Eschbach flutet das Freibad

Remscheid geht im Dauerregen unter

Das Freibad Eschbachtal versank am Abend in den Fluten: Der Eschbach trat über die Ufer, Kanalwasser wurde hochgespült. Fotos: Roland Keusch
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Das Freibad Eschbachtal versank am Abend in den Fluten: Der Eschbach trat über die Ufer, Kanalwasser wurde hochgespült.

Unzählige Keller laufen voll. Die Remscheider Feuerwehr löst Vollalarm aus.

Von Axel Richter und Melissa Wienzek

Die Feuerwehr pumpte Wasser aus dem Montessori-Kindergarten an der Ronsdorfer Straße ab. Wassermengen drückten vom Hang zum Gebäude.

Remscheid. Pro Stunde legte der Wasserpegel der Großen Dhünntalsperre um 100 000 Kubikmeter zu. 20 000 Kubikmeter verbrauchen die Remscheider pro Tag. Das heißt: In jeder Stunde rauschte gestern so viel Wasser in die Talsperre, wie die Remscheider an fünf Tagen verbrauchen. Das macht deutlich, welche Regenmengen gestern vom Himmel fielen, weshalb die Kanäle die Fluten nicht abführen konnten, weshalb die Bäche über die Ufer traten, Straßen überflutet wurden und bislang unzählige Keller vollliefen. Besonders schlimm traf es das Freibad Eschbachtal, das erneut in Schlammmassen und Fäkalien unterging.

Die Polizei riegelte Unterburg ab, der Ortsteil stand unter Wasser, die Lüttringhauser Wehr half hier.

Hier wir dort konnten die Helfer oft nur hilflos zuschauen. „Wir sind überall im Stadtgebiet im Einsatz“, hieß es bereits am vorgerückten Nachmittag aus der Leitstelle der Feuerwehr. Amtsleiter Guido Eul-Jordan hatte Vollalarmierung gegeben. Alle verfügbaren Kräfte mussten ausrücken, auch die, die Urlaub hatten. Dazu rückten alle Freiwilligen Feuerwehreinheiten aus, das Technische Hilfswerk, am Abend auch die Hilfsdienste.

„Wir saufen gerade komplett ab.“

Guido Eul-Jordan, Feuerwehr

Eschbach tritt übers Ufer

Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten.
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten. © Roland Keusch
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten.
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten. © Roland Keusch
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten.
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten. © Roland Keusch
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten.
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten. © Roland Keusch
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten.
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten. © Roland Keusch
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten.
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten. © Roland Keusch
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten.
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten. © Roland Keusch
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten.
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten. © Roland Keusch
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten.
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten. © Roland Keusch
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten.
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten. © Roland Keusch
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten.
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten. © Roland Keusch
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten.
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten. © Roland Keusch
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten.
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten. © Roland Keusch
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten.
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten. © Roland Keusch
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten.
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten. © Roland Keusch
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten.
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten. © Roland Keusch
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten.
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten. © Roland Keusch
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten.
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten. © Roland Keusch
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten.
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten. © Roland Keusch
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten.
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten. © Roland Keusch
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten.
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten. © Roland Keusch
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten.
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten. © Roland Keusch
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten.
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten. © Roland Keusch
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten.
Das älteste Binnenfreibad Deutschlands versinkt in braunen Fluten. © Roland Keusch

Die Freiwillige Feuerwehr Lüttringhausen wurde unterdessen nach Unterburg abkommandiert. Der Solinger Ortsteil stand am Abend komplett unter Wasser. Unter anderem mussten COPD-Patienten verlegt werden. Dabei kamen Rettungswagen aus Remscheid zum Einsatz. Für Anwohner standen Busse der Stadtwerke als Notquartiere bereit. Der Pegel des Eschbachs stieg weiter, die Lage spitzte sich dramatisch zu, je später es wurde. Unter anderem stürzte eine Stützmauer an der Alten Schlossfabrik ein.

