Tante-EMA-Laden

Friedrich Engels Preis geht ans EMA

Das Gemälde des Künstlers H. O. (Horst-Olaf) Schmidt (v. l.) ist Teil des Preises, den der Vorstand des Tante-EMA-Ladens bekommt: Lena Gradante, Chiara Carbonaro, Iman Boumlal und Nisa Malkoc. Foto: Alexandra Dulinski
+
Das Gemälde des Künstlers H. O. (Horst-Olaf) Schmidt (v. l.) ist Teil des Preises, den der Vorstand des Tante-EMA-Ladens bekommt: Lena Gradante, Chiara Carbonaro, Iman Boumlal und Nisa Malkoc.

Die Schülergenossenschaft des Gymnasiums bereitet junge Menschen auf das Leben vor.

Von Alexandra Dulinski

Remscheid. Die Schülerinnen und Schüler des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums dürfen sich über eine besondere Auszeichnung freuen: den Friedrich Engels Preis. Den vergibt die Konsumgenossenschaft Vorwärts Münzstraße e. V. in Wuppertal erstmalig anlässlich des Engelsjahres 2020 – und zeichnet damit die Schülergenossenschaft des Tante-EMA-Ladens aus. In dem Schulkiosk integrieren die Schüler nachhaltige und fairgehandelte Produkte in den Alltag ihrer Mitschüler und Lehrer. Dafür arbeiten sie mit der Volksbank im Bergischen Land und der Fair Trade Company Gepa zusammen.

Zum 1. Januar wird das EMA in EMMA umbenannt.

Bei der Arbeit fallen die Unterschiede weg, es gelten nur die Gemeinsamkeiten.

Iman Boumlal, Vorstand

„Friedrich Engels hat unser Wirtschaftssystem analysiert, den Kapitalismus. Er hat vorhergesagt, dass solidarisches und kooperatives Wirtschaften kommen wird“, erklärt Arno Mersmann von der Konsumgenossenschaft. Viele seiner Anhänger hätten sich daraufhin zusammengeschlossen: Die Genossenschaften entstanden.

„Arbeiterfamilien hatten es schwer, sich damals mit Lebensmitteln zu versorgen. Deswegen wurden die Konsumgenossenschaften gebildet“, berichtet Mersmann.

Um Lebensmittel geht es auch beim Tante-EMA-Laden. „Uns war ganz wichtig, dass die Schüler mit anderen Genossenschaften zusammenarbeiten, die ähnlich denken“, sagt er. Aus 20 seit 2008 neu gegründeten Genossenschaften im Bergischen Land wurde deshalb der Tante-EMA-Laden ausgewählt. Das junge Engagement möchte die Konsumgenossenschaft fördern. Denn gerade die Schüler sollen den Gedanken, solidarisch zu arbeiten, weiterführen.

Damit sind die Schüler Vorbild, „nicht nur für uns, sondern auch für die junge Generation“, sagt Künstler Horst-Olaf Schmidt, der mit seinem Kunstwerk, das das EMA gewonnen hat, „Engels aus der Schmuddelecke des Kommunismus rausholen“ will, wie er sagt.

Als die Schülergenossenschaft 2017 gegründet wurde, war die Dimension, die der Tante-EMA-Laden annehmen würde, noch nicht vorherzusehen, sagt Christian Fried, Generalbevollmächtigter der Volksbank und Aufsichtsratvorsitzender der Schülergenossenschaft. Durch die Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft sei in den vergangenen Jahren vieles auf der Strecke geblieben. „Dass die Genossenschaft neben der Schule in der Freizeit betrieben wird, verdient umso mehr Respekt“, sagt er. „Ihr Schüler werdet auf die Ellenbogengesellschaft vorbereitet.“ Denn schnell wurde klar: Der Tante-EMA-Laden ist eine kleine Firma mit Höhen und Tiefen, ganz wie im echten Leben.

Den Schülerinnen ist vor allem eins besonders wichtig: Nachhaltigkeit. Unter ihren Mitschülern mussten sie erst einmal für fairgehandelte Produkte werben, erklärt Nisa Malkoc, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Schülergenossenschaft. „Das war noch nicht populär. Dann haben wir Produkte zum Testen herausgegeben“, sagt sie.

Seitdem finden auch Workshops und Infoveranstaltungen für die Schüler statt. „Wir wollen die ganze Schule damit anstecken und mit einbeziehen“, sagt Vorstandsvorsitzende Iman Boumlal. „So unterschiedlich wir alle sind, bei der gemeinsamen Arbeit fallen die Unterschiede weg, es gelten nur die Gemeinsamkeiten“, sagt sie.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz hofft, dass diese Art der Solidarität viele Nachahmer findet.

Hintergrund

Mitglieder: Zur Schülergenossenschaft des EMA-Gymnasiums zählen inzwischen 270 Mitglieder.

Abteilungen: Die Abteilungen Verkauf, Produktion/Innovation, Marketing, Buchhaltung, Lager und einige mehr werden in der Genossenschaft vereint.

Ausstellung: Die Ausstellung zur Konsumgenossenschaft, Münzstraße 51, in Wuppertal-Barmen, ist jeden ersten Sonntag und Mittwoch im Monat von 16 bis 18 Uhr geöffnet.
https://t1p.de/xqko

Das EMA intensiviert individuelle Förderung.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Tierheim in Remscheid ist ab sofort geschlossen
Tierheim in Remscheid ist ab sofort geschlossen
Tierheim in Remscheid ist ab sofort geschlossen
Wenn „Querdenker“ den Betrieb stören
Wenn „Querdenker“ den Betrieb stören
Wenn „Querdenker“ den Betrieb stören
Abellio gibt die S 7 Ende Januar auf
Abellio gibt die S 7 Ende Januar auf
Abellio gibt die S 7 Ende Januar auf
Lärmbelästigung durch Poser: Beim Vorbild klappt es bisher ganz gut
Lärmbelästigung durch Poser: Beim Vorbild klappt es bisher ganz gut
Lärmbelästigung durch Poser: Beim Vorbild klappt es bisher ganz gut

Kommentare