Ein Kilo Haar filtert acht Kilo Öl aus dem Meer

Aktion „Hair help the Oceans“: Friseursalon sammelt Haare für die Ozeane

Sabine Erber sammelt in ihrem La-Biosthétique-Salon an der Theodor-Körner-Straße Schnitthaare für „Hair help the Oceans“.
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Sabine Erber sammelt in ihrem La-Biosthétique-Salon an der Theodor-Körner-Straße Schnitthaare für „Hair help the Oceans“.
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Sabine Erber setzt sich für die Umwelt ein.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Tonnenweise Haarreste von etwa 83 000 Friseursalons in Deutschland landen pro Jahr im Restmüll. Denn nur wenige Haare sind auch für Perücken geeignet. Das wollten Emidio Gaudioso vom Salon „Emidio Xsesso Hair“ in Bückeburg und Unternehmensberater Thomas Keitel aus Würzburg nicht hinnehmen - und starteten die Aktion „Hair help the Oceans“. Vorbild ist der französische Verein „Coiffeure Justes“, der die Haare in alte Nylonstrümpfe füllt, diese zu Rollen bindet und dann als Filter in verschmutzten Gewässern einsetzt.

Die Saugfunktion des Haares zieht das Öl, Treibstoffreste und Sonnenmilch aus dem Wasser. Der Filter wird anschließend gereinigt und kann bis zu achtmal wiederverwendet werden, erklären die Gründer. Ein Kilogramm Haar könne bis zu acht Kilogramm Öl filtern. Die Haarfilter werden weltweit eingesetzt: in Seen und Gewässern, vor Industriegebieten und an Küsten.

Sabine Erber ist derzeit die einzige Friseurin, die aus Remscheid mitmacht. Ihr liegt der Umweltschutz am Herzen. „Ich achte ohnehin darauf, mit meinem Salon klimaneutral zu sein - wir trennen Müll, verwerten alles und beziehen Bio-Strom“, erklärt die Remscheiderin, die den Salon in der Theodor-Körner-Straße 1 vor 15 Jahren von ihrem Chef übernahm. Vorher arbeitete sie hier schon mit ihm zusammen. Aktuell suche sie noch jemanden, bei dem sie Aluminium von Farbtuben und Foliensträhnen entsorgen könne.

So nachhaltig ist Remscheid

Vier Papiersäcke voll Haare hat Erber schon gesammelt, ein Bote hole diese ab. „Es ist dabei egal, ob die Haare gefärbt sind oder nicht - die Saugleistung haben sie immer“, erklärt sie. Die Kunden seien begeistert. Letztens kam sogar ein Grundschüler in ihren Salon. „Und er kam von weiter weg.“ Denn der Junge hatte im Zuge einer Schularbeit recherchiert - und war auf die Aktion gestoßen. Also ließ er sich in Remscheid die Haare schneiden - um seinen Teil für den Umweltschutz zu leisten.

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