Auch wegen Corona

Fast 5000 Remscheider sind arbeitslos

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Die Zahl der Arbeitsuchenden und die der Kurzarbeiter steigt. Die Corona-Krise hat die negative Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt weiter verstärkt.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Mehr Arbeitslose, noch mehr Kurzarbeiter – die Corona-Krise hat die negative Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt auch im Mai weiter verstärkt. Im hiesigen Arbeitsamtsbezirk, der aus den drei Großstädten Remscheid, Solingen und Wuppertal besteht, waren im Mai fast 31 000 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind mehr als 1700 mehr als im Vormonat und fast 5800 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg auf 9,4 Prozent.

Gleichzeitig wurde für fast 90 000 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. Damit könnten inzwischen rund 40 Prozent aller Arbeitnehmer im Städtedreieck von Kurzarbeit betroffen sein. Ob, und wenn ja, in welchem Umfang, wird aber erst in einigen Wochen feststehen, wenn die tatsächliche Minderarbeit statistisch erfasst wurde.

Für Remscheid führt die Agentur für Arbeit mehr als 8200 Arbeitsuchende, das sind 157 mehr als im April. 4986 davon gelten als arbeitslos, 170 mehr als im Vormonat und 737 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote beträgt damit aktuell 8,4 Prozent – nach 7,2 im Mai 2019.

Dabei meldeten sich im Mai weniger Menschen neu arbeitslos als in den beiden Monaten zuvor. Nach fast 900 Arbeitslosenmeldungen in Remscheid im März und sogar annähernd 1000 im April kamen diesmal 660 hinzu.

„Dies macht sichtbar, dass die Kurzarbeit unverändert trägt“, sagt Martin Klebe, Leiter der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal: „Die Unternehmen wollen ihre Mitarbeitenden behalten.“ Erfahrungsgemäß verhindert Kurzarbeit nicht nur kurzfristig die Arbeitslosigkeit, in der letzten Krise ging die überwiegende Mehrheit der Kurzarbeiter nach Ende des Abschwungs nahtlos in die normale Beschäftigung zurück.

Einen weiteren Lichtblick hat Klebe beim Stellenmarkt im Städtedreieck ausgemacht: „Uns wurden in diesem Monat mehr als 500 Stellen gemeldet, 80 mehr als im April.“ In Remscheid waren im Mai 239 freie Jobs gemeldet, 97 mehr als im April. Trotzdem konnten im Mai nur 165 Remscheider aus der Arbeitslosigkeit heraus eine Erwerbstätigkeit aufnehmen, die Zahl lag im März noch bei fast 250.

Freie Stellen seien neben der Zeitarbeit vor allem in den Bereichen Wach- und Sicherheitsdienste, Arzt- und Zahnarztpraxen und Unternehmensberatungen zu finden, so die Arbeitsagentur. Aber auch Heime und andere Betreuungseinrichtungen sowie das verarbeitende Gewerbe, beispielsweise bei der Herstellung von chemischen Grundstoffen oder von Metallerzeugnissen, hätten Bedarf an Mitarbeitern gemeldet.

Im Mai waren 464 junge Menschen unter 25 Jahren von Jugendarbeitslosigkeit betroffen, 68 mehr als im Mai 2019. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg an, um 129 im Vergleich zum Vorjahr auf 1683.

Der Bundestag hat beschlossen, dass Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld größtenteils steuerfrei bleiben sollen. Diese Neuerungen gelten für Arbeitnehmer und Selbständige.

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