Krieg und Frieden

Der Kontakt zur alten Heimat ist nie abgerissen

Prof. Mónica Dias mit ihrem ehemaligen Lehrer Hans Jürgen Roth.
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Prof. Mónica Dias mit ihrem ehemaligen Lehrer Hans Jürgen Roth.

Die Portugiesin Prof. Mónica Dias ist gebürtige Remscheiderin und Politikwissenschaftlerin. In Lennep hielt sie nun einen Vortrag über Frieden.

Von Lucas Hackenberg

Remscheid. „Ich werde hier in Remscheid immer das Gefühl haben zu Hause zu sein. Mein Herz ist untrennbar mit der Stadt verbunden.“ Mit diesen Worten leitete Mónica Dias in ihren Vortrag zum Thema „Frieden: Eine Herausforderung für das 21. Jahrhundert“ ein.

Im Rahmen der Hasenberger Gespräche kam die Dozentin aus Portugal ins evangelische Gemeindehaus an der Lenneper Hardtstraße, um einem interessierten Publikum ihre Forschung zu präsentieren.

Die Veranstalter des Abends waren sichtbar glücklich, Mónica Dias für den Vortrag gewinnen zu können. Dr. Moritz Baumstark vom katholischen Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid, Pfarrer Friedhelm Haun von der evangelischen Kirchengemeinde Remscheid-Lennep und Hans Jürgen Roth als Pfarrer und ehemaliger Religions- und Geschichtslehrer von Mónica Dias am Gertrud-Bäumer-Gymnasium, lauschten den Ausführungen der Professorin gebannt: „Ihre Vorträge und ihre Forschungsarbeit imponieren uns wirklich sehr. Über die Zusage von Frau Dias haben wir uns alle wirklich sehr gefreut“, so Moritz Baumstark.

Wir besuchen uns oft gegenseitig.

Mónica Dias über den Kontakt zu den Schulfreunden

Der Weg zurück nach Remscheid war dabei alles andere als ein schwerer Angang für die 54-Jährige. Immer, wenn sie kommt, fühle sie sich geborgen und heimisch, so Dias. Grund dafür war unter anderem auch diesmal ein Klassentreffen des Abi-Jahrgangs 1988, welches beim ehemaligen Lehrer „Hajü“, wie Roth liebevoll genannt wird, im Garten stattfand: „Mónica war schon damals eine außergewöhnlich intelligente Schülerin“, sagte der Pädagoge stolz.

Als 16-Jährige verließ Mónica Remscheid

1968 wurde Mónica Dias in Remscheid geboren und besuchte bis zur 10. Klasse das Gertrud-Bäumer-Gymnasium: „Meine Eltern sind 1965 nach Remscheid gekommen und wollten eigentlich gar nicht so lange bleiben. Aber meine Familie wurde hier so herzlich aufgenommen, dass sich die Entscheidung schnell änderte“, berichtete Dias.

In Portugal herrschten Mitte der 1960er-Jahre noch nahezu diktatorische Verhältnisse. Erst nach der Nelkenrevolution 1974 und der fortschreitenden Demokratisierung des Landes, entschieden sich Mónicas Eltern im Jahr 1984, zurück nach Monchique an der Algarve zu ziehen. Die damals 16-jährige Schülerin musste viele Freunde in Remscheid zurücklassen, stellte sich jedoch trotzdem optimistisch der neuen Herausforderung: „Auch wenn ich in einem anderen Land war, mit vielen Freunden aus Remscheid blieb ich ganz selbstverständlich in Kontakt. Wir besuchten uns oftmals gegenseitig“, erzählte Dias.

Nachdem sie 1987 ihr Abitur in Portugal ablegte, führte sie ihr Weg in die Hauptstadt Lissabon. Dort studierte sie zunächst Kulturwissenschaften und lernte nach einem Auslandsjahr an der Universität zu Köln am Goethe-Institut ihren Mann kennen, der ursprünglich aus Bremen kam. Gemeinsam kehrten sie nach Portugal zurück, und Mónica Dias wurde Professorin für Politikwissenschaft mit einem Schwerpunkt in Friedens-, Konflikt- und Demokratieforschung.

Das Referieren über die Etablierung des Friedens liegt ihr also genauso am Herzen, wie die erneute Rückkehr in ihre alte Heimat Remscheid. Die Vermittlung des Friedens abseits des Kriegsbegriffes sei eine große, aber keineswegs unmögliche Aufgabe unserer Zeit: „Frieden ist eine aktive und kontinuierliche Aufgabe der Menschheit und ist immer Verständigungs- und Verhandlungsarbeit“, führte Dias aus. Dass sie in Remscheid so viele Zuhörer fand, bezeichnete die „bergische Portugiesin“ gleich mehrfach als große Ehre.

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Zur Person

Die in Remscheid geborene Mónica Dias (54) besitzt einen Doktortitel in Politikwissenschaft und Internationalen Beziehungen und lehrt an der Katholischen Universität in Lissabon. Ihr Vortrag nahm Bezug auf die nach dem Ende des Kalten Krieges veränderte Lage der Weltpolitik und zeigte auf, welcher Spielraum „Friedensstiftern“ angesichts aktueller Konflikte bleibt.

Neben ihrer Arbeit als Professorin arbeitete sie auch von 1996 bis 2000 als Beraterin für das portugiesische Parlament in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Kultur. Wenn immer es ihre Zeit erlaubt, besucht Dias gerne ihre zweite Heimat Remscheid.

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