Kultur

Frauchenchor Remscheid  singt vom Balkon

Freuen sich auf die beiden Weihnachtskonzerte (v. l.): Kathrin Werth, Katja Herrmanns und Leiterin Claudia Rübben-Laux. Foto: Roland Keusch
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Freuen sich auf die beiden Weihnachtskonzerte (v. l.): Kathrin Werth, Katja Herrmanns und Leiterin Claudia Rübben-Laux.

Sängerinnen planen für den 6. und 12. Dezember Konzerte am Autobahnhotel.

Von Sabine Naber

Remscheid. Kaum sind die Sommerferien vorbei, denken die Sängerinnen des Frauenchors Remscheid an Weihnachten. Und trotz Corona-Krise halten sie an ihren Konzerten in der Weihnachtszeit fest – wenngleich diese unter anderen Voraussetzungen als in vorherigen Jahren stattfinden werden.

„Wir wollten unbedingt etwas machen in der Adventszeit. Die Leute lechzen doch nach Kultur. Und wir auch“, sagt Katrin Werth, die Vorsitzende des Chores, der sich vor mehr als 100 Jahren gegründet hatte. Und weil die Sängerinnen seit vielen Jahren im Saal des Serways Hotels an der Autobahn proben, machte ihnen der Chef des Hauses, Guido Bauer einen Vorschlag. Warum nicht die Außengastronomie des Autobahnhotels als Rahmen nutzen und von den Balkonen herab singen?

„Wir waren alle restlos begeistert von dieser Idee. Nicht zuletzt, weil wir bei den Proben gerne auf ein Ziel hinarbeiten“, sagte die Vorsitzende. „Die Zimmer habe ich schon für die beiden Balkonkonzerte des Chores am 6. und am 12. Dezember geblockt. Und der kleine Weihnachtsmarkt, den es hier auf der Terrasse schon seit Jahren gibt, wird das besondere Ambiente noch unterstreichen“, sagt Bauer. Und ist sich sicher: „Mit der entsprechenden Beleuchtung kriegen wir was Schönes hin.“ Eintritt wird nicht erhoben, der Hut wird rumgehen.

Mit von der Partie wird auch das Dabringhauser Blechbläserensemble sein. „Die Musiker werden dann über eine Leiter aufs Vordach klettern und von oben Musik machen“, heißt es weiter.

„Der kleine Weihnachtsmarkt wird das besondere Ambiente noch unterstreichen.“ 

Guido Bauer, Chef des Serways Hotels

„Töne durch die Luft – froher Schall.“ Unter dieser Überschrift werden jeweils drei Sängerinnen auf einem Balkon zusammen stehen. „Wie das klingt, sind wir selber ein bisschen gespannt“, sagt Chorleiterin Claudia Rübben-Laux. Vielleicht würde dieses besondere Ambiente ja auch Leute anziehen, die sonst nicht unbedingt Gäste bei einem Weihnachtskonzert seien.

Dirigentin ist sicher: „Chor-Szene wird nach Corona eine andere sein.“

Neue Ideen seien in der Corona-Pandemie ohnehin gefragt. „Denn die Chor-Szene wird nach der Krise eine andere sein. Die Musik ist das eine, der soziale Aspekt in einem Chor das andere“, weiß die Dirigentin. Schon die Proben, die der Frauenchor Anfang Juni aufgenommen hatte, müssten völlig anders gestaltet werden.

Gerade haben sich die Bestimmungen für eine Chorprobe wieder geändert: Statt vier Meter Abstand nach vorne und zur Seite, dürfen die Sängerinnen jetzt wieder näher zusammenrücken. „Zwei Meter Abstand sind zulässig, wir werden aber sicherheitshalber drei Meter voneinander entfernt stehen. Immerhin können dann rund 25 Sängerinnen im großen Saal proben“, erklärt die Vorsitzende.

Auch andere Pläne des Chores hat die Krise durcheinandergebracht. Die Chorreise, die in diesem Monat stattfinden sollte, musste abgesagt werden. „Auch wollten wir in diesem Jahr zum fünften Mal Meisterchor werden. Waren bei den Proben für die Prüfung ziemlich weit, als die Absage kam“, sagt die Chorleiterin. Jetzt sei geplant, das Ganze auf Juni 2021 zu verschieben.

Sicher sei das nicht – ebenso wie das Karnevalskonzert kommendes Jahr. Die Sängerinnen bleiben jedoch optimistisch.

Hintergrund

Der Frauenchor Remscheid, zu dem inzwischen 73 Sängerinnen zählen, hat sich 1919 gegründet. Geprobt wird montagsabends im Serways Hotel an der Remscheider Talsperre. Schon viermal errangen die Sängerinnen den Titel eines Meisterchores im Chorverband NRW. Das Repertoire reicht von leichter Karnevalsmusik über Musical und Schlager bis hin zu ernsten Stücken.

Eine interessante, unterhaltsame wie auch spannende kommende Spielzeit in der Saison 2020/21 erwartet die Besucher des Teo Otto Theaters.

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