RGA vor Ort

Für den Standort erhält Am Stadtpark eine 1+

Leitet die mit 330 Schülern größte Grundschule in Remscheid: Iris Nüsken in der GGS Am Stadtpark.
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Leitet die mit 330 Schülern größte Grundschule in Remscheid: Iris Nüsken in der GGS Am Stadtpark.
  • Andreas Weber
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Schulleiterin Iris Nüsken leitet die größte Grundschule Remscheids − Mit der Auslastung stößt die GGS seit Jahren an ihre Grenze.

Remscheid. Die Lage ist top. Sportplatz, Turnhalle, Schwimmbad und der Stadtpark sind in unmittelbarer Nachbarschaft. Nach Standortfaktoren verdient sich die Grundschule Am Stadtpark die Note 1+. „Wir wissen das zu schätzen“, sagt Iris Nüsken. Kurze Wege in jeder Hinsicht, auch zur Stadtbibliothek und zum Teo Otto Theater. „Denken Sie nur an den St. Martinszug, ohne dass wir in den Straßenverkehr müssen“, meint die Schulleiterin. Und dass sich auffällig viele ihrer Schüler jährlich für den Circus Casselly auf dem benachbarten Schützenplatz anmelden, ist auch kein Zufall.

Im Herzen Remscheids ist die größte Remscheider Grundschule beheimatet, die vier Verbundschulen ausgeklammert. Nach heutigem Stand werden diese 330 Schüler und Schülerinnen im Schuljahr 2022/23 besuchen. Große Veränderungen nach oben sind in der dreizügigen Schule nicht möglich. Denn die GGS war rappelvoll belegt und wird es auch im kommenden Schuljahr sein.

„Die Stadt muss an dieses Problem rangehen, jetzt.“

Iris Nüsken, Schulleiterin

Im Schnitt weisen die zwölf Klassen um die 28 Schüler auf. Ein Spitzenwert wird in einer dritten Klasse mit 31 erreicht werden. Die Raumverteilung muss Am Stadtpark genau austariert werden. Denn schon ein zusätzlicher Schüler ist manchmal nur schwer zu integrieren. „Es gibt Räume, die so klein sind, dass kein Stuhl mehr reinpasst“, erklärt Nüsken. Die Grundschule, Anfang der 50er-Jahre eröffnet, hat von seiner Struktur seine Tücken. „Sie sieht groß aus, ist aber schwierig zu nutzen, weil es viele ungleiche Räume gibt.“

Beim Brandschutz muss sich Am Stadtpark keine Sorgen machen, auch der zweite Rettungsweg ist mit Treppen zum Schulhof nach einer langen Zeit der Einrüstung der Fassade fertiggestellt worden. Bautechnisch ist die Schule kein Sanierungsfall. „Aber wir haben Feuchtigkeitsprobleme durch eindringendes Wasser.“ Am Haupthaus, vor allem aber an einem der beiden Pavillons, dessen Dach leckt.

Dank steigender Schülerzahlen und Zuwanderer stößt Am Stadtpark mit seiner Kapazität an Grenzen. Iris Nüsken verweist auch auf den Offenen Ganztag (OGS), der 175 Plätze offeriert, aber überbelegt ist. Eine Warteliste zeugt davon, dass viele Eltern im dicht besiedelten Stadtkern händeringend suchen, aber leer ausgehen. 2026 greift in NRW der Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz. Dass diese Vorgabe erfüllt werden kann, danach sieht es momentan nicht aus.

Die Fakten liegen dank Schulentwicklungsplaner Lexis & Garbe auf dem Tisch und es sind nur vier Jahre bis zum Tag X. Zusätzlicher Raum muss gewonnen werden. An den meisten Remscheider Schulen werden umfangreiche Bauaktivitäten vonnöten sein. „Die Stadt Remscheid muss an dieses Problem rangehen, jetzt“, findet Iris Nüsken.

Im Dezember 1991 absolvierte sie ihr Referendariat an der GGS Am Stadtpark, zwei Jahre später trat sie ihre erste Stelle in der Hindenburgstraße 94 an. Seit 29 Jahren ist sie ihre berufliche Heimat, als Nachfolgerin von Karl-Heinz Bohl lenkt Nüsken die Geschicke der Grundschule. 2011 wurde Am Stadtpark Schule des gemeinsamen Lernens und stärkte den Inklusionsgedanken, mit Beginn der Flüchtlingswelle 2015 zählt es zu den Herausforderungen, Seiteneinsteiger in größerer Zahl zu integrieren. Dies geschieht an den Remscheider Grundschulen ohne die Auffangklassen, die an den weiterführenden Schulen eingerichtet wurden. Die direkte Einbindung von Flüchtlingen in die Klassengemeinschaften bei parallel laufender Förderung, vor allem in Deutsch, hat Vor- und Nachteile. Letztere schlagen besonders dann durch, wenn die Neuen nicht zu Beginn des Schuljahres kommen. Im Falle der ukrainischen Kinder war dies so. Integration im laufenden Unterrichtsjahr ist eine zumindest ambitionierte Sache. Ganz schwierig wird es, wenn Kinder, die in einer Klasse nicht mitkommen, wiederholen müssen, aber bei den nachrückenden Klassen alles voll ist, freie Plätze fehlen. „Das ist ein Problem, das es an den Innenstadt-Schulen allgemein gibt“, beobachtet Iris Nüsken.

Gefragt nach einem Wunsch für die Zukunft, sagt sie, neben der Wiederaufnahme des vielfältigen (Bewegungs-)Pausenangebots: „Dass wir die Schule richtig aufstellen können für die Bedarfe von OGS, Inklusion, Seiteneinsteigern und dem herkunftssprachlichen Unterricht.“

Alt-Remscheid: Starker Stadtteil zeigt auch Schwächen

Aufholzeit

Das kommende Schuljahr steht weiter im Zeichen des Aufholens. „Als die Erstklässler 2021/22 eingeschult wurden, waren die Defizite unübersehbar. Vielen fehlte die Kita-Präsenz, bei den sozialen Bindungen war viel verloren gegangen“, meint Iris Nüsken. Die Devise lautete: „Alle Zeit nehmen, damit die Kinder in Ruhe ankommen können.“ 2022/23 plant das 20-köpfige Kollegium einen Aktionstag, dessen Inhalt zurzeit noch nicht öffentlich werden soll.

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