Eschbachtal

Freibad: Noch eine Saison vor dem Umbau

Freuen sich auf eine weitere Saison mit ihrem „alten“ Bad – und den anschließenden Umbau: Marc Ottenströer, Karin Ittermann, Stefan Grote und Dennis Halbach (v.l.). Foto:
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Freuen sich auf eine weitere Saison mit ihrem „alten“ Bad – und den anschließenden Umbau: Marc Ottenströer, Karin Ittermann, Stefan Grote und Dennis Halbach (v.l.).

Pläne für das Bad im Eschbachtal werden noch einmal überarbeitet. Renaturierung des Baches geplant.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Das altehrwürdige Freibad Eschbachtal wird doch noch eine Saison vor seinem Komplett-Umbau erleben. Für das kommende Jahr sei noch einmal das volle Programm mit Badebetrieb, Konzert und Schiffsparade geplant, berichtet Stefan Grote als Vorsitzender des Fördervereins. Nur das traditionelle Hundeschwimmen müsse unter Umständen einem frühzeitigen Baubeginn weichen. Anschließend soll das Bad in einer etwa 18- bis 20-monatigen Bauphase grundlegend modernisiert werden. Um es „fit zu machen für Jahrzehnte“, wie es Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz ausdrückt.

Grund für den späteren Baubeginn und damit für die zusätzliche Freibad-Saison sei eine „Ehrenrunde zum Thema Hochwasserschutz“, erklärt Sportamtsleiter Martin Sternkopf. Nach dem Hochwasser Mitte Juli, bei dem das Freibad zum dritten Mal nach 2007 und 2013 überflutet wurde, habe man die Pläne erneut überarbeitet. Insbesondere mit dem Ziel, den derzeit in diesem Bereich verrohrten Eschbach wieder frei zu legen. Dabei seien auch das Umweltamt und der Wupperverband eingebunden worden.

Ende Januar werden wir wissen, wohin die Reise gehen wird.

Martin Sternkopf zu den neuen Planungen

Ein erster Entwurf des Velberter Architekturbüro Krieger sieht nun neben Edelstahlbecken, die in die bisherigen eingelassen werden, neuer Technik und einen Neubau des Hauptgebäudes vor, so dass sich der Eschbach künftig unterhalb des Hanges entlang schlängelt. Und dass neben dem neuen Hauptgebäude ein Bacherlebnisraum für Kinder entsteht, da, wo sich heute der Spielplatz befindet. Dieser Bereich diene dann auch als mögliche Überflutungsfläche, sagt Sternkopf. Während die neuen Becken etwas angehoben werden, um eine erneute Überflutung zu verhindern.

Man rechne damit, dass die überarbeitete Planung im Januar soweit sei, dass man sie der Politik als Grundlage zur Verfügung stellen kann, so Sternkopf: „Ende Januar werden wir wissen, wohin die Reise gehen wird.“ Anschließend sei eine Veranstaltung geplant, um die Öffentlichkeit zu informieren und an den weiteren Planungen zu beteiligen.

Die Kosten für den Umbau werden nach wie vor auf 14,5 Millionen Euro beziffert, der Stadtrat hatte beschlossen, das notfalls auch ohne Fördermittel zu stemmen. Inzwischen wurden der Stadt aber 2,6 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen“ für die Erneuerung der Technik zugesagt. Zusätzliche habe man nun 2,2 Millionen Euro für die Renaturierung des Baches aus dem Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ beantragt, berichtet Martin Sternkopf, der in diesem Zusammenhang von einer „historischen Chance“ spricht.

Saison 2022: Schiffsparade soll Highlight werden

Vorher wartet aber noch eine nahezu komplette Freibad-Saison auf die Remscheider. Die werde man „durchziehen wie in den vergangenen Jahren“, verspricht Stefan Grote. Ein echtes Highlight soll dabei die Schiffsparade werden, sagt der Vorsitzende des Fördervereins. Viele hätten sich gewünscht, dass die noch einmal im „alten“ Bad stattfinden soll. Nachdem die Parade zuletzt wegen Corona und Hochwasser ausfallen musste, ergebe sich dafür nun eine weitere Chance. Stand heute ist sie am ersten September-Wochenende vorgesehen.

Und könnte damit die letzte Saison des dann 110 Jahre alten Freibades vor dem Umbau würdig abschließen. „Wir werden eine hoffentlich glatte Saison erleben“, sagt Thomas Neuhaus, als Sozialdezernent auch für den Sport zuständig. „Aber dann ist auch gut, dann wird gebaut.“

Hintergrund

Mit den Planungen für die anstehende Saison hat auch wieder die Suche nach Mitarbeitern und Unterstützern begonnen. Das bleibe, erst recht nachdem der bisherige Leiter Jürgen Beelte in Ruhestand gegangen ist, eine echte Herausforderung, heißt es vom Förderverein. Gesucht würden Rettungsschwimmer für die Badeaufsicht, aber auch Mitarbeiter, die Pflege und Reparaturarbeiten übernehmen.

freibad-eschbachtal.de

Standpunkt

sven.schlickowey @rga.de

Kommentar von Sven Schlickowey

Es ist wirklich nicht leicht, dem Hochwasser Mitte Juli etwas Gutes abzugewinnen. Doch dass es unseren Blick auf viele Dinge verändert hat, offensichtlich auch über den ersten Schock hinaus, das gehört sicherlich dazu. Und zeigt sich nun auch wieder bei den veränderten Planungen für das Freibad Eschbachtal. Das dem Tal seinen Namen gebendende Gewässer könnte nach vielen Jahren im Rohr befreit werden. Und statt den Bach danach weitgehend unbeachtet dahinplätschern zu lassen, soll ein Bacherlebnisraum für Kinder auf dem Gelände entstehen. Das verzögert die Arbeiten natürlich, ist langfristig aber ohne Zweifel die bessere Lösung. Und beschert uns noch eine weitere Saison mit dem Freibad Eschbachtal wie wir es kennen. Die Freibadsaison 2021 wäre nun auch wirklich kein gebührender Abschied gewesen.

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