EWR informiert

Erdgas: Viele Abschläge steigen erneut

Die Umlagen lassen die Gas-Abschläge steigen, die Mehrwertsteuersenkung voraussichtlich wieder sinken.
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Die Umlagen lassen die Gas-Abschläge steigen, die Mehrwertsteuersenkung voraussichtlich wieder sinken.

Zum 1. August hatte die Stadtwerketochter EWR für viele ihrer Gas-Kunden die Preise erhöht, keine zwei Monate später flattern nun die nächsten Schreiben mit einer Erhöhung der Abschläge ins Haus.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Anfang Oktober tritt die von der Bundesregierung beschlossenen Gas-Umlage in Kraft: 2,419 Cent Gasbeschaffungsumlage und 0,059 Cent Gasspeicherumlage, jeweils je Kilowattstunde und zuzüglich Mehrwertsteuer.

Beide Umlagen gebe man 1:1 an die Kunden weiter, bestätigt EWR-Pressesprecher Klaus Zehrtner auf RGA-Nachfrage. Für die in der Grundversorgung zum 1. Oktober, für die mit Sonderverträgen einen Monat später. Dass zwei solcher Briefe kurz hintereinander kommen, sorge verständlicherweise für Unmut, sagt Kathrin Kaiser aus dem EWR-Produktmanagement: „Aber im Juni, als wir die ersten Schreiben verschickt haben, hatten wir noch keine Kenntnis davon, wie die Umlagen genau aussehen werden.“

Zu befürchten sei zudem, dass dies nicht das letzte Schreiben dieser Art war. „Die Umlagen können alle drei bis sechs Monate angepasst werden“, erklärt Kathrin Kaiser. Komme es dazu, müsse man auch neue Briefe an die Kunden verschicken.

Wie stark die Abschläge steigen, hängt vom jeweiligen Verbrauch ab. Eine Beispielrechnung auf der EWR-Internetseite zeigt, dass ein Haushalt mit 10 000 Kilowattstunden Verbrauch mit etwa 25 Euro pro Monat rechnen muss. Zumindest bei der derzeit noch gültigen Mehrwertsteuer von 19 Prozent. Die soll aber, hat das Bundeskabinett gerade beschlossen, auf 7 Prozent sinken. Und das nicht nur für die Umlage, sondern für den gesamten Gas-Preis.

EWR Energiespartipps helfen beim Energiesparen

Kommt das durch den Bundestag, was zu erwarten ist, würde eine Kilowattstunde Gas im Grundversorgertarif der EWR 18 statt 19,94 Cent kosten. Für den Beispielhaushalt mit 10 000 Kilowattstunden Verbrauch eine Entlastung von etwa 194 Euro jährlich, so dass die tatsächliche Mehrbelastung durch die Umlage dann etwa 10 Euro je Monat betragen würde. Die Mehrwertsteuersenkung werde man ebenfalls 1:1 an die Kunde durchreichen, verspricht Kathrin Kaiser. Dann allerdings ohne erneutes Info-Schreiben. „Um nicht noch mehr Verwirrung zu stiften.“

Mit den Umlagen sollen Gas-Importeure und Betreiber von Gas-Speichern wirtschaftlich gestützt werden. Zahlen müssen sie im Prinzip alle privaten und gewerblichen Gas-Kunden. Unklar ist laut Verbraucherzentrale aber noch, ob dies auch für Verträge mit Preisgarantie gilt. Wer einen solchen Vertrag hat und es sich finanziell leisten kann, soll die Umlagen erst mal zahlen, raten die Verbraucherschützer deswegen: „Aber machen Sie Ihrem Versorger schriftlich klar, dass Sie nur unter Vorbehalt zahlen.“

Ebenfalls nicht abschließend geklärt ist, ob durch die Umlagen ein Sonderkündigungsrecht wie bei einer Preiserhöhung entsteht. „Wir meinen: Ja“, sagt die Verbraucherzentrale, mahnt aber, sich den Wechsel gut zu überlegen: Die Umlagen werden überall fällig. Und die Gas-Preise kennen derzeit nur eine Richtung: nach oben.

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