Sanierung lässt auf sich warten

Im Frühjahr wird die Bökervilla entrümpelt

Hier soll zum Beispiel ein Bistro entstehen: Im Bökerpark ist dazu ein moderner Glasbau geplant. Foto: Doro Siewert
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Hier soll zum Beispiel ein Bistro entstehen: Im Bökerpark ist dazu ein moderner Glasbau geplant.

Die Bökervilla sucht einen Gastronomen für den Park.

Von Axel Richter

Remscheid. Die Abrissgenehmigung liegt vor. Für das Innere der Bökervilla, versteht sich. Nicht für das denkmalgeschützte Gebäude selbst. Darin sollen schließlich einst Existenzgründer in Co-Working-Spaces arbeiten, weshalb das Interieur, das den Charme der 70er und 80er versprüht, aus dem Gebäude herausgefegt werden soll. Doch auch eineinhalb Jahre nach dem Verkauf des einst städtischen Gebäudes hat die Firmengruppe Küpper, die die Villa für 280 000 Euro erworben hatte, noch nicht mit der Sanierung begonnen.

In der Remscheider Kommunalpolitik sorgt das weiterhin für Argwohn. Bereits im vergangenen Jahr zeigten sich sowohl die CDU als auch die Linkspartei skeptisch. Aktuell fragt die Wählergemeinschaft WiR die Verwaltung nach dem Stand der Dinge. Die hegte zurückliegend indes keine Zweifel daran, dass es Küpper mit seinem Projekt ernst ist.

Das versichert im RGA-Gespräch auch Juliane Horn, Prokuristin der Küpper Bros. Produkt- und Projektentwicklung GmbH & Co. Dennoch hat das Unternehmen bis heute noch keinen Bauantrag bei der Stadt Remscheid eingereicht. Der Grund heißt auch hier Corona. „Wir finden in der Krise einfach keinen Gastronomen“, sagt Juliane Horn.

„Unser Elektriker befindet sich komplett in Quarantäne.“
Juliane Horn, Firmengruppe Küpper

Der ist freilich vonnöten. Hintergrund: Küpper will am Standort nicht nur Büros für Existenzgründer entstehen lassen, sondern auch einen Gastronomiebetrieb. Der soll als moderner Glasbau im Bökerpark entstehen und zugleich Ort für Treffen und Veranstaltungen sein. Doch jeder Gastronom habe seine eigenen Vorstellungen, was die baulichen Voraussetzungen angehe, sagt Juliane Horn. Mit anderen Worten: Es soll nicht am künftigen Küchenchef vorbeigeplant werden.

In der Corona-Pandemie geben sich investitionsbereite Gastronomen freilich nicht unbedingt die Klinke in die Hand. Im Gegenteil: „Wir hatten ja einen“, berichtet Juliane Horn. Allerdings sei der kurz vor einer Einigung abgesprungen. „Wer heute in der Gastronomie arbeitet, der sieht zunächst zu, dass er das halten kann, was er hat.“

Wann die Bauarbeiter anrücken, um dem Bökerpark zum Beispiel mit einem Bistro aufzuwerten und der Gründervilla ihren alten Glanz zurückzugeben, hängt also mit dem Ende der Pandemie zusammen. Prognosen dazu wagte am Dienstag freilich weder die Firma Küpper noch die Remscheider Stadtverwaltung.

Immerhin: Im Frühjahr soll mit dem Entkernen des Gebäudes begonnen werden. Bislang sind die Entrümpler des Wetters wegen der Villa ferngeblieben. „Bei solch alten Gebäuden muss unbedingt verhindert werden, dass Feuchtigkeit und Kälte hineingetragen werden“, sagt Juliane Horn. „Das verzeiht ein altes Parkett nicht ohne weiteres.“

Dabei hat das Gebäude bereits Schaden genommen. Eineinhalb Jahre nach dem Verkauf haben Dach und Fassade Regenwasser eindringen lassen. Mit Plastikplanen wurden die Löcher in der Dachhaut vorläufig gestopft. Frostschäden seien deshalb nicht zu befürchten, sagt Juliane Horn.

Darüber ist sie froh, denn auch Handwerker sind derzeit nicht gerade leicht zu bekommen. „Unseren Elektriker, mit dem wir zum Beispiel die Bökervilla neu verkabeln wollen, ist nicht zu erreichen. Der ganze Betrieb befindet in sich Quarantäne.“

Das Gebäude

Die Bökervilla beherbergte bis 2017 die städtische Musik- und Kunstschule. Die zog um, die Villa wurde verkauft. Auch der Remscheider Verein Gründerschmiede zeigte damals Interesse, doch die Firma Küpper erhielt den Zuschlag.

Die Bökervilla hat Schaden genommen. Gut ein Jahr nach dem Verkauf des denkmalgeschützten Gebäudes mit Blick auf den Friedrich-Ebert-Platz durch die Stadt Remscheid lassen Dach und Fassade Regenwasser eindringen.

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