gerätehäuser befinden sich baulich in einem sehr desolaten Zustand.“
Die Verwaltung über die Gebäude der Wehren Lüdorf und Bergisch Born

Dass die geplante Einheit ein neues Domizil auf halber Strecke zwischen den beiden bisherigen bekommen soll, ist nämlich mehr als ein symbolischer Akt. Die derzeitigen Standorte müssen dringend ersetzt werden. „Beide Gerätehäuser befinden sich baulich in einem sehr desolaten Zustand“, berichtet die Verwaltung. Die Gebäude seien 1936 und 1953 gebaut worden und würden nicht die geltenden Unfallverhütungsvorschriften erfüllen. Und die Anforderungen an ein modernes Gerätehaus erst recht nicht. Weil es zum Beispiel keine separaten Kabinen gibt, müssten sich die Kameraden in der Fahrzeughalle umziehen. Wo auch die Einsatzkleidung gelagert wird.

Remscheid Bergisch Born: Gebäude kann auch durch Umbau nicht Anforderungen gerecht werden

Allein die Immobilie in Bergisch Born wieder in einen akzeptablen Zustand zu versetzen, würde laut „einer groben Kostenschätzung des Gebäudemanagements“ rund eine Million Euro kosten, so die Vorlage. Doch selbst dann entspräche es „nach wie vor nicht den Anforderungen an Gerätehäuser für die Feuerwehr“. Deswegen hatte der Stadtrat der Verwaltung bereits im November 2018 den Auftrag erteilt, einen Neubau zu prüfen.

Dabei herausgekommen ist ein Vorschlag für ein neues Domizil für die FF LüBo mit sechs Fahrzeugstellplätzen und Platz für mindestens 54 Feuerwehrmänner und -frauen. Das dafür notwendige Grundstück soll noch in diesem Jahr für 281 000 Euro erworben werden, die weiteren Kosten werden derzeit auf rund 2,8 Millionen Euro geschätzt. 250 000 Euro davon könnten über das Programm „Feuerwehrhäuser in Dörfern 2021“ des Landes gefördert werden. Was nach dem Neubau mit den beiden städtischen Grundstücken passieren soll, auf denen jetzt noch die Gerätehäuser Bergisch Born und Lüdorf stehen, ist bisher noch unklar.

Starten könnte der Bau des neuen Gebäudes aber voraussichtlich ohnehin erst im kommenden Jahr. Neben dem Erwerb des Grundstückes sieht die Vorlage der Verwaltung für dieses Jahr nur Mittel von 250 000 Euro für die Planung vor. Die Baukosten, zusammen mit der technischen Ausstattung des Gebäudes etwa 2,55 Millionen Euro, sollen für 2021 und 2022 in den Haushalt eingestellt werden.

Hintergrund

Dass es in Remscheid zwei Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr gibt, deren Gerätehäuser gerade mal zwei Kilometer Luftlinie auseinander liegen, hat auch historische Gründe. Beide Wehren wurden Ende des 19. Jahrhunderts gegründet. Damals gehörte die Feuerwehr in Bergisch Born noch zu Wermelskirchen, Lüdorf zur Gemeinde Neuhückeswagen, die 1919 mir der Stadt Hückeswagen fusionierte. Mit der Gebietsreform am 1. Januar 1975, dem sogenannte Köln-Gesetz, wurden beide Wehren der Stadt Remscheid zugeordnet. Zusammen mit den Einheiten Lennep, Lüttringhausen, Nord (Zusammenschluss der Züge Goldenberg, Haddenbach und Grund), Hasten und Morsbach bilden sie die Freiwillige Feuerwehr (FF) Remscheid. Gemeinsam zählen diese Einheiten derzeit rund 220 aktive Feuerwehrleute.

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