Pandemie

FFP2-Masken rufen große Nachfrage hervor

Apotheker Henning Denkler verzeichnet eine rege Nachfrage nach FFP2-Masken. Sie bieten einen deutlich größeren Ansteckungsschutz vor Corona. Die Krankenkassen versenden Gutscheine an Risikogruppen. Archivfoto: Michael Schütz
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Apotheker Henning Denkler verzeichnet eine rege Nachfrage nach FFP2-Masken. Sie bieten einen deutlich größeren Ansteckungsschutz vor Corona. Die Krankenkassen versenden Gutscheine an Risikogruppen.
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Krankenkassen verschicken Gutscheine an die Corona-Risikogruppen.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Die Vorgaben der neuen Corona-Schutzverordnung, die in dieser Woche von Bund und Ländern erneut verschärft wurden, sorgen für eine rege Nachfrage nach FFP2-Schutzmasken. Henning Denkler, Sprecher des Apotheker-Verbands Bergisch Land, kann davon aus eigenem Erleben berichten: „7000 Masken hatten wir am Mittwoch vorrätig. 2000 sind noch da“, erklärt er am Donnerstag mit Blick auf den regen Betrieb in seiner Regenbogen-Apotheke im Kaufland am Remscheider Hauptbahnhof. „Und ich denke, bei meinen Kollegen sieht das ähnlich aus.“ Engpässe befürchtet er aber nicht. „Wir haben 5000 Masken nachgeordert. Die Lieferung wurde uns zugesichert. Es könnte nur mal etwas länger dauern.“

Zum Hintergrund: In öffentlichen Verkehrsmitteln oder auch beim Einkaufen sind einfache Stoffmasken nicht mehr erlaubt – auch aus Vorsorge vor den neuen Virus-Mutationen. Um das Corona-Ansteckungsrisiko zu reduzieren, werden nun OP- oder FFP2-Masken zur Pflicht. Letztere haben einen entscheidenden Vorteil: Sie schützen nicht nur die Menschen in der Umgebung vor dem Virus, sie schützen auch den Maskenträger: „Und zwar zu 94 Prozent“, erläutert Denkler im RGA-Gespräch.

„Sie müssen dazu eine Stunde in den Backofen - bei exakt 80 Grad.“
Apotheker Henning Denkler über die Desinfektion der FFP2-Masken

Es gilt dabei aber, Spielregeln zu beachten: Zum einen sollte die FFP2-Maske möglichst eng aufliegen, ansonsten fließt die Luft ungefiltert um sie herum. Bärte entpuppen sich somit als Nachteil: „Und bitte die Maske nur an den Ohrriemchen anfassen und nicht an der Vorderseite berühren“, empfiehlt der Apotheker.

Als Richtwert habe die FFP2-Maske nach acht Stunden ausgedient. Dann verliert sie ihre Schutzwirkung „Wer für seinen Einkauf also eine Stunde braucht, kann sie dabei achtmal verwenden“, nennt Denkler ein Beispiel.

Sein Tipp: Die FFP2-Gesichtsbedeckung lasse sich nach der Verwendung desinfiziere. Dies hätten unter anderem Forschungen an der Fachhochschule in Münster ergeben: „Sie müssen dazu eine Stunde in den Backofen, bei exakt 80 Grad“, erklärt der Pharmazeut.

Unter seinen Kunden waren auch schon etliche, die Gutscheine für die FFP2-Masken eingelöst hätten. „Diese werden derzeit von den Krankenkassen versendet – und zwar an die Risikogruppen. In einem ersten Schritt kommen die Über-80-Jährigen an die Reihe. Sie erhalten zwei Gutscheine für jeweils sechs Masken“, erläutert der Apotheker, der dies als „Herkulesaufgabe“ für die Krankenkassen beschreibt.

Remscheid: Denkler sieht „Herkulesaufgabe“ für die Krankenkassen

Denn auf ihrer Gutschein-Liste ständen deutschlandweit rund 25 Millionen Menschen, die unterschiedlichen Corona-Risikogruppen angehören. Das sind grundsätzlich alle Frauen und Männer ab 60 Jahre, aber auch Chronischkranke, die zum Beispiel an COPD oder Diabetes Typ 2 leiden. „Sie alle erhalten nacheinander Post von ihrer jeweiligen Krankenkasse“, fügt Henning Denkler hinzu.

Aber auch Tumorpatienten oder werdende Mütter in einer Risikoschwangerschaft sollen von den Gutscheinen profitieren, listet der Verbandssprecher weitere Beispiele auf. Sie alle sollen mit den FFP2-Masken vor der Ansteckungsgefahr bewahrt werden, die durch die neuen Virus-Varianten weiter wachsen könnten – trotz der aktuell sinkenden Fallzahlen.

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Remscheid. Der Blog wird laufend aktualisiert.

Hintergrund

In dieser Woche haben sich Bund und Länder darauf verständigt, den allgemeinen Lockdown bis zum 14. Februar zu verlängern. Zusätzlich wurde vereinbart, dass in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften künftig eine Pflicht zum Tragen medizinischer Masken besteht – also sogenannte OP-Masken oder Masken der Standards KN95 oder FFP2, wie in Berlin verlautete.

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