Schmalkalder Straße

Experten sichten Bodenproben für Berufskolleg

So soll das Berufskolleg Wirtschaft am Hauptbahnhof einmal aussehen. Foto: Ten Brinke Group
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So soll das Berufskolleg Wirtschaft am Hauptbahnhof einmal aussehen.
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Auf Grundstück am Hauptbahnhof fahren Bagger vor – Vorboten einer Großbaustelle.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Bagger am Hauptbahnhof sind die Vorboten für eine Großbaustelle, die für das neue Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung eingerichtet wird. Ab kommenden Montag entnehmen Experten mit den Fahrzeugen auf dem Grundstück an der Schmalkalder Straße Bodenproben. „Das Erdreich wird abtransportiert und im Labor auf Belastungen untersucht“, berichtet der städtische Gebäudemanager Thomas Judt. Die Ergebnisse liefern die Grundlage für ein „Entsorgungs- und Verwertungskonzept“, das für den Boden vorgeschrieben ist.

Teile seien vermutlich kontaminiert. „Das liegt daran, dass dort früher einmal Gebäude standen und Autos abgestellt waren. Typisch für urbanen Stadtboden“, erklärt Judt. So sei es denkbar, dass Teile des Erdreiches etwa mit Schwermetallen und Ölen belastet seien. Dies ziehe eine spezielle Entsorgung nach sich. „Ein Bodengutachter wird genau aufzeigen, wo die Mitarbeiter den Bagger ansetzen sollen“, kündigt Judt an.

Er erwartet, dass der Totalunternehmer, der mit dem millionenschweren Projekt betraut wurde, in der nächsten Woche den Bauantrag einreichen werde. Die europaweite Ausschreibung gewann Industriebau Imetaal GmbH & Co. KG mit Sitz in Emmerich, die eine hochmoderne Schule als Ersatz für das betagte Kolleg an der Stuttgarter Straße bauen soll – barrierefrei und auf der Höhe der energetischen Technik.

„Das kann November oder auch Dezember werden.“
Thomas Judt über den ersten Spatenstich

Wann der erste Spatenstich erfolgt, könne er nicht genau abschätzen. „Das kann November oder auch Dezember werden,“ sagt Judt. Zunächst einmal müsse die Verwaltung den Bauantrag genehmigen, was mindestens drei Monate dauere. Und dann gebe es auch noch zwei Bäume, die gefällt werden müssten. „Das kann wegen der Vegetationsperiode ohnehin erst im Oktober geschehen.“

Dennoch zeigt sich Judt zuversichtlich, dass das neue Kolleg wie geplant bis Mitte 2022 bezogen werden kann. „Wir rechnen mit einer Bauzeit von eineinhalb Jahren.“ Über 1400 Schüler und 65 Lehrkräfte können dann umziehen.

Das neue Schulgelände bietet 80 Pkw-Parkplätze und ebenso viele Fahrradstellplätze. Das Gebäude verfügt über eine Nutzfläche von 5745 Quadratmetern, wobei es aus drei zueinander versetzten Baukörpern besteht. Das Konzept sieht einen überdachten Eingang vor, der zu einem Foyer führt. Dieses soll durch große Fensterfronten natürlich belichtet werden. Eine Cafeteria soll daran angrenzen – mit einem barrierefreien Zugang in den Schulhof.

Für das Projekt werden Gesamtkosten von rund 30,5 Millionen Euro veranschlagt.

Standpunkt: Historische Dimension

frank.michalczak@rga-online.de

Ein Kommentar von Frank Michalczak

Dem Neubauprojekt am Hauptbahnhof kommt eine fast schon historische Dimension für unsere Stadt zu: Denn es ist mittlerweile äußerst selten, dass Remscheid eine neue Schule baut. Das letzte Mal geschah ein derartiges Großereignis vor einem Viertel Jahrhundert mit der Entstehung der Sophie-Scholl-Gesamtschule. Für das neue Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung muss die Stadt tief in ihre klamme Kasse greifen. Mehr als 30 Millionen Euro zahlt Remscheid für einen Gebäudekomplex, der vielfältige Erwartungen erfüllen soll. 

Der Totalunternehmer muss für moderne Unterrichtsräume sorgen, für Barrierefreiheit, für höchste energetische Standards – also für all das, was das bisherige Kolleg an der Stuttgarter Straße nicht vorweisen kann. Dort herrscht in manchen Ecken, Winkeln und Klassenzimmern noch der Charme der Nachkriegszeit. Das neue Gebäude bedeutet für die Arbeit von Schülern und Lehrern einen Quantensprung. Da sind die Baukosten von 30 Millionen Euro gut investiertes Geld.

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