Volkstrauertag

Remscheid gedenkt der Kriegstoten still

Stilles Gedenken in Lüttringhausen: (v.l.) Christiane Karthaus (Heimatbund), OB Burkhard Mast-Weisz und Klaus Kreutzer (Verkehrs- und Förderverein Lennep). Foto: Roland Keusch
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Stilles Gedenken in Lüttringhausen: (v.l.) Christiane Karthaus (Heimatbund), OB Burkhard Mast-Weisz und Klaus Kreutzer (Verkehrs- und Förderverein Lennep).

Gedenkstunde fand nicht statt – Ehrenhain ist sanierungsbedürftig.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. In aller Stille haben am Sonntag die Stadt Remscheid, der Heimatbund Lüttringhausen und der Verkehrs- und Förderverein Lennep der Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen gedacht. Eine Gedenkstunde gab es in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie nicht. Stattdessen legten die Verantwortlichen am Ehrenmal des evangelischen Friedhofs Lüttringhausen einen Kranz nieder.

Der Volkstrauertag ist in jedem Jahr der vorletzte Sonntag vor dem ersten Advent. Seit 2016 gibt es in Remscheid an diesem Datum eine zentrale Gedenkveranstaltung. Sie findet abwechselnd in Lüttringhausen, Lennep und Reinshagen statt.

Das Ehrenmal in Lüttringhausen wurde vor drei Jahren vom Heimatbund auf Vordermann gebracht. Nötig hätte eine Überarbeitung auch der dringend sanierungsbedürftige Ehrenhain in Reinshagen. Im vergangenen Jahr fand dort zuletzt die Gedenkstunde am Volkstrauertag statt. Zuletzt war von einem Sanierungsaufwand von rund 1,1 Millionen Euro die Rede. Diese Zahl korrigiert der städtische Gebäudemanager Thomas Judt zwar auf Grundlage neuerer Erkenntnisse nach unten. Die verbleibenden 804 000 Euro kann Remscheid trotzdem nicht aus dem Stand stemmen. Deshalb bemüht sich die Stadt um eine Förderung aus dem Sonderprogramm Denkmalschutz der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien.

Würde Remscheid daraus Mittel erhalten, stünden in Reinshagen zunächst Steinarbeiten und Verkehrssicherungsmaßnahmen an. Unter anderem müssen kaputte Stellen ausgebessert, Fugen erneuert werden. Dass große Teile des Ehrenhains mit Efeu bewachsen sind, sei dabei Fluch und Segen zugleich. Einerseits sprenge der Bewuchs manche Stellen, andererseits halte er die Steine beisammen. Akute Gefahr von herabstürzenden Steinen bestehe derzeit nicht, betont Judt. „Sonst müssten wir die Anlage sperren.“

Erst nach grundlegenden Arbeiten würden weitere Restaurierungsschritte folgen. Die Stadt hofft, dass die Maßnahmen bis zum 100. Jubiläum der Anlage 2025 beendet sind. „Es muss möglichst zeitnah etwas passieren“, betont Judt. Dafür brauche es aber nun mal die finanziellen Mittel und auch das nötige Personal.

Dem Gebäudemanager und seinen Kollegen schwebt vor, den Zugang in den Mauer-Rundling nur tagsüber zuzulassen und hierfür schmiedeeiserne Tore einzusetzen. Das soll etwas Schutz vor Vandalismus bieten. Diesem Schritt muss allerdings die Untere Denkmalbehörde zustimmen. Immer wieder sind ungebetene Gäste an der Anlage in Reinshagen ein Problem. Das Problem könne ein Tor allein nicht lösen, räumt Judt ein. „Es ist Aufgabe der Gesellschaft, auch jüngeren Generationen die Bedeutung solcher Denkmäler zu erklären.“

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