Mutiger Schritt in Corona-Zeiten

Familie Sattar übernimmt das Hotel Abalone

Unternehmertrio (v. l.) Mustafa mit Ehefrau Hasina Sattar und Bruder Ali Sattar führt das Hotel Abalone. Foto: Michael Schütz
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Unternehmertrio (v. l.) Mustafa mit Ehefrau Hasina Sattar und Bruder Ali Sattar führt das Hotel Abalone.

Im Hotel Abalone herrscht geschäftiges Treiben.

Von Stephanie Licciardi und Michael Albrecht

Remscheid. Neben lukullischen Genüssen und duftenden orientalischen Gewürzen blinken und blitzen im Außenbereich die Oldtimer um die Wette. Besonders die „Große Heckflosse“ von Michael Spieker ist ein Hingucker. „Der Mercedes W 111 230 war unser Hochzeitsauto“, erzählt er.

Wenn es nach Ali Sattar geht, werden Oldtimer im Hotel Abalone künftig eine große Rolle spielen. „Wir möchten von Remscheid aus verschiedene Reisen und Fahrten in Oldtimern anbieten“, erzählt Sattar. Gemeinsam mit Bruder Mustafa und Schwägerin Hasina Sattar als Geschäftsführerin übernimmt das Trio das Hotel Abalone an der Stockder Straße.

Dass direkt nebenan das Hotel König liegt, sei aus seiner Sicht kein Problem. „Wir stehen ja nicht in Konkurrenz zueinander, sondern uns verbindet das La Terrazza.“ Das Restaurant mit mediterraner Küche bleibt weiterhin bestehen, wenn auch mit einer kulinarischen Ergänzung. Mustafa Sattar ist als Koch im La Terrazza zuständig und möchte die mediterrane Speisekarte um afghanisch-persische Gerichte aufwerten.

Zudem schweben den Geschäftsführern weitere Ideen im Gastrobereich vor. Sattar: „Neben einem Catering- und Lieferangebot möchten wir zeitnah Foodtrucks auf den Weg bringen.“

In Zeiten der Covid-19-Pandemie, in denen Unternehmen und Betriebe vor der Insolvenz stehen, haben Sattars kein Problem damit, das Hotel Abalone wiederzueröffnen. „Nach vorne schauen“, lautet das Familiencredo. „Ich bin ein positiv denkender Mensch“, sagt Ali Sattar. Zudem setzen die Betreiber des Hotels auf Messebesucher aus Düsseldorf und Köln, sobald diese wieder stattfinden dürfen. Auch der Tourismus sei ein attraktiver Zweig im Gastronomie- und Übernachtungsbereich.

Kooperation mit Legendary Cars in Oberhausen

Das Hotel ist zudem direkt an der Werkzeugtrasse gelegen. „Die Planungen für einen Biergarten sind letzte Woche gestartet. Nächstes Jahr hoffen wir, auch Tagesgäste, etwa Radfahrer, die entlang der Trasse unterwegs sind, hier begrüßen zu dürfen.“ Es sei eine Mammutaufgabe, Hotellerie und Gastronomie wieder ans Laufen zu bringen, trotz der derzeitigen Lockerungen. „Auch wenn es schwierig ist, durch die Lockerungen wollen die Menschen wieder raus und etwas erleben. Und genau das wollen wir ihnen bieten.“

Erlebnis ist auch ein Stichwort, dass der Oberhausener Geschäftsführer von Legendary Cars nach Remscheid holen will. „Mit dem Hotel ist eine Kooperation mit Legendary Cars geplant.“ Neben Vermietungen an Oldtimern werden Ausflugsfahrten, Veranstaltungen und Treffen im Hotel organisiert.

Das Hotel-Geschäft in Remscheid ist ein schwieriges, weiß der örtliche Dehoga-Vorsitzende Markus Kärst vom Hotel-Restaurant Kromberg. Schon vor Corona habe die Bettenauslastung sich bei 50 Prozent bewegt. Als gut werde aber branchenüblich erst eine Bettenauslastung ab 60 Prozent bezeichnet.

Seit Corona liege sie in den Remscheider Hotels bei 18 bis 20 Prozent. „Und dieses Jahr wird nicht mehr viel passieren. Wir kämpfen alle“, sagt Markus Kärst. Zumal viele Firmen durch Corona vermehrt auf Videokonferenzen setzten.

Entsprechend bewertet er die Entscheidung der Familie Sattar, das Hotel Abalone zu eröffnen, als einen mutigen Schritt. Allerdings sei das Hotel keine Neueröffnung, sondern ein bestehendes Haus, das auf dem Markt bekannt sei.

Ganz anders bewertet Markus Kärst das Hotel-Projekt der Investoren Gate-Invest GmbH aus Wuppertal und der HKM Beteiligungs GmbH, die an der Lenneper Straße ein Hotel mit 136 Zimmer bei einem Investitionsvolumen von 14,5 Millionen Euro bauen wollen. Hierfür gebe es keinen Bedarf in Remscheid, ist Markus Kärst überzeugt.

Hintergrund

Das Hotel Abalone an der Stockder Straße ist ein Familienbetrieb, der von Ali Sattar und seinem Bruder Mustafa sowie dessen Ehefrau Hasina geführt wird. Das Hotel verfügt insgesamt über elf Gästezimmer.

Von einem besonderen Kurztrip ist Claudia Heckmann-Maier vor einigen Tagen zurückgekehrt. Die Büroleiterin des Reisebüros Heckmann im Stadtteil Hasten war ein Wochenende lang auf Kreta, um sich vor Ort ein Bild von den dortigen Hygienevorschriften zu machen.

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