Gericht

Ex-Frau belastet Angeklagten schwer

+

Vergewaltigungsprozess vor dem Landgericht.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Ein 45 Jahre alter Angeklagter aus Remscheid soll seiner inzwischen geschiedenen Frau (46) die Vergewaltigung der gemeinsamen Tochter gestanden haben. Das sagte die 46-Jährige als Zeugin im Landgericht Wuppertal aus: „Ich habe ihn direkt gefragt. Er hat einfach ‘Ja’ geantwortet.“ Sonst nichts, fügte die Frau hinzu: „Ich wollte eigentlich von ihm wissen, wie man seinem eigenen Kind so etwas antun kann.“

Laut Anklage ereignete sich die Tat im März 2015, am damaligen Wohnort der Familie außerhalb von Remscheid. Die Tochter war 17 Jahre alt. Der Angeklagte habe sie morgens zu sich ans Bett gerufen, als die Frau zur Arbeit gegangen war. Er habe verlangt, dass sich die Tochter ausziehe. Dann habe er seinen Übergriff begonnen und sie vergewaltigt. Der Mann bestreitet den Vorwurf.

Das Gericht befragte die Tochter zu ihrem Schutz ohne Öffentlichkeit. Die Mutter berichtete, in der Familie habe sich 2015 eine Krise extrem zugespitzt: „Einmal habe ich eine Schere im Bein abbekommen, weil ich beim Nachhausekommen zu spät ‘Hallo’ gesagt habe.“

Zur Anzeige der Vergewaltigung kam es, nachdem der Mann zu Weihnachten 2015 in der gemeinsamen Wohnung randalierte. Grund soll gewesen sein, dass er das Handy der Tochter auf Kontakte kontrollieren wollte und sie nach seiner Auffassung zu langsam gehorchte. Die Mutter sagte: „Er hat sie als sein Eigentum angesehen. Er hat ganze Nächte vor ihrem Zimmer Wache gehalten.“ Von der Vergewaltigung habe ihr die Tochter wenige Tage zuvor erzählt.

Der Mann kam vorübergehend in die psychiatrische Klinik Tannenhof. Während dessen zog die Familie aus der Wohnung aus. In der Klinik sei es auch zum Geständnis gekommen. Der Angeklagte kommentierte das mit einem Kopfschütteln.

Zeugen zufolge gestaltete der Mann 2015 seine Tage mit Cannabis-Konsum und Computerspielen. Das Paar war da 19 Jahre verheiratet. Ein früherer Freund (31) des Angeklagten ist nun Partner der Tochter. Er habe von der Vergewaltigung gehört – bis in die Einzelheiten, sagte der Mann. Zum Abschied aus dem Saal sagte dieser Zeuge dem Angeklagten: „Schäm’ Dich.“ Das Gericht will am 25. November weiter verhandeln.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Rasender Motorradfahrer gefährdet sich und andere
Rasender Motorradfahrer gefährdet sich und andere
Rasender Motorradfahrer gefährdet sich und andere
Trio überfällt 58-jährigen Remscheider wegen Nacktvideos
Trio überfällt 58-jährigen Remscheider wegen Nacktvideos
Trio überfällt 58-jährigen Remscheider wegen Nacktvideos
Kündigungen am Sana-Klinikum: Lösung für „50 plus X“ Mitarbeiter deutet sich an
Kündigungen am Sana-Klinikum: Lösung für „50 plus X“ Mitarbeiter deutet sich an
Kündigungen am Sana-Klinikum: Lösung für „50 plus X“ Mitarbeiter deutet sich an
Zweitimpftermine für Remscheider der Sonderimpfaktion am 18. Mai
Zweitimpftermine für Remscheider der Sonderimpfaktion am 18. Mai
Zweitimpftermine für Remscheider der Sonderimpfaktion am 18. Mai

Kommentare