Fußverkehrs-Check

Die Alleestraße als Erlebniswelt für Kinder

Anfang September fand die Begehung von Alt-Remscheid im Rahmen des Fußverkehrs-Checks statt. Die Erkenntnisse daraus wurden beim Abschluss-Workshop vorgestellt. Archivfoto: Roland Keusch.
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Anfang September fand die Begehung von Alt-Remscheid im Rahmen des Fußverkehrs-Checks statt. Die Erkenntnisse daraus wurden beim Abschluss-Workshop vorgestellt (Archivfoto).

Der digitale Abschluss-Workshop des Fußverkehrs-Checks nahm die Remscheider Innenstadt unter die Lupe.

Von Sabine Naber

Remscheid. Zu Fuß, per Rolli oder mit dem Kinderwagen unterwegs – der sogenannte Fußverkehr in Lennep und der Remscheider Innenstadt ist mit Blick auf die Sicherheit, die Attraktivität und die Einschränkungen durch körperliche Handicaps unter die Lupe genommen worden. Donnerstagabend gab es zu diesen Themen den digitalen Abschlussworkshop des Fußverkehrs-Checks.

„Das ist nur der Abschluss der Beteiligungsphase, das Ende der Öffentlichkeitsarbeit. Ein Endergebnis steht noch aus“, fasst es Lukas Gregori vom Fachdienst Umwelt zusammen. In der Zoom-Konferenz, zu der das Kölner Planungsbüro VIA eingeladen hatte, gab es zunächst einen kurzen Rückblick auf die Begehungen in Lennep und der Remscheider Innenstadt, die beide gut besucht waren.

Im Mittelpunkt standen an diesem Abend der Bereich ums Rathaus, die Alleestraße, der Markt, die Alte Bismarckstraße und die Nebenstraßen als Zuwege zur Innenstadt.

„Die Alleestraße sollte mehr Erlebniswelt für Kinder bieten, damit die Eltern in Ruhe einkaufen gehen können“, kann sich Jörg Thiemann-Linden vom Planungsbüro vorstellen. Auch sollte es mehr Grün geben. Und wenn man nicht gleich „eine Gestaltung für die Ewigkeit“ will, dann seien beispielsweise Bäume in Containern oder im Pflanzsack eine Alternative.

Damit Behinderte nicht behindert werden, müssten Schäden auf den Gehwegen ausgebessert und barrierefreie Achsen geschaffen werden. „Eine Regenablaufrinne kann gleichzeitig auch ein Leitweg für Blinde darstellen“, weiß der Experte. Die Aufenthaltsqualität auf dem Rathausplatz ließe sich durch schattenspendende Bäume, Sitzgelegenheiten und vielleicht einen Brunnen verbessern. Außerdem sollten wenigstens die erste und die letzte Stufe der Rathaustreppe kontrastreich gekennzeichnet werden, damit niemand ins Stolpern kommt.

Verkehrsberuhigter Bereich in der Scharffstraße

Im Bereich Wilhelm-Schuy-Straße stünden zu viele Poller. Auf der Fußgängerachse vom Rathaus zur Alleestraße hätten sich die Teilnehmer der Begehung unsicher gefühlt. Gerade da, wo die Taxen stehen, müsste man doch dem Fußgänger den roten Teppich ausrollen. „Die Taxen könnten auf der gegenüberliegenden Seite stehen, so dass der Fußweg verbreitert und optisch durch Blumenkübel als Barriere zur Straße aufgewertet werden kann. Anmerkungen der Workshop-Teilnehmer: Da hieß es beispielsweise, dass die Taxikunden dann auf der Straßenseite aussteigen müssten. Das will Kathrin Krienke vom Planungsbüro in die weiteren Überlegungen mitnehmen.

Eine weitere Erkenntnis war, dass an manchen Stellen Fußgänger freundliche Ampelanlagen fehlen. Neue Querungshilfen oder optimierte Ampelschaltungen, um „in einem Rutsch über die Straße zu kommen“, hieß hier der Lösungsvorschlag.

Einen Aufenthalt unter Bäumen, möglichst wenig markierte Parkplätze und den Raum als verkehrsberuhigten Bereich ausweisen – so stellen sich die Planer den Teil der Scharffstraße vor, der als Zuweg zur Alleestraße fungiert. Und in Richtung Markt sollte auf der Konrad-Adenauer-Straße eine einladende Promenade entstehen. Im weiteren Verlauf in Richtung Stadtkirche sollte mehr Fläche als Aufenthalt genutzt werden.

Hintergrund des Fußverkehrs-Checks

Fußverkehrs-Checks sind ein Angebot des „Zukunftsnetz Mobilität NRW“. Das ist ein landesweites Unterstützungsnetzwerk für nachhaltige Mobilitätsentwicklung in den Städten. Remscheid ist dort Mitglied. Mehrere Bausteine gehören dazu, aber gemeinsame Begehungen der Experten und Bürger sind das Kernstück.

Abschnitt für Abschnitt soll Remscheid in 10 bis 15 Jahren zur fahrradfreundlichen Stadt werden, doch: Erste Schutzstreifen für Radfahrer sorgen für Streit.

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