Das Personal auf der Remscheider Leitstelle arbeitete derweil in doppelter Besetzung. Dennoch war dort lange kein Durchkommen mehr. So viele Notrufe gingen ein. „Es sind Hunderte“, sagte Feuerwehrchef Eul-Jordan am Abend. „Wir sind überall unterwegs. Aber es hilft nichts: Wir saufen gerade komplett ab.“

Auch das neue Regenrückhaltebecken konnte die Massen nicht stoppen.

Dabei hatte der Tag vergleichsweise ruhig begonnen. Die Prognosen der Meteorologen ließen für Remscheid zunächst keine größeren Schadenslagen erwarten. Angesichts der verheerenden Bilder aus Hagen und anderen Städten hatte Einsatzleiter Lars Bürger seine Mitarbeiter dennoch Sandsäcke herbeischaffen lassen. Am Vormittag fuhren sie damit die neuralgischen Punkte im Stadtgebiet ab. Dazu gehören das Morsbach-, das Eschbach- und das Diepmannsbachtal. Noch mussten sie dort nicht gegen Wassermassenkämpfen.

Das änderte sich am Nachmittag. Remscheider meldeten vollgelaufene Keller. Bald befanden sich die Helfer im Dauereinsatz. Zum Beispiel am Kindergarten Montessori an der Ronsdorfer Straße. Aus einem Hang drückten dort die Wassermassen ins Gebäude.

Noch schlimmer traf es das Freibad Eschbachtal. Dort drückte zunächst Wasser aus dem Kanal nach oben. Schwimmmeister Dennis Halbach versuchte vergebens, es ablaufen zu lassen. Am Ende musste er mit Stefan Grote, Vorsitzender des Freibad-Fördervereins, vom Bademeisterhäuschen aus hilflos dabei zusehen, wie das Kanalwasser erst das Nichtschwimmer- und dann auch das Schwimmerbecken flutete.

„Das Bad ging unter wie die Titanic.“

Stefan Grote, Freibad

Zusätzlich trat der Eschbach über die Ufer – das extra für Starkregen neu gebaute zweite Regenrückhaltebecken in Freibadnähe war bereits randvoll. „Das Bad lief voll wie die Titanic“, sagt Grote. Gegen 19 Uhr war das älteste Binnenfreibad Deutschlands versunken in braunen Fluten. Die Pumpen seien bewusst ausgeschaltet worden, sagte Grote. Denn mit dem Kanalwasser drangen auch Fäkalien in die Schwimmbecken – hätten die Pumpen dies angesaugt, hätten sie sehr wahrscheinlich Schaden genommen. Mit Stadtkämmerer Sven Wiertz (SPD) und Sportdezernent Thomas Neuhaus (Grüne) will Grote nun überlegen, ob die Saison im Freibad noch zu retten ist. Vorerst wurden alle Termine bis kommenden Mittwoch abgesagt.

Welche Schäden die Regenfälle gestern insgesamt in Remscheid hinterlassen haben, lässt sich frühestens heute ermessen. Bis in die späte Nacht waren die Helfer im Dauereinsatz. Die gute Nachricht: Menschen kamen nicht zu schaden. Und noch eine gute Nachricht: Die Talsperren halten dem Druck der Wassermassen Stand. Der ist allerdings gewaltig. So produziert die Eschbachtalsperre gerade „Strom ohne Ende“, sagt Klaus Zehrtner, Sprecher der Energie und Wasser für Remscheid GmbH. So viel Wasser durchströmt zur Zeit das kleine Kraftwerk am Fuß der Staumauer.

Unwetterwarnung

Die Höhe der Schäden ist noch nicht abzusehen. Ein Ende der Wassermassen leider auch nicht. Der Deutsche Wetterdienst warnt auch für heute vor enormen Niederschlagsmengen. Die Unwetterwarnung der höchsten Stufe (4) gilt unter anderem für das Bergische Land und weite Teile des Rheinlandes.

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