Pandemie

Für Corona-Schnelltests fehlt noch die Infrastruktur

Der Corona-Walk-In an der oberen Alleestraße hat nach wie vor geöffnet. Täglich wird im dreistelligen Bereich getestet. Foto: Roland Keusch
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Der Corona-Walk-In an der oberen Alleestraße hat nach wie vor geöffnet. Täglich wird im dreistelligen Bereich getestet.
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Corona-Walk-In an der oberen Alleestraße könnte einer der Anbieter werden – Das Land zahlt 18 Euro pro Test.

Remscheid. Vorerst gibt es für die bundesweiten PoC-Schnelltest-Pläne kein grünes Licht. Ab März wollte sie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zu einem wichtigen Baustein machen, um Infektionsketten zu unterbrechen. ZotzKlimas, Betreiber des Walk-Ins an der oberen Alleestraße, stellt sich darauf ein, sofort anbieten zu können, wenn der Bund nach Absprache mit den Ländern die Weichen gestellt hat. „Wenn diese Schnelltests zum Standard werden, ziehen wir natürlich mit. Wir hoffen, Mitte März loslegen zu können“, erklärt Torben Rolf Vogler, Projektleiter für die elf Walk-In-Standorte, die ZotzKlimas in Nordrhein-Westfalen und Bremen betreibt. Dort führt das Unternehmen PCR-Tests durch.

Die kostenlosen Schnelltests erfordern neben den Impfungen einen zusätzlichen hohen organisatorischen Aufwand. Neben der Bereitstellung der Tests ist ungeklärt, wie sie massenhaft durchgeführt werden können. Dies erfuhr Krisenstabsleiter Thomas Neuhaus am Montag bei einer Videoschalte mit NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Die Point-of-Care-Tests (PoC) sollen kommen, so viel steht nach den Informationen aus Düsseldorf fest. 800 Millionen Tests sollen für Deutschland geordert worden sein. Dies wird es auch möglich machen, Lehrer und Erzieher noch regelmäßiger auf Corona zu checken.

Das Land NRW wird 18 Euro pro Test zahlen. „Uns ist gesagt worden, dass 2,5 Prozent der Bevölkerung das Angebot annehmen“, meint Thomas Neuhaus, der das zusätzliche Angebot grundsätzlich für positiv hält, reagiert aber zurückhaltend: „Wir werden uns dem nicht verschließen, aber zunächst muss vor Ort eine Test-infrastruktur aufgebaut werden.“ Als fachlich versierte Anbieter für die Tests kämen Apotheker und Ärzte infrage, aber auch private Anbieter.

Das medizinische Institut ZotzKlimas (Düsseldorf) wäre ein solcher. Auch dort herrscht Vorsicht: „Es gibt momentan weder feste Zusagen zur Vergütung noch zur Kostenübernahme“, erklärt Torben Rolf Vogler. Auch wenn der anfängliche Hochbetrieb nach den Herbstferien 2020 abgeebbt ist, registriert ZotzKlimas in dem Walk-In-Container neben der Zangenskulptur bei der täglichen Kundenfrequenz Konstanz.

Walk-In in Remscheid: Tägliche Zahlen bewegen sich im dreistelligen Bereich

ZotzKlimas veröffentlicht keine absoluten Zahlen, gleichwohl heißt es: „Wir bewegen uns täglich im dreistelligen Bereich.“ Die PoC-Schnelltests, die nach einer Viertelstunde das Ergebnis „positiv“ oder „negativ“ liefern, würden ZotzKlimas zusätzliche Probanden bringen. Mehr Kunden bedeute mehr Aufwand und möglicherweise räumlich eine Umstrukturierung. Denkbar, dass ein zusätzlicher Container an der oberen Allee aufgestellt oder die Aufteilung im Container mit zwei Abstreichkabinen und zwei Test-Anmeldeschaltern geändert werden muss.

Interessant könnten für ZotzKlimas auch die „Ultra-PCR-Tests“ werden, die Ergebnisse nicht binnen 24 bis 36 Stunden liefern, sondern schon nach zwei Stunden. Dafür müsse aber erst eine Zertifizierung der Tests vorliegen und die Frage der Wirtschaftlichkeit geprüft werden, meint Vogler. Ein normaler PCR-Test kostet 75 Euro.

Hintergrund

Der Walk-In an der oberen Alleestraße ist montags bis samstags von 8 bis 17 Uhr geöffnet. Sechs Mitarbeiter führen in dem Container im Schichtsystem PCR-Tests durch. Diese kosten 75 Euro und sind mit EC-Karte zu zahlen. Vorab-Termine werden nicht gemacht. Wer einen zügigen Ablauf wünscht, gibt auf der Homepage „www.zotzklimas.de“ online seine persönlichen Daten ein, generiert einen QR-Code, der dann wiederum im Walk-In abgelesen wird. So wird beim Ablauf Zeit gespart.

Standpunkt

andreas.weber@rga-online.de

Ein Kommentar von Andreas Weber

Wie sich die Schnelltest-Strategie mit Leben füllen lässt, wird kommende Woche beim Bund-Länder-Treffen besprochen. Erst danach wird es ein Öffnungsszenario geben. Seit vergangenem Herbst sind die Corona-Antigen-Schnelltests schrittweise ausgedehnt worden. Genutzt werden sie in Pflegeheimen, Krankenhäusern, Schulen und Kitas. Bislang obliegt der unangenehm piksende Abstrich im Nasen-/Rachenraum geschultem Personal. Ein großflächiger Einsatz mit einer Explosion der Tests würde etwas mehr Sicherheit bringen, aber auch mehr Manpower in Remscheid erfordern. Diese verlangt Vorbereitung. Der Krisenstab muss nun daran arbeiten, die Voraussetzungen zu schaffen. Wie bei so vielen neuen Herausforderungen, wird am Ende dieser Baustein bei der Covid-Bekämpfung in Remscheid ausgeweitet werden. Er soll nur die Vorstufe für die Selbsttests sein, die zu Hause eingesetzt werden – ohne fachmännische Hilfe. Ob diese von Laien zuverlässig angewendet werden können, ist derzeit noch offen. Fest steht nur, dass positive Schnelltests weiter durch PCR-Tests im Labor bestätigt werden müssen.

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