Verseuchte Erde

Umweltverschmutzung: Gift im Boden verunsichert die Nachbarn

Diana Litzbarski wohnt neben der Industriebrache. Sie fürchtet, dass die Gifte mit dem Staub verbreitet werden.
+
Diana Litzbarski wohnt neben der Industriebrache. Sie fürchtet, dass die Gifte mit dem Staub verbreitet werden.
  • Axel Richter
    VonAxel Richter
    schließen

Die Stadt will den ehemaligen Galvanik-Standort in Westhausen sanieren: 640 Lkw-Ladungen Erde müssen entsorgt werden.

Von Axel Richter

Remscheid. In den 50er-Jahren glaubten die Menschen noch, die Natur würde mit Chrom, Nickel, PCB und anderen Schadstoffen ganz allein fertig. Entsprechend sorglos gingen die Galvaniseure damit um. In großen Mengen versickerten die Gifte im Erdreich. Zum Beispiel an der Westhauser Straße.

Mehr zum Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit

640 Lkw-Ladungen mit verseuchter Erde vermuten die Umweltbehörden am Standort der einstigen Firma Galvano Fischer. Die soll nun ausgebaggert, abgefahren und auf einer Deponie entsorgt werden. 50 Monate veranschlagt die Stadt Remscheid für die Arbeiten. Im Juni soll es damit losgehen. Doch unter den Nachbarn wachsen Sorgen.

Nachbarn haben viele Sorgen

„Was ist mit den Kindern?“, fragt Diana Litzbarski: „Können die weiter unbekümmert spielen?“ Die Anwohnerin der heutigen Brachfläche, auf der das Erdreich bis auf den nackten Felsen ausgekoffert werden soll, hat Angst vor dem Staub, den die Bagger im Sommer aufwirbeln dürften. Werden Chrom, Nickel und andere Schwermetalle damit in die Gärten geweht?

Sonja Dresen, bei der Stadt Remscheid Leiterin der Abteilung für Gewässer- und Bodenschutz, will das verhindern. „Es wird keine Stäube geben, wir werden alles feucht halten“, sagt sie. Das Erdreich, das bis zu einer Tiefe von vier Metern ausgegraben werden muss, werde zudem nicht zwischengelagert, sondern augenblicklich fortgefahren. Von einer Gesundheitsgefährdung von Mensch und Tier sei aufgrund der Sanierungsarbeiten deshalb nicht auszugehen. Wohl aber, wenn die Stadt die Gifte weiterhin im Boden belasse.

Unweit plätschern der Westhauser Siepen und der Ohlsiepen. „Beide sind belastet“, berichtet Sonja Dresen aus Gewässeruntersuchungen. „Es geht auch um den Schutz des Grundwassers.“

Zu einem späteren Zeitpunkt soll das Gelände, das sich heute in städtischem Besitz befindet, mit Wohnungen bebaut werden. 4,3 Millionen Euro soll die Sanierung bis dahin kosten. 80 Prozent davon trägt der Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung, was nichts daran ändert, dass der Steuerzahler die Rechnung begleicht. Übrigens nicht nur in Westhausen. Galvanik-Betriebe gibt es in Remscheid seit mehr als 100 Jahren. Und an der Küppelsteiner Straße wartet bereits der nächste Sanierungsfall.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Unwetter: Wetterdienst warnt vor schwerem Gewitter
Unwetter: Wetterdienst warnt vor schwerem Gewitter
Unwetter: Wetterdienst warnt vor schwerem Gewitter
23-Jähriger fährt ohne Führerschein
23-Jähriger fährt ohne Führerschein
23-Jähriger fährt ohne Führerschein
Freibad Eschbachtal öffnet am Donnerstag mit Einschränkungen
Freibad Eschbachtal öffnet am Donnerstag mit Einschränkungen
Freibad Eschbachtal öffnet am Donnerstag mit Einschränkungen
Feiertag: Tonnen werden später geholt
Feiertag: Tonnen werden später geholt
Feiertag: Tonnen werden später geholt

Kommentare