Hebammen sind gefragt

Fachstelle „Frühe Hilfen“: Hier erhalten Eltern von Kleinkindern Rat

Annette Stevens (l.) und Alexandra Krause beraten Eltern und Netzwerkpartner. Foto: Roland Keusch
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Annette Stevens (l.) und Alexandra Krause beraten Eltern und Netzwerkpartner.

Fachstelle „Frühe Hilfen“ informiert kostenfrei.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Die Nachfrage ist groß: Etwa 650 Stunden waren die beiden Familienhebammen und die Familien-Gesundheits-Kinderkrankenschwester vergangenes Jahr bei Remscheider Familien im Einsatz. Um die wichtige Arbeit weiter leisten zu können, hat der Rat im November eine Aufstockung der Fachstelle „Frühe Hilfen“ und der Gesundheitskräfte beschlossen. Aber was macht die Fachstelle genau? Wir erklären den Hintergrund.

Was verbirgt sich hinter den „Frühen Hilfen“?

Eine Fachstelle, die 2013 gegründet wurde. Sie hat mehrere Funktionen. Zum einen bietet sie ein kostenloses Beratungs- und Informationsangebot für werdende Eltern und junge Eltern mit Kindern im Alter von null bis drei Jahren an, um sie in ihrer Erziehungsverantwortung zu unterstützen. Je nach Bedarf vermitteln Annette Stevens und Alexandra Krause eine der beiden Familienhebammen oder eine Familien-Gesundheits-Kinderkrankenschwester. Die Fachstelle mit Sitz in der Elberfelder Straße 41 ist aber auch Ansprechpartner für alle Netzwerkpartner. Zum Beispiel die Frühförderstelle, die Schwangerenberatungen, Gesundheitsamt und viele mehr. Dritte Aufgabe der Fachstelle sind die Willkommenstaschen: Alle Remscheider Eltern, die Nachwuchs erhalten, bekommen kostenlos eine prall gefüllte Tasche unter dem Motto „Willkommen in Remscheid“. Ausgehändigt werden diese nach der Geburt im Sana-Klinikum, bei der standesamtlichen Anmeldung des Babys oder bei einem Hausbesuch.

Was ist in den Taschen enthalten?

Alle Remscheider Eltern erhalten ein Glückwunschschreiben vom Oberbürgermeister zur Geburt ihres Kindes. Die Willkommenstasche enthält jede Menge Infomaterial für Eltern. Das Heft „Kurz und knapp“ behandelt zum Beispiel alle relevanten Themen rund ums Kleinkind wie gesunder Schlaf oder Ernährung. Zudem ein Babytagebuch mit kurzen Erklärungen zu jedem Lebensmonat und der Möglichkeit für die Eltern, Fotos und Notizen einzutragen. „Worüber sich die Familien auch sehr freuen, ist unser Schnuffelhase Ole, der als Präsent für die Kinder dazugelegt wird“, sagt Stevens. Das Infomaterial wird von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bezogen. Eine Neuauflage der Tasche wurde von Sponsoren wie dem Sana-Klinikum oder der Stadtsparkasse ermöglicht. Bis zu 1000 Taschen bestückt das Team im Jahr.

Wer sind die Träger der „Frühen Hilfen“?

Der Caritasverband und der Kinderschutzbund. Über das Kinderschutzgesetz fließen Bundesmittel in die präventive Arbeit der „Frühen Hilfen“, die Netzwerkkoordination obliegt dem Fachdienst Jugend. Seit 2018 werden die „Frühen Hilfen“ auch mit kommunalen Mitteln gefördert.

Mit welchen Fragen wenden sich die Eltern an die Fachstelle?

„Die Fragen, die immer wieder auftauchen, sind: Mein Kind schläft nicht richtig, was kann ich tun? Oder: Wie gestalte ich den Übergang der Nahrung vom Stillen zu Babybrei?“, skizziert Annette Stevens. „Viele Eltern sind oft auch unsicher, wenn neue Entwicklungsschritte kommen, und fragen dann: Ist das normal, mache ich das richtig?“, fügt Alexandra Krause hinzu. Auch Kinderärzte oder die Schwangerenberatungsstellen in Remscheid vermittelten oft an die Fachstelle.

Wer kann das Angebot nutzen?

Eltern von Kindern im Alter von null bis drei Jahren. Das Angebot ist präventiv und niederschwellig. „Wir hatten zum Beispiel Eltern mit Mehrlingsgeburten, die Unterstützung brauchten. Es gibt aber auch ganz junge Eltern, die sich unsicher im Umgang mit dem Neugeborenen fühlen und niemanden haben, den sie sonst fragen können“, erzählt Stevens. Für die Eltern ist die Beratung kostenlos. Sie bezahlen auch nichts für den Einsatz der Familienhebammen oder der Familien-Gesundheits-Kinderkrankenschwester. Meist unterstützen die medizinischen Fachkräfte die Familien einmal in der Woche, bei Bedarf auch öfter.

Wie viele Familien nehmen dies wahr?

Es gab Jahre, da waren es bis zu 40 Familien, schätzen Stevens und Krause, 2020 waren es bis zu 20 – pandemiebedingt war die Nachfrage etwas geringer.

Kontakt

Kontakt: Fachstelle Frühe Hilfen, Elberfelder Straße 41, Tel. 7 91 41 70; E-Mail: fachstelle@fruehe-hilfen-rs.de.

Sprechstunde: Familien-Gesundheits-Kinderkrankenschwester Iris Koch berät am 3. März, 10 bis 12 Uhr: Tel. (01 63) 1 52 26 11, Familienhebamme Simone Picard am 17. März, 14 bis 16 Uhr: (01 70) 88 66 00.

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