2-G-plus-Regel

Gäste halten Gastronomie trotz Corona-Regeln die Treue

Inhaberin Nina Woop begrüßt in ihrer Bar Beya unter anderem Jill Brunmayer und Jennifer Beate, beide ebenfalls geboostert.
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Inhaberin Nina Woop begrüßt in ihrer Bar Beya unter anderem Jill Brunmayer und Jennifer Beate, beide ebenfalls geboostert.

Im Lika-Grill, in der Bar Beya und im Andalucia konnten die Inhaber am Wochenende viele Gäste begrüßen. So ist die Lage in der Remscheider Gastronomie.

Von Peter Klohs

Remscheid. Seit wenigen Tagen gelten in der Gastronomie die 2G-Plus-Regeln. Nur genesene oder geimpfte Gäste mit einem tagesaktuellen negativen Test werden willkommen geheißen. Personen, die bereits die dritte Impfung, den sogenannten Booster, erhalten haben, benötigen keinen Test. Wie wirkt sich das auf die Remscheider Gastronomie aus?

Der Samstagabend ist eher ungemütlich. Wind pfeift bei Temperaturen um den Gefrierpunkt durch die Innenstadt. Hin und wieder gibt es kurze Schneeregenschauer. Wer vermutet hatte, dass die Restaurants spärlich besucht sein würden, wird schnell eines Besseren belehrt.

Im Lika-Grill an der Bismarckstraße ist es erstaunlich voll. Nur wenige Tische sind unbesetzt. Auf den ersten Blick scheint es ein ganz normaler Samstagabend zu sein. „Ach, das sieht nur so“, scherzt Inhaber Ranko Dragas. „Alles Familie.“

Gäste: „Wir sind Stammgäste. Und daran ändert auch 2-G-Plus nichts“

Die Mitarbeiter wuseln beeindruckend fix durch die Räumlichkeiten des Restaurants. „Wir sind zufrieden mit dem Besuch“, sagt Dragas. „Heute Abend sind sehr viele Stammgäste hier. Dementsprechend hatten wir bisher vielleicht sechs oder sieben Personen, die mit einem negativen Test zu uns gekommen sind. Der allergrößte Teil der Gäste ist geboostert. Wir können sagen, dass wir die strengen Corona-Regeln bisher nicht merken.“

An einem hinteren Tisch bedient Manda Balen, gute Seele des Lika-Grills, vier Gäste: Domenica und Mike Longo, dazu Rosi Schmidt und Thomas Rottsieper. „Ja, wir sind Stammgäste“, erklärt Rottsieper. „Wir kommen regelmäßig einmal die Woche hierher. Natürlich wegen des leckeren Essens, aber auch wegen Manda. Und daran ändert auch 2G-Plus nichts.“

Vor dem Restaurant Bar Beya am Markt sind Parkplätze rar. In den in der Nähe liegenden geöffneten Imbissbuden ist auch einiges los. Im Bar Beya begrüßt Inhaberin Nina Woop die Gäste. „Es ist weniger los als normal“, erklärt sie. Deswegen habe sie die zwei Nebenräume mit insgesamt 40 Plätzen geschlossen.

Mike und Domenica Longo, Rosi Schmidt und Thomas Rottsieper, v.l., kommen auch wegen Manda Ballen in den Lika-Grill. Als Geboosterte für sie kein Problem. Giuseppe Ganzu und Inhaber Miguel Hita Esteban berichten, dass die neuen Regeln von den Gästen des Andalucia gut angenommen werden.

„Heute Abend sind recht wenig Stammgäste hier. Die meisten Besucher sind geboostert, aber mehrere haben auch einen negativen Coronatest vorgezeigt. Ich schätze 60 zu 40 zu Gunsten des Boosterns.“ In den frisch renovierten Räumen sind drei Viertel der Tische besetzt. „Wir merken deutlich, dass die Gäste gerne länger als sonst sitzen bleiben“, erzählt Woop. „Und das Außer-Haus-Geschäft hat in der letzten Zeit zugenommen.“

Das Take-away-Geschäft in Remscheid hat zugenommen

An einem der kleineren Tische sitzen Jill Brunmayer und Jennifer Beate, beide mit Gespräch und Essen beschäftigt. Sie lassen sich, wie sie berichten, nicht von den verschärften Coronaregeln beeindrucken. Das eher jüngere Publikum scheint in der Mehrheit genau so zu denken.

Auf dem Weg zum Andalucia an der Elberfelder Straße überrascht ein Schneeregenschauer, der aber kurz ausfällt. Schnell in das behagliche Innere des Restaurants, wo angenehm temperierte spanische Musik die Gäste empfängt. Das Andalucia scheint sehr gut besucht zu sein.

Inhaber Miguel Hita Esteban bestätigt das. „Wir sind zufrieden“, sagt er. „Sie sehen: Unsere Gäste nehmen die 2G-Plus Regel an.“ Mitarbeiter Giuseppe Ganzu sieht das ebenso. „Wir haben viele Stammgäste“, erklärt er. „Sehr viele unter ihnen sind bereits geboostert. Wir haben zwar einige Gäste mit negativem Test, aber das sind verschwindend wenige.“ Wie er berichtet, hat das Take-away-Geschäft deutlich zugenommen.

Der Geräuschpegel im Restaurant ist unter den gegebenen Umständen als „normal“ zu bezeichnen. Vanessa und Karsten Voigt sitzen mit Rainer Siekmann an einem Tisch und lassen es sich gut gehen. Auch für sie sind die Coronaregeln kein Hindernis. Sie wollen gemütlich beisammen sitzen und ein gutes Essen genießen können. Daran ändert auch Corona nichts.

Hintergrund

Seit die neue Coronaschutzverordnung am 13. Januar in Kraft getreten ist, gilt in der Gastronomie in NRW flächendeckend 2G-Plus: Wer vor Ort essen oder trinken möchte, muss vollständig geimpft oder genesen sein und benötigt zusätzlich einen negativen Test oder den Nachweis über eine Booster-Impfung. Neu ist, dass der Test auch unter Aufsicht vor Ort gemacht werden kann, die Gastronomen sind aber nicht verpflichtet, das anzubieten.

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