Pandemie

Gemeinden bieten Gottesdienste im Internet

Pfarrerin Susanne Peters-Gößling, Superintendentin Antje Menn und Pfarrer Martin Rogalla (v.l.) informieren über alternative Angebote des evangelischen Kirchenkreises an den Festtagen. Gottesdienste mit Besuchern wird es nicht geben. Foto: Michael Schütz
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Pfarrerin Susanne Peters-Gößling, Superintendentin Antje Menn und Pfarrer Martin Rogalla (v.l.) informieren über alternative Angebote des evangelischen Kirchenkreises an den Festtagen. Gottesdienste mit Besuchern wird es nicht geben.
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Die Pandemie zwingt den Kirchenkreis, öffentliche Treffen abzusagen.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Alle 17 Gemeinden des evangelischen Kirchenkreises Lennep verzichten wegen der Corona-Pandemie auf Präsenzgottesdienste an den Weihnachtstagen. „Und die allermeisten Gemeinden haben bereits beschlossen, diesen Lockdown bis zum 10. Januar zu verlängern“, berichtete an diesem Montag Superintendentin Antje Menn, die gemeinsam mit Pfarrerin Susanne Peters-Gößling (evangelische Gemeinde Lennep) und Pfarrer Martin Rogalla (Remscheider Stadtkirchengemeinde) über das Alternativprogramm informierte.

Sie sei beeindruckt von der Kreativität der Gemeinden, die nun auf ganz unterschiedlichen Wegen die frohe Botschaft an den Festtagen verkünden und unter besonderen Begleitumständen die Nähe zu den Menschen suchen, bekundete Antje Menn.

„An der Hotline wechseln sich 22 Pfarrerinnen und Pfarrer ab.“
Superintendentin Antje Menn über das Seelsorge-Telefon

Es werde zahlreiche Gottesdienste der Gemeinden geben, die im Internet zu sehen sind – entweder live oder als Aufzeichnung. Zudem sind Kirchen für stille Augenblicke geöffnet. Das weitere Spektrum reicht vom Online-Krippenspiel über den Segen an der Haustür bis hin zum Seelsorgedienst am Telefon. „An dieser Hotline wechseln sich 22 Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem Kirchenkreis ab. Es wollten noch mehr mitmachen“, erklärt die Superintendentin. An den Festtagen und am 27. Dezember sind die Geistlichen von 10 bis 22 Uhr zu erreichen, um Gespräche zu führen und auch um Trost zu spenden, wenn es nötig ist.

„Wir haben uns schweren Herzens dazu entschieden, auf die Präsenzgottesdienste zu verzichten“, unterstrich Pfarrerin Susanne Peters-Gößling. Angesichts der aktuellen Infektionsgefahren sei dies aber notwendig, stimmte ihr Kollege Martin Rogalla zu. Er hoffte bis zuletzt, auf dem Remscheider Schützenplatz einen Freiluft-Gottesdienst an Weihnachten für bis zu 500 Menschen anbieten zu können – natürlich unter Einhaltung sämtlicher Abstands- und Hygienevorschriften. Dieser wurde nun so wie viele andere Veranstaltungen auch abgesagt. „Das Verständnis dafür ist groß“, beschrieb Rogalla die Reaktionen.

Aber: Auch ihm würden die Begegnungen an den Festtagen fehlen. „Gerade Weihnachten kommen zum Beispiel viele Ex-Konfirmanden zu den Gottesdiensten.“ Diese und viele andere Wiedersehen werde er vermissen,

Doch die digitale Welt berge auch Vorzüge, berichtete Pfarrer Siegfried Landau, Gottesdienstbeauftragter im Kirchenkreis. „Eine bettlägerige Dame, die in einem Altenheim lebt, hatte zuletzt nach Jahren die Möglichkeit, den Gottesdienst ihrer Heimatgemeinde zu erleben. Sie hatte dazu ein Tablet bekommen.“

Digitale Angebote erreichen die Menschen

Und dann wäre da noch die Mutter zweier erwachsener Kinder, die längst aus Remscheid fortgezogen sind. „Sie findet es toll, dass sie wenigstens den Gottesdienst in der Heimatkirche gemeinsam mit ihrem Nachwuchs im Internet erleben kann, auch wenn sie räumlich getrennt sind“, schilderte Pfarrer Landau ein weiteres Beispiel für die Vorzüge der Online-Angebote, die aus seiner Sicht auch nach der Pandemie „Teil der Verkündigung“ sein sollten.

Über die Aussetzung der Präsenzgottesdienste befindet übrigens jede einzelne Kirchengemeinde separat – in den jeweiligen Presbyterien. „Das wird nicht von oben angeordnet“, fügt Antje Menn hinzu, die im Lenneper Kirchenkreis rund 64 000 Gläubige zählt. So sei es auch zu erklären, dass bislang noch nicht alle Gemeinden den Lockdown bis zum 10. Januar nachvollziehen. An den Festtagen ist der Schulterschluss jedoch gesichert.

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Remscheid. Der Blog wird laufend aktualisiert.

Seelsorge

Die Seelsorge-Hotline des Kirchenkreises ist an den Feiertagen und am Sonntag, 27. Dezember, von 10 bis 22 Uhr unter folgender Nummer erreichbar, Tel. (02 1 91) 96 817 77.

Eine Übersicht über die alternativen Aktivitäten und Angebote in den jeweiligen Gemeinden finden Interessenten auch auf der Internetseite des Kirchenkreises – unter der Überschrift Weihnachtsgottesdienste im Kirchenkreis Lennep.

www.ekir.de/lennep

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