Geburten in Corona-Zeiten

Geburt im Sana-Klinikum: Das müssen Eltern wissen

Dr. Thomas Büsser ist leitender Oberarzt der Geburtshilfe am Sana-Klinikum Remscheid. Foto: Sana-Klinikum Remscheid
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Dr. Thomas Büsser ist leitender Oberarzt der Geburtshilfe am Sana-Klinikum Remscheid.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Werdende Väter dürfen auch in Pandemiezeiten mit in den Kreißsaal – Besuchszeit pro Tag beträgt 30 Minuten

Remscheid. 411 Babys haben bislang das Licht der Welt an der Burger Straße erblickt (Stand: 27. April). Der erwartete Corona-Baby-Boom ist im Sana-Klinikum aber bisher ausgeblieben. Die Geburtenzahlen sind laut Dr. Thomas Büsser, leitender Oberarzt der Geburtshilfe, konstant. In Pandemiezeiten Nachwuchs zu bekommen, dürfte manche Eltern gleich vor doppelte Herausforderungen stellen. Wir erklären, welche Regeln aktuell in der Geburtshilfe des Sana-Klinikums Remscheid gelten.

Darf der Vater oder eine andere Person bei der Geburt dabei sein?

Ja, sagt Dr. Thomas Büsser. Eine Person des Vertrauens darf von Anbeginn der Geburtswehen dabei sein – und auch hinterher noch zwei bis drei Stunden. „Das Bonding, der Beziehungsaufbau, ist sehr wichtig und betrifft auch den Vater“, betont der leitende Oberarzt. Neben dem Kreißsaal gibt es kleine Familienzimmer. „Hier können die frischgebackenen Eltern den Zauber des ersten Moments genießen – eine ganz wichtige Zeit.“

Und wenn es dann doch noch nicht so weit ist?

Manchmal ist die Wehentätigkeit noch nicht so weit fortgeschritten, dass unmittelbar die Geburt bevorsteht – und Frauen bleiben dann oft sicherheitshalber schon über Nacht in der Klinik. In diesem Fall fährt der werdende Vater aber erst einmal wieder nach Hause. „Wenn die Wehen dann regelmäßig und dynamisch sind – ab einer Muttermundweite von drei Zentimetern spricht man von einer unumkehrbaren Wehentätigkeit –, dann rufen wir den Vater an, so dass er zur Geburt dazukommen kann“, erklärt Büsser.

Wie ist das Sicherheitskonzept?

Frauen werden bei der Aufnahme nach eventuellen Covid-19-Symptomen gefragt. Sie erhalten nicht nur eine FFP2-Maske, sondern auch einen PCR-Test und einen Schnelltest. Die Väter werden an der Eingangspforte gefragt, ob sie Symptome aufweisen. Hier steht zudem der erste Desinfektionsmittelspender. Sollte der werdende Vater in der Aufregung seine FFP2-Maske vergessen haben, kann er am Eingang eine kaufen.

Wie sind die Besuchsregeln?

Im Sana-Klinikum herrscht Besuchsverbot. Für die Geburtshilfe gibt es jedoch eine Ausnahme: Nach telefonischer Voranmeldung darf jeden Tag eine Bezugsperson, vorzugsweise immer dieselbe, für 30 Minuten kommen und Mama und Baby besuchen. In der Regel ist das der Vater.

Dürfen werdende Eltern vorab den Kreißsaal besichtigen?

Nein, das ist aktuell nicht möglich. „Daher haben wir ein kleines Video gedreht, so dass die Frauen einen Einblick bekommen.“ Zu sehen gibt es die digitale Kreißsaalführung auf der Sana-Internetseite im Bereich „Geburtsmedizin“. Es gib aktuell auch keine Gruppen-Vorbereitungskurse.

Werden Geburtstermine vergeben?

Frauen, die im Sana-Klinikum entbinden wollen, müssen sich nicht extra zur Geburt anmelden. „Im Gegensatz zu anderen Großstädten lehnen wir keine Frau ab“, betont Dr. Thomas Büsser. „Wir sehen uns als Versorger für die gesamte Region. Jede Frau, die uns ihr Vertrauen entgegenbringt, darf hier auch entbinden.“ Auch aus umliegenden Städten. Vor allem viele Wuppertalerinnen oder Wermelskirchenerinnen entscheiden sich häufig für das Sana-Klinikum. „Letztens hatten wir sogar eine Mutter aus San Francisco hier.“ Manchmal seien Paare auch einfach nur auf der Durchreise, wenn das neue Leben anklopfe.

Frauen mit auffälligen Verläufen – zum Beispiel Beckenendlage oder Zwillingsgeburt – würden ohnehin vom niedergelassenen Gynäkologen in die Geburtsmedizin überwiesen.

Welche Geburtsmöglichkeiten gibt es?

Das Sana-Klinikum Remscheid verfügt über drei wohnlich eingerichtete Entbindungsräume. Möglich ist zudem eine Entbindung in der Geburtswanne. Darüber hinaus gibt es eine Gebärmatte und einen Gebärhocker. Das Romarad gibt es nicht mehr – es wurde nicht genutzt. „Die Geburtshilfe unterliegt auch einem gewissen Zeitgeist“, erklärt Büsser.

Wer übernimmt die Nachsorge?

Das Klinikum hat auf seiner Internetseite eine „Hebammennachsorgeliste“ eingestellt mit den Kontaktdaten der zuständigen Hebammen. In den ersten Tagen nach der Geburt hat jede Frau die Möglichkeit, Hebammenbetreuung zu Hause in Anspruch zu nehmen. Die Krankenkasse zahlt für diese Leistung.

Alle Infos: www.sana.de/remscheid/medizin-pflege/frauenheilkunde-und-geburtsmedizin/geburtsmedizin

Die Station

Die Station im Sana-Klinikum umfasst 42 Betten für Wöchnerinnen. Im Team arbeiten neben den 35 Pflegekräften auch 26 Hebammen plus 2 freiberufliche Hebammen. Die Zahl der Hebammen wurde laut Büsser zuletzt aufgestockt. Künftig will das Sana eine Hebammenvisite einführen – sie schauen dann noch einmal genauer auf mögliche Wochenbettkomplikationen und beraten in Stillfragen. Zudem sei das gesamte Personal zuletzt beim Thema Stillen auf den neuesten Stand gebracht worden.

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