Verkehr

Friedrich-Ebert-Platz: Abriss und Umbau starten jetzt

Das Betriebsgebäude wird bald abgerissen. Archivfoto: Roland Keusch
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Das Betriebsgebäude wird nun abgerissen.
  • Frank Michalczak
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Jetzt geht es los: Der Busbahnhof in der Remscheider Innenstadt wird komplett umgebaut. Was geplant ist, was mit dem Tunnel unter der Elberfelder Straße geschieht und was das Ganze kosten soll.

Remscheid. Am Montag, 11. Oktober, startet der lang ersehnte Umbau des Busbahnhofs auf dem Friedrich-Ebert-Platz. Los geht es mit dem Abriss des Betriebsgebäudes der Stadtwerke.

Weil für die Arbeiten zusätzliche Flächen benötigt werden, wird der Bussteig B verlegt, die Bussteige B1 und B2 auf den Bussteig A1/A2, der Bussteig B3 auf den Bussteig A5. Auch beim Fahrplan gibt es einige Änderungen. Unter anderem wurde die Endhaltestelle an die Hochstraße verlegt - sodass dort nun auch ein Toilettenhäuschen für die Busfahrer platziert wurde. Der Standort vor einer Boutique sorgt für Diskussionen.

An dieser Stelle beantworten wir noch einmal die wichtigsten Fragen zum Thema.

Warum wird der Busbahnhof denn überhaupt umgebaut?

Das Projekt ist Teil des Reaktivierungsprogramms für die Remscheider Innenstadt, das der Stadtrat 2014 beschlossen hatte. Der Busbahnhof wurde damals ins Visier genommen, weil er den Planern in seiner jetzigen Form nicht mehr zeitgemäß erschien. Statt Betonwüste setzten sie schon früh einen Akzent auf einen zusätzlichen Stadtplatz mit viel Grün, der Aufenthaltsqualität bieten soll.

Der Verkehrsraum für die Busse wird dafür deutlich verkleinert. Bei einem Ideenwettbewerb setzte sich ein Planungsbüro durch, das als markantes Gestaltungselement eine überdachte Wartezone in Form eines geschwungenen Hockeyschlägers vorschlug. An diesen Wettbewerb hat sich der Stadtrat bei der Umgestaltung gebunden.

Das Betriebsgebäude wird im Oktober abgerissen. In einigen Jahren soll die Unterführung verschwinden.

Wie teuer ist das Ganze?

Das Land Nordrhein-Westfalen und der Bund stellen dafür rund 7,6 Millionen Euro zur Verfügung. „Es handelt sich um eine Hundertprozent-Finanzierung, ohne dass Remscheid einen Eigenanteil zahlen muss“, berichtet Stadtentwicklerin Christina Kutschaty. Zudem fließen rund vier Millionen Euro aus einer Pauschale für Öffentlichen Personennahverkehr in das Projekt.

Warum wird die Unterführung zum Ämterhaus dichtgemacht?

Das ist aus Sicht von Stadtplanerin Christina Kutschaty aus mehreren Gründen notwendig. „Zeitgemäße Stadtplanung verbannt die Fußgänger nicht mehr Untertage“, erklärt sie mit Blick auf den Tunnel, der ein weiteres Problem hat: Er ist sanierungsbedürftig, Wasser dringt ein. Zudem sei er alles andere als barrierefrei. Um aber Rampen einzubauen, die heutigen Richtlinien entsprechen, müsste der Beginn der Unterführung in die Mitte des Busbahnhofs verlegt werden. „Dafür gibt es aber keinen Platz. Zudem müssten im Tunnel Podeste errichtet werden, auf denen sich Rollstuhlfahrer oder ältere Menschen ausruhen können.“

Lässt sich der Tunnel nicht doch für die Nachwelt erhalten?

Nein, sagt Christina Kutschaty – allein schon, um künftige Schäden auf der darüber liegenden Elberfelder Straße zu vermeiden. Sie benötige „einen ordentlichen Untergrund“. Den soll es im Zuge des Umbaus geben: „Der Tunnel hat quasi einen Betondeckel, den wir anheben müssen, um darunter verdichtetes Material einzufüllen“, berichtet die Planerin. Das heißt: Passanten werden bei der Umbauphase am Friedrich-Ebert-Platz auf einen Meter tiefen Krater blicken. Der Tunnel wird durch zwei Fußgängerampeln auf der Elberfelder Straße ersetzt – in Höhe Ämterhaus und an der EMA.

Wann soll es denn losgehen?

Das kann noch dauern. Denn erst einmal muss ein Tiefbauplaner gefunden werden, der die vielfältigen Aufgabenstellungen aufeinander abstimmt und fein justiert. Im Anschluss gilt es, ein Bauunternehmen zu beauftragen, das Ganze umzusetzen. Im Sommer sprach Baudezernent Peter Heinze von einem Startschuss Ende 2022. Ob dies aber angesichts der Ausschreibungsfristen für die Tiefbauplanung und die anschließenden Auftragsvergabe eingehalten werden kann, ist ungewiss. Im besten Fall soll der neue Busbahnhof zum Jahreswechsel 2024/2025 fertig sein.

Was folgt nach dem Abriss des Betriebsgebäudes?

Es mal gar nichts: Für Leitstelle und Sozialräume schlossen die Stadtwerke für den Übergang einen Mietvertrag im Haus, Konrad-Adenauer-Straße 7. Im neuen Betriebsgebäude, das im Zuge des Umbaus entsteht, soll es auch einen Backshop geben. Ebenfalls vorgesehen: eine öffentliche Toilette.

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