FCR fordert Schmierer auf: „Hört auf damit!“

Dilettantisch. So nennen Könner die Sprühereien wie hier am ehemaligen Restaurant Himalaya in Lennep. Der FCR hat sich dafür schon viele Male entschuldigt. Foto: Roland Keusch
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Dilettantisch. So nennen Könner die Sprühereien wie hier am ehemaligen Restaurant Himalaya in Lennep. Der FCR hat sich dafür schon viele Male entschuldigt.
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Fans hinterlassen Vereinsinitialen – Graffiti-Künstler sind verärgert: „Das bringt die Szene nur in Verruf“.

Remscheid. Dass sie FC Remscheid toll finden, ist nicht zu übersehen. In metergroßen Buchstaben haben die bislang unbekannten Sprayer das Buchstabenkürzel des Fußballlandesligisten auf Haus- und Geschäftswänden hinterlassen. Sehr zum Ärger des Vereins. Denn so lange die Schmierer nicht zu fassen sind, bekommt er den Ärger der Eigentümer ab. „Wir haben uns schon tausendmal entschuldigt“, sagt FCR-Vorsitzender Ralf Niemeyer und richtet an die Sprayer deshalb einen dringenden Appell: „Hört auf damit!“

Am Edeka-Markt an der Kölner Straße in Lennep, am ehemaligen Restaurant Himalaya an der Rader Straße, an der Einfahrt von der B 229 nach Mixsiepen oder kleiner auch an der Neuenkamper Brücke: An vielen Stellen im Stadtgebiet haben die Unbekannten den Schriftzug hinterlassen. Ungefragt natürlich und im Ergebnis nicht sehr ansehnlich.

Wer mit der Farbdose echte Kunst schafft und sich dafür offiziell engagieren lässt, rümpft über die Hinterlassenschaften der sprühenden FCR-Fans jedenfalls die Nase. Und will mit ihnen nichts zu tun haben. „So etwas bringt die Graffiti-Szene nur in Verruf“, sagt einer, der mit Namen nicht genannt werden möchte. Ganz einfach, um mit den Schmierfinken gar nicht erst in Zusammenhang gebracht zu werden.

So etwas macht man einfach nicht.

Ralf Niemeyer, FCR

Bei der Polizei sammeln sich unterdessen die Anzeigen wegen Sachbeschädigung. Sie hat ihre „szenekundigen Beamten“ auf die Farbschmierereien angesetzt. Sie kennen sich mit den Fangruppen der Fußballvereine in Remscheid, Solingen und Wuppertal aus. Doch die Farbschmierer sind nur schwer zu fassen beziehungsweise ist ihnen nach begangener Schmiererei nur schwer nachzuweisen, dass und wo sie sich zu schaffen gemacht haben.

„Idealerweise ergreifen wir die Täter deshalb auf frischer Tat“, sagt Stefan Weiand, Polizeihauptkommissar und Sprecher des Wuppertaler Präsidiums. „Wir sind dazu aber auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Wer Beobachtungen macht oder auch des Nachts Lösungsmittel riecht, der möge uns bitte anrufen. Möglicherweise ist dann noch im Nahbereich eine Festnahme möglich.“

Doch das ist nur selten der Fall. So liegt die jüngste Festnahme, über die die Polizei in Remscheid berichtete, bereits einige Jahre zurück. Und selbst wenn die Verursacher buchstäblich noch mit der Sprühdose in der Hand erwischt werden können, bleiben die Hausbesitzer doch in dem meisten Fällen auf dem angerichteten Schaden sitzen.

Bei der Stadt Remscheid summieren sich die Kosten für die Beseitigung von Farbschmierereien an ihren Gebäuden auf eine fünfstellige Summe pro Jahr. Dabei hat sie den Vorteil, dass sie eigenes Personal zum Überpinseln entsenden kann.

„Das tun wir augenblicklich, sobald menschverachtende Botschaften oder Nazisymbolik zu sehen sind“, erklärt Thomas Judt, Leiter des städtischen Gebäudemanagements. Vor wenigen Jahren bekamen es seine Mitarbeiter damit besonders häufig zu tun. Schulgebäude wurden ebenso zur Fläche für Parolen und Plattheiten wie die Denkmale im Remscheider Stadtpark. Das immerhin hat abgenommen.

Genau das wünscht sich FCR-Chef Ralf Niemeyer. „So etwas macht man einfach nicht“, sagt er mit Blick auf die sprühenden Fans seines Clubs. Wie sie die Graffiti-Künstler in Verruf bringen, schaden sie letztlich auch dem Verein, den sie doch toll finden.

Das kann teuer werden

Graffiti entstand in den 70er Jahren in den USA. Mittlerweile handelt es sich um eine eigene Kunstform, deren Macher mit den Farbschmierereien an Hausfassaden nichts zu schaffen haben wollen. Kenner nennen die FCR-Schriftzüge denn auch dilettantisch.

Unerlaubte Graffiti oder Schmierereien sind Sachbeschädigungen. Der Verursacher macht sich strafbar und ist zum Ersatz des Schadens verpflichtet. Die zivilrechtlichen Ansprüche gelten 30 Jahre lang. Wer mit 16 sprüht, kann also noch mit 46 ersatzpflichtig werden.

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