Wiedereröffnung

Friseure fiebern dem Neustart entgegen

Tanja Heilmann, Inhaberin des Friseursalons Haarstil an der Hindenburgstraße freut sich, genau wie ihr Team (Fotos auf der Trennwand), nach zweieinhalb Monaten Zwangspause am Montag wieder öffnen zu dürfen. Foto: Roland Keusch
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Tanja Heilmann, Inhaberin des Friseursalons Haarstil an der Hindenburgstraße freut sich, genau wie ihr Team (Fotos auf der Trennwand), nach zweieinhalb Monaten Zwangspause am Montag wieder öffnen zu dürfen.

Volle Terminbücher sorgen für Vollbeschäftigung in den Salons. Diese bereiten sich mit Hygienekonzepten auf den Andrang der Kunden vor.

Von Sabine Naber

Remscheid. „Frau Merkel hatte den Satz, dass die Friseursalons ab dem 1. März wieder öffnen dürfen, noch nicht ganz beendet, da klingelte bei mir schon das Telefon. Und dann ging es bis kurz vor Mitternacht so weiter“, erzählt Rosie Calvo, Inhaberin des Salons „Cut by Calvo“ am Richard-Lindenberg-Platz, und lacht. Aber ebenso überglücklich wie ihre Kundinnen und Kunden waren auch die Chefin und ihr Team, dass es endlich wieder losgehen darf.

Seit dem 16. Dezember mussten die Friseursalons wegen der Corona-Pandemie geschlossen bleiben. „Das war eine harte Zeit für uns. Ich habe meine fünf Mitarbeiterinnen in Kurzarbeit schicken müssen und einen Kredit aufgenommen, um weitermachen zu können“, schildert Rosie Calvo die Situation.

Remscheid: „Cut by Calvo“ ist vorbereitet auf die Kunden - mit Hygienekonzept

Sie habe alle ihre „Mädchen“ behalten und deshalb unbedingt weiterkämpfen wollen. Schließlich sei man in 19 Jahren wie eine Familie zusammengewachsen. Bis weit in den April hinein sind schon alle Termine zum Schneiden, Färben und Föhnen an die Stammkundschaft vergeben. „Cut by Calvo“ eröffnet am Dienstag, 2. März, denn es soll hier auch zukünftig eine geregelte Fünf-Tage-Woche geben.

Die Chefin hat, um die Auflagen zu erfüllen, beispielsweise Trennwände dazu gekauft. Weil wegen der neuen Regeln für jeden Kunden zehn Quadratmeter zur Verfügung stehen sollen, mussten die Arbeitsplätze um die Hälfte reduziert werden. Die Friseurstühle, die zurzeit nicht mehr benutzt werden dürfen, habe sie in den Keller gestellt.

„Ich habe meine Mitarbeiterinnen mit FFP2-Masken ausreichend ausgestattet, und die Kunden werden schon vor der Tür von uns empfangen, damit sie sich möglichst gar nicht begegnen. Durch die aufwendigen Hygienemaßnahmen müssen wir für jeden Kunden rund 15 Minuten mehr einplanen.“

Remscheid: Bei Coiffeur Marcello wird in Schichten gearbeitet

Auch bei Tanja Heilmann im Salon „Haar-Stil“ an der Hindenburgstraße stand das Telefon nicht still. „Ich habe mich wie verrückt auf die Wiedereröffnung gefreut“, gibt die Chefin zu. Schließlich sei sie seit 30 Jahren selbstständig, und so manche Kundin würde sie seitdem jede Woche in ihrem Salon sehen.

Während der langen Wochen, als der Laden geschlossen bleiben musste, sei sie mit Shampoo und Wicklern, Ansatzfarbe, Pinsel und Handschuhen zu ihren Stammkundinnen gefahren. „Viele haben sowas doch nicht zu Hause. Da war ich froh, ihnen wenigsten die Sachen, die sie brauchen, bringen zu können.“

Wegen der Zehn-Quadratmeter-Regel hat Tanja Heilmann kurzentschlossen noch einen Raum dazu genommen, um alle Kunden bedienen zu können. „Mit mir sind wir zu viert. Und ich will ja, dass das so bleibt. Auch meiner Auszubildenden gegenüber habe ich ja Verantwortung. Sie musste seit Dezember an Puppenköpfen üben, denn es geht bei ihr auf die Prüfung zu.“

„Starke Nerven mussten wir haben. Jeden Tag haben wir Termine vergeben und sind jetzt bis Ende März ausgebucht“, sagt Wolfgang Helmich, Geschäftsführer bei „Coiffeur Marcello“ in Lennep. „Wir arbeiten in Schichten. Die einen vormittags ab acht Uhr, die anderen nachmittags bis 20 Uhr. Auch montags. Denn durch die neuen Regelungen dürfen ja nicht mehr so viele Kunden gleichzeitig ins Geschäft“, schildert Helmich den Ablauf.

Er habe „tief ins Portemonnaie“ gegriffen, beispielsweise einen Luftreiniger gekauft, damit sich die Kunden auch in diesen Zeiten wohlfühlen könnten. Einen kleinen Aufenthaltsraum habe er umgestaltet für Kunden, die ein gesundheitliches Risiko, wie eine Krebserkrankung hätten. „Sie sollen ja auch unbesorgt zu uns kommen“, betont der Friseurmeister. Natürlich würden alle nur mit FFP2-Masken arbeiten. „Und Maskenverweigerer werden wir nicht bedienen.“

Regeln für Friseursalons

Die Friseursalons dürfen ab 1. März wieder öffnen. Und wie in vielen Bereichen des Alltags gilt auch hier, die Pflicht zu medizinischen Masken, also OP-Masken oder FFP2-Masken. Die besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes müssen eingehalten werden, für jede Kundin, jeden Kunden muss zehn Quadratmeter Platz in dem Geschäft vorhanden sein. Ohne Reservierung dürfen keine Kunden bedient werden, damit die Rückverfolgung gewährleistet ist.

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