Umbau

Fort Blücher wird zu einer Event-Location

Von außen hat sich Fort Blücher an der Ronsdorfer Straße gewandelt: Insgesamt verzögert sich die Neueröffnung beträchtlich. Foto: Roland Keusch
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Von außen hat sich Fort Blücher an der Ronsdorfer Straße gewandelt: Insgesamt verzögert sich die Neueröffnung beträchtlich.
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Inhaber Frank Schiemann baut seit März 2020 um – Imbiss, Gesellschaftssäle, Biergarten und Fremdenzimmer entstehen.

Von Andreas Weber

Remscheid. Fort Blücher wird aufwendig saniert. Das äußere Erscheinungsbild hat sich schon komplett gewandelt, innen sind die Arbeiten für einen modernen Gastronomiebetrieb jedoch noch nicht abgeschlossen. Zwei Banner an der Außenfront künden von einer Neueröffnung im Herbst 2020. Der Termin ist lange verstrichen. Der neue Inhaber der Immobilie, Frank Schiemann, ist jedoch mit Handwerkern fleißig am Ball.

Wer die Ronsdorfer Straße entlangfährt, dem fallen seit langem die Bauaktivitäten an der einstigen Traditionsgaststätte im Haus-Nr. 88 auf. „Mit dem alten Fort Blücher wird es nichts mehr zu tun haben“, erklärt der Eigentümer. Frank Schiemann hat das Objekt von Wirtin Klaudia Tensi-Schmidt übernommen, die nach dem Tod ihres Mannes Peter im Oktober 2016, dessen Lebenswerk in der beliebten Kneipe eine Zeit lang fortführte, bevor sie sich zur Ruhe setzte und umzog. Nach dem Kauf begann für Frank Schiemann eine Sisyphusarbeit. Über Jahrzehnte war in das arg renovierungsbedürftige Haus nicht mehr investiert worden. Es gab viele Ideen, viele Pläne. Alle wurden am Ende verworfen.

„Corona hat den Innenausbau extrem verlangsamt.“
Frank Schiemann, Eigentümer

„Wir haben an eine Kita gedacht, später an eine Seniorenanlage, Tagespflege oder Wohneinheiten“, blickt der Investor zurück. Am Ende entschied sich der Wuppertaler für das Metier, aus dem er kommt. Seine Eltern waren Gastronomen, er selber war lange Betreiber eines Party- und Cateringservice, bevor er mit der Firma HMS Immobilien Gebäude umbaute. Mit Fort Blücher setzt er ein ambitioniertes Projekt um. Im Erdgeschoss wird ein gehobener Schnellimbiss eingerichtet. „Kein Döner, keine Pizza“, sagt Schiemann. „Wir konzentrieren uns auf deutsche Küche.“ Das Motto lautet „Kochen wie bei Mutti“. Heike Hartmann (51), eine ehemalige Mitarbeiterin von Schiemann wird die Gastro als Geschäftsführerin leiten. Die Speisekarte sieht so etwas wie Rouladen, Spießbraten, Königsberger Klöpse, Prager Schinken vor. Dazu wird eine neu angeschaffte Fritteuse belgische Pommes zubereiten. Wann, steht nicht fest. „Corona hat den Innenausbau extrem verlangsamt“, erklärt Schiemann. Im März 2020 haben die Arbeiten begonnen. Stück für Stück gehen sie mit kleinem Handwerker-Stab voran. Noch bleibt viel zu tun. Über die Gastro hinaus wird eine Event-Location entstehen mit drei Gesellschaftssälen auf 200 Quadratmetern, die getrennt oder komplett vermietet werden können.

Hinzu gesellen sich eine Dachterrasse plus Biergarten, der von Bäumen und dem Sieper Park umrandet auf 500 Quadratmetern viel Platz etwas oberhalb des Hauses bieten wird. Der flache Anbau nach hinten raus, die ehemalige Kegelanlage – fünf Meter breit und 27 Meter lang – soll einmal vier Fremdenzimmer beherbergen. Auf eine Genehmigung dafür, die Nutzungsänderung durch die Stadt, wartet Schiemann noch. „Es wird eine besondere Event-Location in einem schönen Ambiente werden“, verspricht Schiemann. Er lebt im 1. Stock des Hauses, die 2. Etage bewohnt die Familie Hartmann. Deren Sohn Gerrit (27) macht eine Lehre als Koch, soll später die Mutter in der Gastro unterstützen.

Wenn alles fertig ist, wird Frank Schiemann 750 000 Euro in die Hand genommen haben, erklärt er. Es soll sich lohnen. „Wir sehen in dem Haus großes Potenzial.“ Auch wenn Teile des Umbaus nicht abgeschlossen sein sollten, so hofft Schiemann, wenn es die Corona-Regeln erlauben, den Imbiss im Frühjahr zu öffnen. Womöglich erst nur als Takeaway.

Hintergrund

Am 30. April 2018 schloss Klaudia Tensi-Schmidt die Gastro in dem betagten Fachwerkhaus, das bereits „Fort Blücher“ hieß, als die Straßenbahn um 1900 an der abschüssigen Straße entlang zuckelte und vor der Tür eine Pferdetränke zum Auftanken stand.

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