Tipps vom Experten

Frühlingsanfang: Das ist jetzt im Garten zu tun

Ziersträucher sollten nach der Blüte beschnitten werden, sagt Gärtnermeister Klaus Nöske (l.). In der Alten Stadtgärtnerei streckt der Rhabarber gerade seine Köpfe aus dem Boden (o. r.). Wer ein Hochbeet hat, sollte jedoch die Eisheiligen abwarten, um zu pflanzen. In dieser Ungras-Blüte sind 150 Samen enthalten. Sie sollten aus Töpfen und Beeten entfernt werden (r.). Fotos: Roland Keusch
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Ziersträucher sollten nach der Blüte beschnitten werden, sagt Gärtnermeister Klaus Nöske.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Schneiden, aufhacken, pflegen: Gärtnermeister Klaus Nöske (53) von der Alten Stadtgärtnerei gibt Tipps für die Oase daheim.

Remscheid. Zum kalendarischen Frühlingsanfang am Sonntag, 20. März, hat sich die Sonne angekündigt. Wie passend – denn viele Hobbygärtner wollen dann sicher ihre Heim-Oase frischmachen. Gärtnermeister Klaus Nöske (53) von der Alten Stadtgärtnerei erklärt exklusiv im RGA, was jetzt im Garten getan werden kann.

Ziersträucher schneiden: Erst einmal schickt der Experte eine Warnung raus: Es herrscht Brut- und Setzzeit. Radikale Gehölzschnitte sind vom 1. März bis 31. Oktober verboten, um nistende Vögel zu schützen. Leichtes Beischneiden sei okay. Grundsatz: „Keinen Zierstrauch am Boden absäbeln, wenn er grün ist.“ Beispiel: Freilandfuchsie. Diese könne man nun nach dem Winter zu zwei Drittel zurückschneiden. „Einfach alles oben zusammenhalten – sieht aus wie ein Bubikopf – und jetzt abschneiden.“ Hortensien schneide man jetzt nicht. Und bei Stauden? „Das trockene, vergammelte Zeug abnehmen, das Grün aber stehenlassen.“

Aus den abgeschnittenen Ästen kann eine Benjeshecke entstehen.

In der Alten Stadtgärtnerei streckt der Rhabarber gerade seine Köpfe aus dem Boden. Wer ein Hochbeet hat, sollte jedoch die Eisheiligen abwarten, um zu pflanzen.

Und was ist mit dem Schnitt an sich? Wann schneide ich? Eine pauschale Schnittanleitung kann er nicht liefern, sagt der Experte – jede Pflanze ist unterschiedlich. Daher lautet der Tipp des Gärtnermeisters: „Ich richte mich nach der Blütezeit. Wenn die Blüten verblüht sind, schneide ich sie ungefähr zwei Wochen später mit der Heckenschere bei.“ Ansonsten zerstöre der Hobbygärtner zum falschen Zeitpunkt eine wichtige Lebensader. Das grundsätzliche Motto lautet: So wenig wie nötig.

So funktioniert es mit dem privaten Grünschnitt

In dieser Ungras-Blüte sind 150 Samen enthalten. Sie sollten aus Töpfen und Beeten entfernt werden.

Pflege: In der Alten Stadtgärtnerei werden in diesen Tagen „Töpfe geputzt“. Das könnten Hobbygärtner nun ebenfalls tun. Was heißt das? „Wir entfernen die Wildkräuter und Ungräser aus den Töpfen.“ Denn diese wüchsen bereits bei drei bis fünf Grad – und verteilten ihre Samen dann munter überall. „In dieser einen Blüte Ungras sind 150 Samen enthalten“, zeigt Klaus Nöske einen der Übeltäter hoch. „Unkraut“ ist übrigens politisch inkorrekt.

Vorbereitende allgemeine Maßnahmen: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um dem Boden etwas Liebe zu schenken. „Der Boden zwischen den Pflanzen kann jetzt leicht aufgehackt werden.“ Dadurch bricht der Boden auf – und er kann wieder mehr Wasser aufnehmen. Was den Pflanzen wieder zugutekommt.

„Das hilft dem Kompost, alles richtig zu verdauen.“

Klaus Nöske

Kompost: Viele Familien haben in ihrem Garten Lagerflächen für Schnittgrün – einen Komposter. „Gut verwertbare Erde zu produzieren, ist eine Kunst“, weiß der Experte. Auch hier könne jetzt ein bisschen gelockert werden – es muss Luft rein, damit sich die guten Bakterien schön verteilen können. Für die Johannisbeere sei jetzt beispielsweise der ideale Zeitpunkt, Dünger aus dem Kompost auszubringen. „Der Dünger kommt auf den frostigen Boden um die Pflanze herum. Taut es, ziehen automatisch die Nährstoffe mit dem Wasser in den Boden ein.“ Nach drei bis sechs Wochen nehme er den Rest des Komposts, der liegengeblieben ist, wieder weg. Wohin damit? Wieder ab auf den Kompost. Ein schöner Kreislauf. Tipp: Zwischen jede Schicht eine Handvoll Erde geben. „Das hilft dem Kompost, alles richtig zu verdauen.“

Hochbeet: Erde ausgleichen, anlüften und düngen ist jetzt auch im Hochbeet angesagt. „Wenn noch verholzende Kräuter drin sind, erst einmal prüfen, bis wohin sie grün sind.“ Und wie? „Einfach mit dem Nagel an der Außenhaut kratzen – dann sieht man, ob es grün ist.“ Trockene Spitzen könnten weg. Wie beim Friseur. Hochbeet-Freunde sollten die Eisheiligen abwarten, bis sie neue Pflanzen setzen.

Naturnaher Garten: Grundsätzlich solle man auf insektenfreundliche Pflanzen setzen: solche mit Pollennektar. Und: „Im Sommer blüht alles. Daher brauche ich etwas für Frühling und Herbst.“ Winterheide, Winterjasmin oder die wohlriechende Heckenkirsche seien eine gute Wahl.

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Der Experte

Klaus Nöske (53) wuchs am Rande von Radevormwald auf, die Familie baute Gemüse an. „Der grüne Daumen ist mir mitgegeben worden“, sagt er. Seit dem 16. Lebensjahr ist er „im grünen Bereich“ tätig. Der gelernte Rosen-Baumschulist ließ sich zum Gärtnermeister Bereich Baumschule Schwerpunkt Beratung und Verkauf ausbilden und war selbst Ausbilder in Frechen im Bereich Zierpflanzenbau. Seit April 2017 leitet er die Alte Stadtgärtnerei der Arbeit Remscheid am Carl-Hessenbruch-Weg. Er ist dort der einzige Gärtner. Aktuell arbeiten in der Alten Stadtgärtnerei fünf Festangestellte und acht Teilnehmer von Maßnahmen. Platz gebe es für bis zu 20 Teilnehmer.

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