Sommerferienkurse

Für jeden Jugendlichen gibt es im Rotationstheater die passende Kunst

Vorhang auf für Lea-Maria (11, l.) und Philine (18): Hier schlüpfen sie gerade in die Rolle der Schauspieler bei „In 80 Tagen um die Welt“. Angelehnt an den Jules-Verne-Roman reisen die Teilnehmerinnen des Projekts dabei kreativ um die Welt: mit Tanz, Gesang und Schauspiel. Foto: Melissa Wienzek
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Vorhang auf für Lea-Maria (11, l.) und Philine (18): Hier schlüpfen sie gerade in die Rolle der Schauspieler bei „In 80 Tagen um die Welt“. Angelehnt an den Jules-Verne-Roman reisen die Teilnehmerinnen des Projekts dabei kreativ um die Welt: mit Tanz, Gesang und Schauspiel.

Private Schule der Familie Schmidt in Lennep bietet Sommerferienkurse – Auch das Rotationstheater und die Rotation werden dafür genutzt.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Dieses Jahr gibt es keine Sommerferien. Jedenfalls nicht für das Team der Jugendkunstschule in Lennep. Leiter David Schmidt hat sich bewusst dazu entschieden, Kindern und Jugendlichen in diesen erneut von Corona geprägten großen Ferien Abwechslung zu bieten und konnte davon auch sofort alle Dozenten überzeugen – und das wird gern angenommen. „Das freut uns sehr“, sagt Schmidt.

So auch der Musicalkurs „In 80 Tagen um die Welt“ mit Jennifer Budek (Gesang) und Anne Simon (Tanz). Diese Woche lernen die Teilnehmerinnen in einem Workshop gleich mehrere Künste auf einen Schlag: Schauspiel, Tanz, Gesang. Das reizt auch Philine. Die 18-jährige Remscheiderin hat früher getanzt. „Jetzt will ich mich auch mal ans Schauspiel rantrauen“, sagt sie – und liefert bereits eine überzeugende Performance ab. Und schon geht es weiter mit „Ich war noch niemals in New York“, während die Smartphones neben den negativen Coronatests auf den Tischchen im Zuschauerraum liegen. Corona und Handy haben jetzt Sendepause, jetzt zählt nur das Rampenlicht. Alle fünf Teilnehmerinnen singen nun unter stimmlicher Begleitung ihrer Dozentin gemeinsam auf den Brettern, die die Welt bedeuten: dem Rotationstheater. Das darf die Jugendkunstschule nutzen – eine glückliche Konstellation.

Neben Gruppenliedern gibt es auch Soli und Duette, vor allem Johanna (18), die bereits seit zwei Jahren Gesangsunterricht bei Jennifer Budek nimmt, beweist Powerstimme bei Alessia Caras Song „How Far I’ll Go“. Das ist sogar oben drüber im Saal der Schule zu hören, wo Anne Simon gerade den „Afrodance“ mit Allegra (18) und Philine durchgeht. Man kann sich die prächtigen Kostüme samt Kopfschmuck jetzt schon vorstellen. Wie da erst die Aufführung im Dezember im Theater wird?

Die Jugendlichen dürfen bewusst mitgestalten. Lea-Marie und Mia (beide 11), die beste Freundinnen sind, wie sie betonen, haben sich daher das „König-der-Löwen“-Lied „Hakuna Matata“ gewünscht. „Und da wir musikalisch und tänzerisch um die Welt reisen, passt das gut“, sagt Budek. „Bei dem Projekt erlangen die Teilnehmerinnen nicht nur Selbstbewusstsein und eine gute Körperhaltung sowie Rhythmusgefühl beim Tanzen, sondern erhalten auch Einblicke in verschiedene Kulturen“, erklärt Anne Simon. Vor allem im Tanzbereich können die Mädchen mal etwas anderes ausprobieren als nur Hip-Hop oder Jazzdance – hier wird nicht nur afrikanisch, sondern auch Salsa getanzt.

Und nach dem vom Land NRW geförderten Workshop geht es weiter: Die Dozentinnen wollen ein regelmäßiges Angebot daraus machen. Jugendliche, die Lust auf Gesang, Tanz und Schauspiel haben, können noch mitmachen – Anmeldung im Büro (| Kasten).

„Wie, ist dann schon der letzte Tag?“

Melissa (14) findet es schade, dass der Kreativkurs zu Ende geht

Nur ein paar Schritte weiter, in der Rotation, beweisen derweil weitere Kinder und Jugendliche Kreativität: Unter der Anleitung von Susanne Reichmann erstellen sie eigene Objekte aus Ton. Schmuck, Deko und sogar ein Handyhalter in Autoform sind bereits entstanden, jetzt wird angemalt. „Es ist wichtig, dass die Kinder erst mal ein Gefühl für das Material bekommen – und dann die Haptik, die im letzten Jahr auf der Strecke geblieben ist“, sagt die Dozentin. Entscheidend sei, dass sich die Kinder mit dem Werkstoff beschäftigten und ihrer Kreativität freien Lauf lassen könnten – wegen Corona gleich in zwei Räumen.

Melissa (14) hat direkt ihren Bruder Yunus (9) und ihre beste Freundin Lina (15) mitgebracht. „Wir konnten nicht verreisen, daher haben wir recherchiert, was es in den Ferien so gibt – und haben den Kurs gefunden“, erzählt Melissa. Gerade malt sie eine Schale lilafarben an, auf die sie später Schmetterlinge klebt. Heute wird dann alles perfektioniert. „Wie, ist dann schon der letzte Tag?“, ist Melissa traurig. Aber einen Lichtblick hat sie: Nächste Woche wird sie mit ihrer Freundin Lina auch den Manga-Zeichenkurs bei Susanne Reichmann belegen. Das ist immer noch total angesagt.

In diesen Kursen gibt es freie Plätze

I-Clip Medienprojekt: Gemeinsam mit Erik Lenk filmen die Teilnehmer ab 13 Jahren eigene Clips in professioneller Qualität – und dafür brauchen sie noch nicht mal kostenintensive oder aufwendige Ausrüstung. In der ersten Projektwoche wird zunächst ein Lied mit dem jeweiligen Instrument aufgenommen. Danach lernen die Teilnehmer, mit einer Kamera umzugehen, ein Storyboard zu erstellen und einen Musik-Clip mit Ton und Bild zu bearbeiten. Das Medienprojekt vom 19. bis 31. Juli wird unterstützt vom Landesfamilienministerium und ist daher kostenfrei.

Kreativer Kindertanz: Ganz neu im Angebot samt neuer Dozentin ist der kreative Kindertanz für alle Kids ab 3,5 Jahren. Los geht es am 19. Juli. Fünf Tage lang lernen die Kinder dann auf spielerische Art und Weise die Welt des Tanzens kennen – zum Beispiel mit Tanzspielen, Kindertänzen und Rhythmusschulung sowie einfachen choreographischen Abläufen. „Es soll aber auch einfach Spaß machen“, sagt Tanzpädagogin Melina Ferreira Damora.

Anmeldung: Telefonisch unter Tel. 66 14 22 oder online: jugendmusikundkunstschule.de

Mit einer Premiere hat sich das Lenneper Rotationstheater am Samstagabend aus dem Corona-Lockdown zurückgemeldet. 

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