Aktion

Feuerwehrleute werben als Fotomodelle um neue Mitglieder

Zwei Fotomodelle von vielen: Wiebke Skowronnek (33) ist angehende Ärztin und seit 2000 dabei. Heute ist sie Unterbrandmeisterin.
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Ein Fotomodell von vielen: Wiebke Skowronnek (33) ist angehende Ärztin und seit 2000 dabei. Heute ist sie Unterbrandmeisterin.

Die Freiwillige Löscheinheit Nord hat eine Facebook-Kampagne gestartet. Vier Interessenten haben sich bereits gemeldet.

Von Melissa Wienzek

Ein Fotomodell von vielen: Daniel Kwiaton (45) ist Vorarbeiter in einem größeren Unternehmen – und seit 2012 bei der Löscheinheit Nord dabei. Dort ist er Unterbrandmeister.

Wiebke Skowronnek ist 33 Jahre alt und angehende Ärztin. Ihre Hobbys sind Klettern und Bouldern. Achim Laarmann (56) ist von Beruf Kraftfahrzeugmechanikermeister, nebenbei ist er zudem zertifizierter Baumkletterer. Und Simon Bogdanski (26) ist Dachdeckergeselle, treibt in seiner Freizeit gern Sport und fährt Kart. Sie alle haben eins gemeinsam: Sie sind Menschen wie du und ich, gehen Berufen nach wie du und ich. Mit dem Unterschied, dass sich alle drei in ihrer Freizeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Nord engagieren – und damit für die gesamte Stadtgesellschaft. Wer wissen möchte, wer unter der Schutzausrüstung steckt, erfährt das jetzt auf Facebook: Mit einer Foto-Kampagne wirbt die Löscheinheit um neue Mitglieder.

Für die Freiwilligen Wehrleute eine ganz neue Erfahrung: Hier stehen sie selbst einmal im Mittelpunkt – als Fotomodelle. Einen ganzen Tag lang haben die Kameraden Alexander Ulrich und Tim Hilgers mit den 26 Einsatzkräften ge-shootet, ihren eigenen Kollegen. „Wir haben aber noch gar nicht alle abgelichtet“, sagt Ulrich. Auch die Feuerwehr-Fahrzeuge durften für den perfekten Hintergrund natürlich nicht fehlen. Sie geben dem Bild nicht nur Tiefe, sondern sorgen auch für den Wiedererkennungswert der Feuerwehr.

Die Wagenhalle wurde so zum Fotostudio: Daniel Kwiaton, Patrick Heinemann & Co. wurden dafür einmal in ihrer Arbeitskleidung oder in ziviler Kleidung abgelichtet, dann einmal in Schutzausrüstung. Auch Accessoires wurden eingesetzt: Mal kam ein E-Bike zum Einsatz, mal ein Werkzeugkasten, mal eine Kettensäge. „17 Stunden habe ich dann in Photoshop aus zwei Bildern eins gemacht“, erzählt Alexander Ulrich, der neben seinem Einsatz bei der Freiwilligen Feuerwehr Nord eine Podologie-Praxis führt. Und gern fotografiert. Und das kam nun auch der Löscheinheit zugute – Ehrenamt hoch zwei.

Gemeinsam mit Tim Hilgers hat er die Facebook-Kampagne „Wir stellen uns vor!“ gegründet. Seit Dezember wurden die Fotos bereits wie wild geklickt. „Insgesamt erreichen wir bei Instagram und Facebook 1800 Menschen“, sagt Hilgers. Für Sascha Ploch, Sachgebietsleiter für die Freiwillige Feuerwehr, ist klar, dass die Feuerwehr neue Kanäle wie die sozialen Medien für sich nutzen sollte, um die Menschen zu erreichen. Schließlich ist das der Zeitgeist. „Nur muss sich auch jemand darum kümmern. Die Freiwillige Feuerwehr ist da noch etwas schneller“, sagt er und lobt das Engagement der beiden Kampagnen-Gründer. „Ganz klar: Wenn wir Tim Hilgers und Alexander Ulrich nicht hätten, wären wir nicht so weit“, betont auch Einheitsführer Karsten Bergmann.

Das Ziel der Aktion: Die Bürger sollen ihre Feuerwehr nicht nur besser kennenlernen, was Vertrauen und Nähe schafft. Sondern vor allem sollen mit der Foto-Kampagne neue Mitglieder für das Ehrenamt begeistert werden – was in Coronazeiten schwer ist. „Momentan ist es nicht leicht, Wehrleute in Ausbildung zu motivieren“, sagt der stellvertretende Einheitsführer Dustin Schmitz. Denn Treffen und gesellige Kameradenabende entfallen derzeit – gerade das ist jedoch das Herzstück, um die Gemeinschaft zu stärken.

„Die Feuerwehr kann einen Menschen das ganze Leben begleiten.“

Karsten Bergmann, Einheitsführer

Tim Hilgers hat daher den folgenden Untertitel für den Foto-Post gewählt: „Jeder ist bei uns herzlich willkommen! Dabei ist es völlig egal, welchen Beruf ihr ausübt oder welche Herkunft ihr habt. Mit deinen Fähigkeiten und Erfahrungen bist du bestimmt eine Bereicherung für uns.“

Das kam bisher so gut an, dass die Löscheinheit Nord bereits zwei Neue aufnehmen konnte. Zwei weitere Interessenten wurden an eine andere Löscheinheit weitergeleitet, weil sie in einem anderen Bezirk leben. Insgesamt habe man binnen eines Jahres sieben Remscheider ansprechen können. Nun wird überlegt, die Foto-Kampagne auch auf andere Einheiten auszuweiten.

Die Löscheinheit Nord ist für den Südbezirk von Fichtenhöhe bis Stadtgrenze Wermelskirchen zuständig. Sie wird im Schnitt zu 70 bis 80 Einsätzen im Jahr alarmiert. Über 60 Freiwillige Wehrleute zählt sie, darunter 4 Frauen. Hinzu kommt die Jugendfeuerwehr mit 25 Nachwuchskräften, die Tim Hilgers betreut.

Wer Lust hat, mitzumachen, sollte eine hohe Motivation, Teamfähigkeit, Sozialkompetenz, körperliche Fitness und das Interesse, den Bürgern der Stadt zu helfen, mitbringen. Männer wie Frauen sind willkommen. „Sie werden nie allein gelassen, ihnen wird immer ein erfahrener Kollege zur Seite gestellt“, betont Einheitsführer Karsten Bergmann. So belegen die freiwilligen Einsatzkräfte Lehrgänge, fahren später mit zu Einsätzen und lernen Technik, Fahrzeuge und Abläufe kennen. „Die Feuerwehr kann einen Menschen das gesamte Leben begleiten“, sagt Karsten Bergmann.

Kontakt

Wer Interesse an der Freiwilligen Feuerwehr Nord hat, kann über Facebook eine Nachricht oder eine E-Mail schreiben: feuerwehr@remscheid.de

Der Gruppenabend freitags von 18.30 bis 22 Uhr findet derzeit digital über Zoom statt. Wer sich einmal im Gerätehaus umschauen möchte, kann einen Termin vereinbaren. Bis zu drei Mal ist das Reinschnuppern unverbindlich.

www.facebook.com/LZNord

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