Tickets wegen Corona nur online

CDU findet Freibad-Öffnung weder fair noch sozial

Im März begannen die Arbeiten zur Wiederöffnung des Freibades Eschbachtal. Auf manches Ersatzteil mussten die Mitarbeiter lange warten. In der nächsten Woche sollen die Becken nun wieder gefüllt werden.Foto: RolandKeusch
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Im März begannen die Arbeiten zur Wiederöffnung des Freibades Eschbachtal. Auf manches Ersatzteil mussten die Mitarbeiter lange warten. In der nächsten Woche sollen die Becken nun wieder gefüllt werden.

Tickets gibt es im Corona-Sommer nur online – pro Tag dürfen 750 Gäste hinein.

Von Axel Richter

Remscheid. Der Öffnungstermin steht und ist mit ein bisschen Glück auch zu halten. Am 27. Juni sollen sich im Corona-Sommer 2020 die ersten Badegäste im Freibad Eschbachtal tummeln. Die Pandemie sorgt allerdings für ganz neue Baderegeln. Die CDU nennt sie „weder fair noch sozial“.

Für Widerspruch sorgt insbesondere die Ticketvergabe in Zusammenhang mit den Badezeiten. Das Freibad soll täglich von 12 bis 18 Uhr geöffnet sein - nicht wie üblich von 10 bis 19 Uhr. Für die sechs Stunden kann der Badegast bis 10 Uhr des Besuchstages unter der Internetadresse www.remscheid-live.de ein Tagesticket kaufen. Dabei ist es unerheblich, wann er damit das Bad betritt und wie lange er bleibt. Problem: Ist das Ticket verkauft, ist auch der Platz für den ganzen Tag vergeben.

Remscheid: Sind bald Eintrittskarten das neue Klopapier?

So ist es denkbar, dass das Bad sich zwar erst am Nachmittag füllt und am Vormittag nahezu leer ist, aber trotzdem am Vormittag niemand eingelassen wird, denn insgesamt dürfen nicht mehr als 750 Gäste gleichzeitig im Bad sein und die könnten ja jederzeit mit ihrem Online-Ticket Einlass begehren.

Markus Kötter (CDU), Vorsitzender des städtischen Sportausschusses, veranlasste das zu einer spöttischen Bemerkung: Nicht, dass die Menschen nach dem Run aufs Klopapier nun Karten fürs Freibad hamstern.

Mit Alexander Schmidt und Gabriele Kemper-Heibutzki (beide CDU) sah Kötter die getroffene Regelung kritisch. Viele Familien würden erst gar keine Chance haben, das Bad zu betreten. Denn Tickets am Eingang soll es nicht mehr geben. Ein spontaner Besuch berufstätiger Eltern sei so gar nicht möglich. Und was, fragte Schmidt, ist eigentlich mit Bürgern, die kein Smartphone und keinen Internetzugang haben.

Remscheid: An der maximalen Besucherzahl ist nicht zu rütteln

Martin Sternkopf, Leiter des Sportamtes, weiß um die Schwächen: „Ich würde es gerne besser machen, aber unter den gegebenen Umständen ist es nicht anders möglich.“ Insbesondere sei an der maximalen Besucherzahl nicht zu rütteln. Laut geltender Coronaschutzverordnung darf sich auf einer Fläche von zehn Quadratmetern nur ein Badegast aufhalten. Wie das zu kontrollieren sei? Sternkopf hatte schon an Markierungen mit Sprühkreide gedacht. Mittlerweile steht ein Hygienekonzept für das Freibad.

Danach kommen auf die Beschäftigten einige Kontrollaufgaben zu. Zehn Mitarbeiter sollen täglich für die Einhaltung der Hygieneregeln sorgen. Darüber hinaus braucht das Bad zusätzliche zehn Reinigungskräfte, die Toiletten, Umkleiden, Duschräume desinfizieren.

Bis zur Öffnung kurz vor Ferienbeginn bleibt im Eschbachtal noch einiges zu tun. Fliesen, Siebe, Überlaufrinnen und andere Ersatzteile, die noch verbaut werden müssen, ließen auf sich warten. „Wir sind dennoch im Zeitplan“, sagt Martin Sternkopf. Nächste Woche sollen die Becken gefüllt werden.

Die Eschbachtalsperre soll zukünftig wieder als Trinkwassertalsperre genutzt werden. Das hat der Umweltausschuss am Montag in einer Sondersitzung beschlossen.

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