Kunstrasen ist noch nicht in Sicht

Letzter Ascheplatz: FC Klausen soll von Fördertopf profitieren

Fußball in Klausen, hier bei einem Benefiz im Juni 2019, soll demnächst durch ein Breitensportangebot für das Quartier ergänzt werden. Foto:
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Fußball in Klausen, hier bei einem Benefiz im Juni 2019, soll demnächst durch ein Breitensportangebot für das Quartier ergänzt werden.

Sportbund möchte 200 000 Euro in eine Multifunktionsfläche investieren.

Von Andreas Weber

Remscheid. Wenn der BV 1910 in Neuenkamp demnächst seinen Kunstrasen erhält, wird in Remscheid nur noch der FC Klausen auf der ungeliebten Asche spielen. Der kleine Fußballclub, in den letzten Jahren durch Mitgliederschwund schwer getroffen, will mittelfristig aus der Talsohle raus und sich bei der Stadt für den Millioneninvest in einen modernen Belag empfehlen. Analog zum BV 1910, der es dank engagierter Vereinsarbeit schaffte, seine Mitgliederzahlen auch in der Corona-Krise zu steigern, zeigt auch der FCK Kämpferherz.

Was den Vorstand um Gerd Kirchhoff (1. Vorsitzender), Mario Kwiatkowski (2. Vorsitzender) und Carsten Balke (Geschäftsführer und Sportstättenverwalter) beflügelt, ist die Absicht des Sportbundes, einen erklecklichen Teil aus der 2. Auflage des Landestopfs „Moderne Sportstätte 2022“ für eine Attraktivitätssteigerung des Sportplatzes und mithin für das Quartier in Lüttringhausen zu verwenden. 500 000 Euro sind dem Sportbund zur Verfügung gestellt worden, um in Outdoor-Projekte zu investieren, die für die Öffentlichkeit, für Alt und Jung jederzeit zugänglich sind.

Es gab zig Überlegungen, mittlerweile kristallisieren sich aber vier Projekte heraus. Jeweils 200 000 Euro will der Sportbund in Multifunktionsflächen auf den Sportplätzen Neuenkamp und Klausen stecken, mit jeweils weiteren 50 000 Euro sollen zwei Mehrgenerationen-Spielplätze gefördert werden. Einer davon ist in Ehringhausen bereits ausgeguckt, der andere soll in Kremenholl, Honsberg oder Blumental entstehen.

Boule, Tischtennis und Co. könnten nach Klausen kommen

Die hohe Summe, die in den FCK-Sportplatz fließen könnte, spielt der Neuausrichtung des Vereins in die Hände. Neben dem 104 x 64 Meter großen Aschenfeld bliebe aktuell ein rund 350 Quadratmeter großer Streifen, der für Angebote wie Boule, Tischtennis, Fitnessgeräte oder weiterem Spielspaß hergerichtet werden könnte. Sportbund-Geschäftsführerin Emel Dutkun bringt auch eine Sportbox ins Spiel, die dort aufgestellt werden könnte.
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Wenn der Breitensport im ganzen Ortsteil angesprochen wird, so die Überlegungen der Verantwortlichen, kommt auch der FC Klausen wieder in Schwung. 125 aktive Mitglieder zählt der Club. Die Kurve zeigte während der Pandemie bedrohlich nach unten.

Alle vier Jugendmannschaften haben sich seit 2019 abgemeldet. Übriggeblieben sind eine Mannschaft, die in der Kreisliga B kickt und eine Alt-Herren Ü 32. Weil es so nicht weitergehen soll, wurde auf der letzten Jahreshauptversammlung eine Satzungsänderung beschlossen, die den reinen Fußballverein für andere Sparten öffnet. Sobald dies gerichtlich genehmigt ist, stehen die ersten Erweiterungen an. Walking Football für Menschen mit Handicap soll angeboten werden, in Planung ist auch eine Nordic-Walking-Abteilung. „Wir sind aber auch für andere Sportarten offen und werden niemand ablehnen“, kündigt Balke an.

Spätestens zum 75sten Vereinsjubiläum in 2024 möchte sich der FC Klausen aufgerappelt haben. Der Wille ist vorhanden. „Unsere Devise in Klausen heißt: Aufgeben gibt es nicht“, betont Carsten Balke. Wichtig sei aber, dass bei den Gesprächen, die zwischen Verwaltung, Kommunalpolitik, Sportbund und den Klausenern laufen, das große Ganze im Blick behalten werde. „Das Geld für den Teilumbau wird uns sehr helfen, aber wenn wir eine sechsstellige Summe erhalten, sollten wir die Gesamtkonzeption nicht vergessen und die heißt Kunstrasen“, erklärt Balke.

Dafür muss aber sein Club seine Hausaufgaben machen. Im Sportausschuss ließ Sportdezernent Thomas Neuhaus durchklingen, dass zwar die über eine Million Euro für einen Kunstrasen momentan nicht vorhanden seien, aber alle Parteien dem Ansinnen des FC Klausen wohlwollend gegenüberstehen. „Wir müssen jedoch merken, dass es ähnlich wie beim BV 1910 einen Mitgliederzuwachs gibt.“

Fördertopf „Moderne Sportstätte 2022“

„Moderne Sportstätte 2022“ setzt in einem zweiten Aufruf auf Outdoor-Sport. Sportstätten und Bewegungsräume sollen geschaffen werden. Im Mittelpunkt stehen Angebote im Freien sowohl im öffentlichen Raum als auch auf öffentlichen und privaten Sportstätten. 27 Millionen Euro – 500 000 Euro für jeden der 31 Kreissportbünde und 23 Stadtsportbünde in den kreisfreien Städten von NRW – aus dem insgesamt 300 Millionen Euro umfassenden Förderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“ werden dafür bereitgestellt. Der hiesige Sportbund muss die Anträge für seine halbe Million bis Juni beim Landessportbund einreichen.

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