Mittelstandsvereinigung meldet sich zu Wort

Für DOC geplante Flächen sollen der Wirtschaft dienen

Raum für die Wirtschaft, für Unternehmen und Werkstätten, schlägt die Mittelstandsvereinigung auf dem Jahnplatz vor. Foto: Roland Keusch
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Raum für die Wirtschaft, für Unternehmen und Werkstätten, schlägt die Mittelstandsvereinigung auf dem Jahnplatz vor.

Mehrere Fußballfelder groß sind die Flächen, die dem Designer Outlet Center (DOC) in Lennep vorbehalten waren.

Von Frank Michalczak

Alexander Lampe hat Ideen für die DOC-Flächen.

Remscheid. Nach dem Aus des Großprojekts fordert Alexander Lampe, Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Remscheid, dass sich die Grundausrichtung bei ihrer künftigen Nutzung nicht ändern darf. „Es ging beim DOC um die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Remscheid und um die Schaffung von 1000 Arbeitsplätzen“, erinnert er an die Argumente, die eine große Mehrheit im Remscheider Stadtrat vom DOC überzeugten. Lampe schlägt somit vor, dass Röntgen-Stadion, Jahn- und Kirmesplatz in erster Linie auch weiterhin diese Zwecke erfüllen sollen. Jobs müssten dort entstehen: „Und zunächst kein Wohnungsbau. Der kann später einmal folgen.“

Lampe entgegnet damit dem Vorschlag von Jürgen Kucharczyk (SPD), der in der Lenneper Bezirksvertretung Sozialwohnungen ins Gespräch gebracht hatte. Diese gelte es, über den Überlegungen zu berücksichtigen. Gerade in diesem Sektor herrsche großer Bedarf in Remscheid. Lampe erwidert, dass der Fokus stattdessen darauf liegen müsse, der Wirtschaft Raum zu geben: „So wie das mit dem DOC ja geplant war.“

Alexander Lampe bringt Ideen ins Gespräch

Ein Konzept will der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung dabei nicht vorgeben. Stattdessen listet Alexander Lampe eine Ideensammlung auf. Werkstätten könnten entstehen, Betriebsanlagen für Existenzgründer, Bildungseinrichtungen mit dem Fokus auf das Duale Studium, ein Kongresszentrum – dies seien Beispiele für den wirtschaftlichen Impuls, den er für Lennep vorschlägt.

Dass vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig der DOC-Bebauungsplan für unwirksam erklärt wurde, sei eine „sehr tragische Geschichte“. Lampe erinnert an die Investitionssumme von 165 Millionen Euro, die Bauherr McArthurGlen ausgeben wollte. Es sei das Ziel gewesen, einen „modernen Anker, einen Hotspot“ zu schaffen – für die Menschen im Bergischen Land und darüber hinaus. Nun gelte es, einen Plan B zu entwickeln, den er bereits 2019 gefordert habe. „Mit der Werkzeug-, der Messer-, der Chemieindustrie, den vielen kleinen und großen Automobilzulieferern, dem Maschinenbau, dem Gesundheitswesen, dem Handwerk und vielen Branchen mehr könnten wir eine klare Zukunftsvision erarbeiten,“ will Alexander Lampe diverse Partner für neue Planungen in Lennep ins Boot holen.

Dabei sei es auch wichtig, den Blickwinkel auf den DOC-Flächen „auf die Aus- und Weiterbildung künftiger Generationen“ zu lenken.

Vor diesem Hintergrund sei es bedauerlich, dass die Rheinische Fachhochschule ihren Standort in Honsberg aufgeben will – weil sie die Vorlesungen verstärkt ins Internet verlagern möchte. Die Pandemie habe diesen Trend verstärkt. „Für mich ist das eine Ausrede“, sagt Lange. „Nicht alles kann man mit Corona rechtfertigen.“ Ein künftiger Kooperationspartner auf dem DOC-Gelände könne die Bergische Universität in Wuppertal sein.

Zeitplan

Bis Ende 2022 soll die Marschroute feststellen, was auf den DOC-Flächen entstehen wird. In einem ersten Schritt führt OB Burkhard Mast-Weisz (SPD) Gespräche mit diversen Ideengebern. Nach Ostern will er die ersten Vorschläge vorlegen. Zudem soll es auch Bürgerbeteiligung geben. Jürgen Kucharczyk (SPD) stellte vor den Sommerferien ein Treffen im Forum Hackenberg in Aussicht.

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