Nachnutzung

Nach DOC-Aus: FCR will das Röntgen-Stadion sanieren

Thorsten Greuling (l.) und Ralf Niemeyer wollen das Röntgen-Stadion vor dem Abriss bewahren. Die 1927 als Kampfbahn für Turnen und Sport fertiggestellte Sportstätte soll hinter der Haupttribüne ein Multifunktionsgebäude erhalten.
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Thorsten Greuling (l.) und Ralf Niemeyer wollen das Röntgen-Stadion vor dem Abriss bewahren. Die 1927 als Kampfbahn für Turnen und Sport fertiggestellte Sportstätte soll hinter der Haupttribüne ein Multifunktionsgebäude erhalten.
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Eine moderne Anlage für Sport, Freizeit und Kultur soll entstehen. Die Fußballer rechnen mit Baukosten von 5 Millionen Euro. Die Stadtspitze reagiert zurückhaltend.

Von Axel Richter

Remscheid. Der FC Remscheid hat große Pläne für das Röntgen-Stadion. Für Baukosten von vier bis fünf Millionen Euro soll eine moderne Anlage für Sport, Freizeit und Kultur daraus werden - mit einem neuen dreistöckigen Multifunktionsgebäude und einer Haupttribüne mit Plätzen für bis zu 5000 Zuschauern.

Nach dem Aus für das Designer Outlet Center (DOC) soll die traditionsreiche Spielstätte des FCR damit zum Mittelpunkt eines neuen Gesamtkonzepts für Lennep werden, sagen FCR-Vorsitzender Ralf Niemeyer und Geschäftsführer Thorsten Greuling, denn: „Das Stadion ist Kulturgut und Kultstätte für den Fußball in unserer Stadt: Bundesweit bekannt!“

So soll das Projekt finanziert werden

Zur Finanzierung des ehrgeizigen Projekts setzen die FCR-Männer auf „namhafte Unternehmer und Persönlichkeiten“. Mit Namen genannt werden möchten die noch nicht, sagt FCR-Chef Niemeyer: „Es handelt sich um hiesige Unternehmer, die den Verein heute schon unterstützen.“

Finanzkräftige Geldgeber braucht die Stadion-Sanierung allerdings auch. „Die Stadt Remscheid steht für die Finanzierung nicht zur Verfügung“, sagt Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) auf RGA-Nachfrage. Der Grund: Eine doppelte Sport-Infrastruktur sei der Stadt aus haushaltsrechtlichen Gründen nicht erlaubt. Mit den Plänen für das DOC sei schließlich bereits viel Geld in das Stadion Reinshagen als neue Spielstätte des FCR geflossen, sagt der OB.

Fußballer wollen lieber im Röntgen-Stadion statt in Reinshagen trainieren

Mit dem Standort Reinshagen zeigt sich der FCR heute jedoch nicht mehr einverstanden. Das Stadion sei alt, dezentral gelegen. Zudem wird es auch von den Footballern des AFC Amboss genutzt. „Football und Fußball in einem Stadion vertragen sich nicht“, sagt Thorsten Greuling. „Dagegen ist der Rasen im Röntgen-Stadion bundesligatauglich. Und das Stadion ist insgesamt in einem guten Zustand und keine Bruchbude.“

Nun, da das DOC nicht komme, unternehme der FCR den Versuch, die bald 100 Jahre alte Sportstätte vor dem Abriss zu bewahren. Seit den 70er-Jahren ist das Stadion die Heimat der 1. Mannschaft. Neben dem Spielbetrieb könne es nach ihren Plänen künftig auch für Abiturfeiern, Tagungen, Hochzeiten, Weihnachtsfeiern, Open-air-Gottesdienste und andere Veranstaltungen genutzt werden, zählen die FCR-Männer auf: „Wir wissen aber auch, dass der Oberbürgermeister andere Pläne mit den Grundstücken hat.“

Dann können wir alle weiteren Ideen für den Standort vergessen.

OB Burkhard Mast-Weisz

Tatsächlich will der die 7,5 Hektar große ehemalige DOC-Fläche verkaufen. Beziehungsweise: Er muss die Fläche verkaufen. Dazu ist die chronisch klamme Stadt gegenüber der Kommunalaufsicht verpflichtet. Sie darf sie dem FCR deshalb nicht kostenlos überlassen.

Außerdem, erklärt der OB: „Wenn das Stadion in der vom FCR vorgeschlagenen Weise erhalten und saniert werden soll, können wir alle weiteren Ideen für das Gelände in Lennep vergessen.“ Zum Beispiel müssten der Jahn- oder Kirmesplatz allein für Parkplätze herhalten. Für Wohnen, Freizeit und Gewerbe „bleibt da nicht viel übrig“.

Es gibt bereits viele Ideen für eine Nachnutzung des DOC

Der FCR ist der erste Ideengeber, der seine Vorstellungen öffentlich machte. Ganz ähnlich argumentierte kurz danach die aus mehren Vereinen gebildete Allianz für Lennep: „Ideal wäre eine Veranstaltungshalle, die man in Kooperation mit privaten Investoren errichten und betreiben könnte.“

Lennep-Konferenz: So geht es weiter

Die Idee zum Erhalt des Röntgen-Stadions ist nicht der einzige Vorschlag, der die Stadt erreichte. Am 25. Mai will die Verwaltung in der Bezirksvertretung Lennep ein mögliches Nutzungsszenario, die bisher eingegangenen Ideen sowie den weiteren Fahrplan präsentieren. Im Juni soll eine Lennep-Konferenz folgen, auf der die verschiedenen Vorstellungen diskutiert werden. Noch in diesem Jahr soll dann der Stadtrat über die zukünftige Nutzung der einstigen DOC-Fläche entscheiden.

Standpunkt von Axel Richter: In einer anderen Liga

axel.richter@rga.de

Der FC Remscheid traut sich was. Und entspricht damit ganz dem Wunsch von Henner Pasch. „Wir brauchen belastbare Vorschläge und keine Plauderrunde“, hatte der gerade neu ins Amt gekommene IHK-Präsident gefordert, kurz nachdem das DOC vor Gericht gescheitert war: „Es braucht realisierbare Projekte, damit Remscheid bergische Großstadt bleibt und nicht irgendjemand das Licht ausknipst.“

Wie belastbar der Vorschlag und wie realisierbar das Projekt des FCR ist bleibt abzuwarten. Die vier bis fünf Millionen Euro, die der Verein für die Baukosten veranschlagt, erscheinen gar zu optimistisch. Und die Grundstücke kann sich der Verein schon gar nicht leisten. Gewiss: Mit der Sanierung der Klosterkirche haben engagierte Bürgerinnen und Bürger in Lennep schon einmal gezeigt, zu was sie imstande sind. Mit dem Röntgen-Stadion spielen sie allerdings in einer ganz anderen anderen Liga.

Auch interessant: Schloss Burg: Sanierung wird 11 Millionen Euro teurer

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