Neuer Eigentümer will kooperieren

Geplatzte Träume: OB bittet zum Rapport wegen Sinn-Leffers-Immobilie

Die Kaufhaus-Ruine wird verschwinden. Ob für eine neue Seniorenwohnanlage, wie der neue Eigentümer und Projektentwickler sie plant. Oder für den „Dritten Ort“, den die Stadt Remscheid entstehen lassen möchte. Das neue Gebäude soll dazu ein Stück zurückgesetzt werden und rund um den Kugelbrunnen ein Platz mit Aufenthaltsqualität entstehen.
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Die Kaufhaus-Ruine wird verschwinden. Ob für eine neue Seniorenwohnanlage, wie der neue Eigentümer und Projektentwickler sie plant. Oder für den „Dritten Ort“, den die Stadt Remscheid entstehen lassen möchte. Das neue Gebäude soll dazu ein Stück zurückgesetzt werden und rund um den Kugelbrunnen ein Platz mit Aufenthaltsqualität entstehen.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) verspricht Aufklärung über den gescheiterten Immobilienkauf.

Von Axel Richter

Die Verwirklichung der Pläne von Baudezernent Peter Heinze ist nicht eben wahrscheinlicher geworden.

Remscheid. Der neue Eigentümer der Sinn-Leffers-Immobilie zeigt sich gesprächsbereit. Beziehungsweise sein Projektentwickler, die Firma PVS Projektgesellschaft mit Sitz in Herford. Sie will die Kaufhausruine abreißen und das Grundstück an der Alleestraße neu bebauen. Und zwar gern mit jenem „Dritten Ort“, den sich die Stadt Remscheid dort wünscht. „Die Stadt könnte unser Mieter werden“, sagt Geschäftsführer Volker Mädel. „Einen besseren Mieter können wir uns doch gar nicht wünschen.“

Kann die Stadt Remscheid also doch noch ihre Pläne für ein neues Freizeit- und Kulturangebot auf der Allee realisieren? Wie am Freitag berichtet, ist der geplante Kauf der Immobilie gescheitert. Die Stadt hatte eine Frist verstreichen lassen, innerhalb der sie ihr Vorkaufsrecht bei dem bisherigen Eigentümer, einer Immobiliengesellschaft in Luxemburg, hätte anmelden müssen. Die schriftlichen Unterlagen waren nicht rechtzeitig zugestellt worden. Baudezernent Peter Heinze, in dessen Verantwortung der Vorgang fällt, steht deshalb in der Kritik.

Der Immobilienfonds in Luxemburg hat Grundstück und Gebäude mittlerweile an einen anderen Interessenten verkauft. Neuer Eigentümer des Sinn-Leffers in Remscheid ist jetzt die Hollmann & Klassen GmbH & Co. KG in Stuhr bei Bremen.

„Ich habe zigmal hinter unseren Ansprechpartnern her telefoniert.“

Volker Mädel, Projektentwickler

Das Unternehmen in Norddeutschland entwickelt das Grundstück an der Alleestraße nicht selbst, sondern überlässt diese Aufgabe der Firma PVS aus Herford. Die will wiederum mit einem Architekten aus Remscheid zusammenarbeiten und ist nach den Worten ihres Geschäftsführers für viele Ideen offen und keineswegs auf eine Seniorenwohnanlage festgelegt. Im Gegenteil, sagt PVS-Chef Volker Mädel: „Ich habe Herrn Heinze von Beginn an gesagt, dass wir das, was sich die Stadt Remscheid im Rahmen ihres Sanierungskonzeptes für die Alleestraße wünscht, eins zu eins für sie umsetzen können. Einschließlich der Stadtbücherei und der Volkshochschule.“

Die Stadt habe das Angebot abgelehnt und danach nichts mehr von sich hören lassen. „Ich habe zigmal hinter unseren Ansprechpartnern her telefoniert“, sagt Volker Mädel. Dann habe sich sein Unternehmen eine Alternative überlegt. Wie berichtet, will die PVS für ihren Auftraggeber nun eine Seniorenwohnanlage anstelle des Sinn-Leffers entstehen lassen.

„Wenn von unserer Seite Fehler gemacht worden sind, werden wir diese Fehler transparent machen und ausräumen“, erklärte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) vor Remscheider Unternehmern, die sich auf Einladung der Wirtschaftsförderung am gestrigen Morgen zum „Business-Breakfast“ eingefunden hatten. Im Gespräch mit dem RGA wurde der Verwaltungschef deutlicher. „Ich will wissen, ob und was bei uns schief gelaufen ist.“

Für Montag hat er dazu eine Sitzung des Verwaltungsvorstandes anberaumt: Mit Baudezernent Peter Heinze, Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke (CDU) und Kämmerer Sven Wiertz (SPD) will er klären, wer mit wem über was gesprochen hat und was am Ende dazu geführt hat, dass die Frist zur Geltendmachung des Vorkaufsrechts verstreichen konnte. Am Dienstag soll den Ratsfraktionen das Ergebnis vorgelegt werden. Ein Detail der missratenen Zustellung nannte Mast-Weisz vorab. Die Unterlagen zur Anmeldung des Vorkaufsrechts seien sehr wohl mit Rückschein versandt worden. Problem laut OB: In Luxemburg gelte das verwendete Einschreiben nicht.

Volker Mädel vom Projektentwickler PVS schüttelt darüber den Kopf. Dennoch setzt er auf die Gespräche, die der Baudezernent in Aussicht gestellt hat. „Der erneute Verkauf der Immobilie ist nicht unser Ziel“, sagt er. „Wir möchten den Standort mit der Stadt entwickeln. Es sei denn, sie wirft uns jetzt, da sie nicht selbst hat kaufen können, nur Knüppel zwischen die Beine.“

Dritter Ort

Im Kulturviertel Töölönlahti der finnischen Hauptstadt Helsinki gibt es ihn bereits, den „Dritten Ort“. Ein solcher Ort der Kultur und der Begegnung, an dem gelesen, aber auch gelacht und musiziert wird, soll auch in Remscheid entstehen. Und zwar am Standort der Sinn-Leffers-Ruine.

Dazu soll die Stadtbücherei von der Scharffstraße zur Alleestraße ziehen, außerdem ein Café eröffnen. Zusätzlich zu dem neuen Gebäude soll in Höhe des Kugelbrunnens ein Platz mit Aufenthaltsqualität entstehen.

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