Socke, Ben und Oli drehen ihre Runden über Zuschauerköpfen

Die gekonnten Flugvorführungen sorgten bei den Zuschauern für staunende Blicke. Foto: Michael Schütz
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Die gekonnten Flugvorführungen sorgten bei den Zuschauern für staunende Blicke. Foto: Michael Schütz

Falknerei Bergisch Land lädt zu Flugshows ein

Von Sabine Naber

Die Falknerei Bergisch Land meldet sich aus der Corona-Zwangspause zurück. Auf dem runden Platz im Wald, der an drei Seiten von Sitzbänken umrahmt ist, verfolgten am Samstagnachmittag rund 40  Zuschauer gespannt die Shows im Örtchen Grüne. Als erstes nahm Socke Platz auf einem der drei abgesägten Baumstämme, die mitten im Rondell standen.

Socke ist eine Schleiereule, die in unseren Wäldern heimisch ist. „Wer lebt denn dort noch?“ will Falkner Ramon Raddli, der immer zunächst die Kinder anspricht, von ihnen wissen. „Steinkauz, Schnee-Eule, Uhu“, rufen ihm die Kids zu. „Und wisst ihr auch, wann so eine Schleiereule aktiv ist“, kommt gleich die nächste Frage. „Nachts“, war man sich da schnell einig.

Nachdem Socke dann mehrmals vom Baumstamm auf die Hand des Falkners, der natürlich einen Lederhandschuh trug, geflogen war und sich etwas Leckeres abgeholt hatte, forderte Raddli die Gäste auf, tüchtig zu applaudieren. „Das ist wichtig, denn wenn Socke den Applaus hört, dann weiß sie, dass für heute Feierabend ist.“

Als nächstes kam Ben. Ein Virginia-Uhu, eine der größten Eulenarten des amerikanischen Kontinents. „Seine Größe, seine imposanten Fänge, in die auch mal ein Kaninchen reinpasst, das macht den Uhu aus“, sagte Raddli und erzählte, dass der Uhu unter einer zehn Zentimeter hohen Schneedecke noch den Herzschlag einer Maus hört.

„Was können Eulen, was wir nicht können“, wollte der Falkner dann vom Publikum wissen. „Sie können ihren Kopf ganz weit rumdrehen“, hieß es da. „Genau“, lobte Raddli und ergänzte: „ Sie können ihn bis zu 270 Grad drehen, die Augen sind allerdings nur nach vorne ausgerichtet.“ Als es dann nach etlichen Runden für Ben „ab nach Hause“ hieß, dachte der gar nicht daran und blieb seelenruhig auf seinem Baumstamm sitzen. Da war Überredungskunst nötig, bis er sich schließlich in Richtung Voliere aufmachte.

Vögel haben sich coronabedingt ein bisschen Speck angefuttert

Feierabend wollte auch Geier Oli am Samstagnachmittag nicht so schnell machen. Er ist eigentlich in Afrika heimisch, hat einen langen, spitzen Schnabel und keine Haare auf dem Kopf. „Er ist nur so halbhübsch“, bringt es der Falkner auf den Punkt. „Er frisst Aas, aber was ist das eigentlich“, wollte er von den Kindern wissen. „Tote Tiere“, hatten sie die richtige Antwort gleich parat.

Für den Weißkopfseeadler Whisky war es eine Premiere. Zum ersten Mal nahm er an einer Flugshow mit relativ großem Publikum teil. Und so richtig geheuer schien ihm die ganze Sache dann auch nicht zu sein. Erst nach zahlreichen Lockrufen erhob er sich majestätisch und drehte seine Runden. „Weißkopfseeadler fressen Fisch, Wasservögel und kleine Säugetiere. Und je älter sie werden, desto weißer sind der Kopf und die Schwanzfeder“, erfuhren die Zuschauer. Und auch, dass sich die Vögel nach der in diesem Jahr besonders langen coronabedingten Pause ein bisschen Winterspeck angefuttert haben und sich jetzt sagen, warum soll ich zum Falkner fliegen, wenn ich keinen Hunger habe.

Die Falknerei Bergisch Land an der Grüne zeigt dienstags bis samstags um 15 Uhr und an Sonn- und Feiertagen um 11 und um 15 Uhr ihre Flugvorführungen

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