Personalmangel hat Folgen

Amt fehlt Personal für Lebensmittelkontrollen

Hat vom Personalmangel beim BVLA noch nichts zu spüren bekommen: Metzger Oliver Küpper. Foto: Roland Keusch
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Hat vom Personalmangel beim BVLA noch nichts zu spüren bekommen: Metzger Oliver Küpper.

Personalmangel im Überwachungsamt hat Folgen

Von Katharina Birkenbeul und Manuel Böhnke

Remscheid. Bis Ende September hat das BVLA nach Angaben der zuständigen Solinger Verwaltung 1590 Mal turnusgemäß in Remscheider, Solinger und Wuppertaler Betrieben überprüft. Vorgesehen sind 3503 Kontrollen. Damit wurden bisher weniger als die Hälfte der Plankontrollen für 2020 durchgeführt. Als Grund nennt die Stadt Solingen krankheitsbedingten Personalmangel.

Imbisse und Lebensmittelhersteller sollen im Sinne des Verbraucherschutzes regelmäßig kontrolliert werden. Wie häufig ein Betrieb im Jahr aufgesucht wird, hängt davon ab, welche Lebensmittel verarbeitet werden. Roher Fisch, Fleisch, Geflügel oder Eier sind risikobehafteter als andere Lebensmittel und werden häufiger kontrolliert. Die Spanne reicht von wöchentlichen bis zu Kontrollen alle drei Jahre. „Die Kontrollzahlen ändern sich über das Jahr, da nach jeder Plankontrolle eine Risikobewertung vorgenommen werden muss, die das folgende Kontrollintervall definiert“, so das BVLA. Neben den Plankontrollen seien zudem außerplanmäßige Kontrollen wie Beschwerde- und Nachkontrollen durchzuführen.

Zu Rückständen bei den Plankontrollen kommt es aufgrund von Personalnot. Das Problem ist nicht neu. 2018 fehlten mehr als 1000 Kontrollen, 2019 etwa 650 und 2020 bisher mehr als 1900. 13 Mitarbeiter beim BVLA seien für die Überwachung zuständig. Zu wenig, um das Soll zu erfüllen. „Neben mehrjährig Langzeiterkrankten haben wir beim BVLA aktuell vier vakante Lebensmittelkontrolleursstellen“, so die Stadt Solingen.

Die Stellen der Erkrankten könnten auch befristet nicht besetzt werden: „Bei der erforderlichen Qualifikation ist das nicht möglich.“ Die vakanten Stellen seien zudem schwer zu besetzten. Etwas Abhilfe ist allerdings in Sicht: Derzeit werden zwei neue Lebensmittelkontrolleure beim BVLA ausgebildet, die übernommen werden könnten.

BVLA hält nichts von den Plänen der Ministerin

Susanne Krüll hat von den Engpässen beim BVLA bisher nichts bemerkt. „Bislang lief alles im gewohnten Rhythmus“, sagt die Inhaberin der Metzgerei Ufer an der Alleestraße. Auch ihr Kollege Oliver Küpper von der gleichnamigen Metzgerei in Honsberg erklärt: „Vor vier Wochen standen die Kontrolleure zuletzt unangekündigt auf der Matte.“ Zudem sind die hiesigen Betriebe zu einer Selbstkontrolle verpflichtet: Zweimal jährlich nimmt Küpper Proben und lässt sie von einem unabhängigen Institut untersuchen.

Um die Ämter zu entlasten, möchte die NRW-Verbraucherschutzministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) den Prüfrhythmus ändern. Schaffen wolle sie das, indem sie die Zahl der Kontrollen reduziere. Davon hält jedoch das BVLA nichts. „Durch weniger Kontrollen steigt das Risiko für die Verbraucher“, betont das BVLA. Oliver Küpper bleibt gelassen: „Das Amt weiß schon, bei wem alles läuft und wo man genauer hinschauen muss.“

Kontrollen in Lebensmittelbetrieben sollen künftig stärker auf auffällige Betriebe ausgerichtet werden.

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