Selbsthilfe

Förderkreis startet Beratung an der Alleestraße

Beraterin Janina Wisniewski empfängt in der Alleestraße 61-63 ab sofort die Hilfesuchenden. Sabine Becker, Annemarie Wegerhoff und Guido Braaksma (hinten, v. l.) freuen sich über den Startschuss. Foto: Roland Keusch
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Beraterin Janina Wisniewski empfängt in der Alleestraße 61-63 ab sofort die Hilfesuchenden. Sabine Becker, Annemarie Wegerhoff und Guido Braaksma (hinten, v. l.) freuen sich über den Startschuss.
  • Melissa Wienzek
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Neue Anlaufstelle ist geöffnet – Selbsthilfegruppen treffen sich – Unterstützung ist kostenlos.

Remscheid. Die Schreibtische stehen, die Kaffeemaschine ist angeschlossen und die Tür ist nun geöffnet: Der Förderkreis der Selbsthilfe Remscheid hat die neue Anlaufstelle in der Alleestraße 61-63 eröffnet. Seit zwei Wochen berät Janina Wisniewski von der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) hier die ersten Hilfesuchenden. Viele Passanten bleiben stehen und schauen neugierig in das beleuchtete Ladenlokal, in dem vormals „Lecker-Lecker“ untergebracht war. „Die Betroffenen sind froh, dass sie wieder von einem Menschen aus Fleisch und Blut vor Ort beraten werden können – und das kostenlos“, sagt Sabine Becker, die das Ladenlokal gemeinsam mit EUTB-Projektleiter Guido Braaksma und weiteren Helfern renoviert hat. Denn während der Pandemie war vieles nicht möglich. Nun hat die Selbsthilfe eine neue Heimat in Alt-Remscheid gefunden. „Ich bin froh, dass wir den vorderen Teil nun erst einmal für die Beratung öffnen konnten. Die Renovierung im hinteren Teil geht weiter“, sagt die Förderkreis-Vorsitzende Annemarie Wegerhoff. Wir geben einen Überblick.

EUTB: Die EUTB, die vorher bei der „Brücke“ an der Alten Bismarckstraße beraten durfte, berät und unterstützt Menschen mit Behinderung oder einer chronischen Erkrankung sowie deren Angehörige. Und zwar nach dem „Peer-to-Peer-Prinzip“: Janina Wisniewski ist selbst betroffen – sie hat eine rechtsseitige Hemiparese. Daher kann die Remscheiderin ihre rechte Hand und das rechte Bein nicht so gezielt bewegen wie andere Menschen. An der Alleestraße kann sie daher auf Augenhöhe beraten. „Dabei sind wir nicht auf ein Thema festgelegt, die Beratung ist offen.“ Klienten mit psychischen wie körperlichen Beeinträchtigung erhalten hier kostenlos Tipps und Informationen. Das kann ein Hilfsmittel sein, ein Antrag für einen Pflegegrad oder einen Behindertenausweis. „Einigen hilft es schon, einfach mal mit jemandem zu sprechen“, sagt sie. Die EUTB, ein Projekt des Förderkreises der Selbsthilfe Remscheid, nehme hier eine Lotsenfunktion ein: Wisniewski kann Interessierte direkt an Selbsthilfegruppen weiterverweisen. Janina Wisniewski ist dienstags von 10 bis 16 Uhr und donnerstags von 15 bis 18 Uhr vor Ort. Zudem gibt es montags von 17 bis 18 Uhr eine Telefonsprechstunde: Tel. (01 76) 41 56 03 25. E-Mail:

j.wisniewski@eutb-remscheid.de.

Selbsthilfegruppen: Aktuell können sich laut Annemarie Wegerhoff nicht alle Selbsthilfegruppen treffen. Noch nicht alle Dachverbände erlauben Treffen in Pandemiezeiten. Folgende Gruppen kommen jetzt schon an der Alleestraße zusammen: Die Selbsthilfegruppe Lupus Erythematodes/Sjögren Bergisch Land trifft sich am ersten Mittwoch im Monat von 14 bis 16 Uhr. Die Selbsthilfegruppe für seltene Erkrankungen wie Marfan-Syndrom, Vaskulitis oder Sklerodermie trifft sich am zweiten Mittwoch im Monat von 14 bis 16 Uhr. Am zweiten und vierten Dienstag im Monat kommt die Borderline-Gruppe jeweils von 17 bis 19 Uhr in der Alleestraße 61-63 zusammen. Anfragen und Buchungen von weiteren Gruppen liegen vor. „Jede Gruppe darf zudem vorbeikommen und gern ihren Flyer hier auslegen“, sagt Wegerhoff. „Ich würde mich freuen, wenn sich noch mehr melden würden.“ Infos und Kontakt unter Tel. 2 24 06, über die Internetseite oder per E-Mail.

vorstand@selbsthilfe-rs.de

Corona-Regeln: In der neuen Anlaufstelle gelten 2G plus sowie Maskenpflicht. Es gibt Trennwände aus Acryl.

Ausblick: Die Renovierung im hinteren Bereich geht weiter. Unter anderem wird die Toilette behindertengerecht umgebaut. Für alles sei man auf Spenden angewiesen, sagt die Vereinsvorsitzende. „Nach dem letzten RGA-Artikel hat sich ein Mann gemeldet, der uns Stühle und Tische schenkte. Darüber haben wir uns sehr gefreut.“ Künftig soll es im Ladenlokal Vorträge und Workshops samt Beamer geben. Die Beratung der EUTB wird erweitert. Geplant ist zudem ein Aktionstag am 10. Mai, dem weltweiten Lupus-Erythematodes-Tag. Zum Tag der seltenen Erkrankungen am 28. Februar soll es in der letzten Februar- und der ersten März-Woche Online-Seminare geben:

www.selbsthilfe-rs.de

Förderkreis

Der Förderkreis der Selbsthilfe Remscheid wurde 1981 als Dachverband gegründet, um die Idee der Selbsthilfe zu unterstützen. 43 Selbsthilfegruppen und 13 Organisationen arbeiten unter dem Dach des Förderkreises ehrenamtlich. Der Förderkreis ist auf Spenden angewiesen.

selbsthilfe-rs.de/foerderkreis

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