Prozess

Fremdes Auto auf Schrottplatz verkauft

Landgericht Wuppertal
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Das Landgericht in Wuppertal.

Der Angeklagte gesteht am Landgericht in Wuppertal den dreisten Diebstahl eines Autos.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Ein 34 Jahre alter Angeklagter hat den Diebstahl eines betagten Kleinwagens von einem Privatgrundstück bestätigt und seine Strafe angenommen. Hintergrund war seine frühere Arbeit für einen Remscheider Autohändler. Der vorbestrafte Gelegenheitsarbeiter braucht sechs Monate Haft ausnahmsweise nicht zu verbüßen, wenn er Auflagen erfüllt. Einen älteren Mitangeklagten sucht die Polizei derzeit mit Haftbefehl: Er war zur Berufungsverhandlung am Donnerstag nicht im Landgericht Wuppertal erschienen, sein Anwalt von außerhalb hatte sich wegen des Sturms abgemeldet.

Laut Geständnis war der 34-Jährige mit dem Mitangeklagten und einem Autotransporter für die Remscheider Firma unterwegs: Sie sollten einen Wagen in Wülfrath abholen. Dort bemerkten sie auf einem Nachbargrundstück einen Kleinwagen ohne Kennzeichen, einen mindestens 14 Jahre alten Matiz. Den luden sie auf eigene Faust mit auf den Transporter. Die Ladung ging zum Schrotthändler in Essen.

Der bestohlene Wagenbesitzer bemerkte den Diebstahl am selben Tag und machte über seinen Nachbarn die Remscheider Firma als ahnungslose Auftraggeberin des Transports ausfindig. Die nannte ihm die Adresse des Schrottplatzes. Als er dort eintraf, war sein Wagen bereits ausgeschlachtet.

Seit dem Geschehen vom Sommer 2018 war der Angeklagte wegen anderer Straftaten in Haft; derzeit steht er erneut wegen Diebstahls unter Verdacht. Er lebt bei einer Freundin, hält Kontakt zu einem Sohn aus früherer Beziehung und hat eine Stelle als Müllsortierer in Aussicht.

Den Ausschlag für die Bewährung gab ein telefonischer Bericht seiner Bewährungshelferin an den Vorsitzenden Richter: Der Mann bemühe sich und halte Kontakt, verpasse aber gelegentlich Termine. Grundsätzlich laufe die Bewährung gut. Der Richter fügte hinzu: „Ihr Fazit war: ‘Er ist gutwillig, aber verpeilt’“ Darauf und wegen des Geständnisses nahm die Staatsanwältin ihre Berufung zurück. Sie hatte zunächst „angemessene Freiheitsstrafe ohne Bewährung“ beantragt.

Der Mitangeklagte wird bei nächster Gelegenheit verhaftet und muss sich dann seinem Teil des Verfahrens stellen.

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