Infektionsschutz greift

Freiwillige Feuerwehr: Zoom-Meeting statt Übungsdienst

So viel Betrieb wie beim Tag der offenen Tür ist bei der Freiwilligen Feuerwehr in Lennep derzeit untersagt. Lediglich bei Einsätzen kommen die Kameraden während der Corona-Pandemie zusammen. Archivfoto: Michael Schütz
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So viel Betrieb wie beim Tag der offenen Tür ist bei der Freiwilligen Feuerwehr in Lennep derzeit untersagt. Lediglich bei Einsätzen kommen die Kameraden während der Corona-Pandemie zusammen.

Corona hat den Alltag der Freiwilligen Feuerwehr auf den Kopf gestellt.

Ein Bericht von Manuel Böhnke.

Remscheid. Bislang ist die Remscheider Feuerwehr gut durch die Corona-Krise gekommen. „Toi, toi, toi“, sagt Brandamtmann Sascha Ploch. Zwar gab es einzelne Mitglieder, die in Quarantäne mussten. Größere Gruppen waren aber nicht betroffen. Das liegt wohl nicht zuletzt an den Plänen, die die hiesige Feuerwehrleitung zum Infektionsschutz erstellt hat.

Sie feierten ihre Premiere während der ersten Corona-Welle im Frühjahr. Zwischenzeitlich konnten sie etwas gelockert werden. Seit das Infektionsgeschehen aber wieder an Fahrt aufgenommen hat, gelten seit einem knappen Monat auch in den Remscheider Wachen erneut strengere Regeln.

„Wir müssen dafür sorgen, dass Remscheid auch in der Krise eine schlagkräftige Feuerwehr hat.“
Sascha Ploch, Brandamtmann

Die gelten zum einen für die Berufsfeuerwehr. An deren Standort Auf dem Knapp gibt es unter anderem eine strenge Trennung zwischen den Funktionsgruppen, damit die Truppe auch bei einem Infektionsfall handlungsfähig bleibt. Außerdem haben die Retter eigene Testmöglichkeiten, um bei einem Verdacht möglichst schnell Klarheit zu schaffen.

„Wir müssen dafür sorgen, dass Remscheid auch in der Krise eine schlagkräftige Feuerwehr hat“, fasst Sascha Ploch das Ziel der selbst auferlegten Maßnahmen zusammen. Dazu gehört, dass sich auch die Kräfte der Freiwillige Feuerwehr wie schon im Frühjahr an strengere Vorgaben halten müssen. „Natürlich wäre es uns lieber, alles könnte ablaufen wie immer“, betont der 40-Jährige. Angesichts der momentanen Lage sei das aber schlicht nicht möglich.

Die Gerätehäuser der sieben Remscheider freiwilligen Löscheinheiten sind deshalb momentan verwaist. Die Ehrenamtler treffen nur bei Einsätzen aufeinander, ein regulärer Übungsdienst findet nicht statt. Nur unbedingt notwendige Lehrgänge – etwa für Atemschutzgerätträger – werden Ploch zufolge unter strengen Sicherheitsvorkehrungen noch durchgeführt. Im Sommer war das noch anders: Unter freiem Himmel oder in den geräumigen Gerätehäusern kamen die Ehrenamtler bis vor einigen Wochen zusammen.

Bei den Löscheinheiten herrscht Verständnis für die Vorgaben. „Es ist völlig klar, dass wir uns derzeit am Riemen reißen müssen“, betont etwa Björn Ziebehl. Er ist Löscheinheitsführer in Hasten. Normalerweise treffen sich deren Mitglieder jeden Donnerstagabend in der Wache an der Oberhützer Straße.

Das fällt zwar derzeit weg, in Kontakt bleiben die Freiwilligen aber dennoch. Wie so vieles haben sich auch die Dienstabende ins Internet verlagert. Digital kommen die Kameraden zusammen, um sich auszutauschen. Da geht es zum einen um fachliche Dinge, berichtet Ziebehl. Denn bestimmte Schulungen lassen sich durchaus auch via Zoom abhandeln. Außerdem werden Neuerungen durchgegeben und sich bei den wöchentlichen Zusammenkünften über Einsätze ausgetauscht. „Schließlich gehen die trotz Corona weiter.“ Im Schnitt rückt die Löscheinheit 70 bis 80 Mal pro Jahr aus. 2020 liegt mit bislang 66 Einsätzen also im Schnitt.

„Bei den Dienstabenden geht es aber auch noch um etwas anderes“, erklärt Björn Ziebehl. Denn natürlich erfüllt die Freiwillige Feuerwehr auch eine soziale Funktion. Das bestätigt Andreas Hackländer. Er ist nicht nur Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Remscheid, sondern auch stellvertretender Einheitsführer in Lennep. Auch dort setzt man auf wöchentliche Zoom-Meetings, um in Kontakt zu bleiben. Zudem tauschen sich die 34 Aktiven in Whatsapp-Gruppen miteinander aus. Hackländer betont: „Es ist schön, auf diesem Weg voneinander zu hören, wenn wir uns schon nicht treffen können.“

Freiwillige Kräfte

Sascha Ploch zufolge hat die Freiwillige Feuerwehr in Remscheid momentan rund 250 Mitglieder. Bei der Jugendfeuerwehr sind es etwa 125, die Kinderfeuerwehr zählt mehr als 20 aktive Nachwuchs-Ehrenamtler.

Welche Beschränkungen wegen des Coronavirus gelten aktuell in Remscheid? Das haben wir für Sie in einem Artikel zusammengefasst, den Sie hier finden: Ein Überblick über die Corona-Regeln in Remscheid.

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