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ETV gibt Gas und entstaubt den Übungsplan

Ehrung langjähriger Vereinsmitglieder in der Turnhalle: (v.l.) Ruth Frohn, Dr. Ingrid Lullic, Reiner Rau, Isabel Pleiß. Foto: Michael Schütz
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Ehrung langjähriger Vereinsmitglieder in der Turnhalle: (v.l.) Ruth Frohn, Dr. Ingrid Lullic, Reiner Rau, Isabel Pleiß.
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Ehringhauser Turnverein hat während der Pandemie 110 Mitglieder verloren, blickt aber zuversichtlich in die Zukunft

Remscheid. Corona hat dem kleinen Ehringhauser TV schwer zugesetzt. Während der Pandemie hat der Turnverein im Süden Remscheids über 100 Mitglieder verloren. Waren es 2019 noch 370, weist die Kartei momentan 260 aus. Auf der Hauptversammlung sprach die Vorsitzende Ulrike Schatton von einer Entwicklung, die Anlass zur Sorge gäbe, aber nicht existenzbedrohend sei. Ein riesiges Loch in die Kasse hat sie aber allemal gerissen.

Überraschend kam die Entwicklung nicht. „Denn wir haben nur eine Turnhalle, kein Außengelände.“ Über viele Monate ging bei den diversen Betätigungsangeboten nichts mehr. Weder Fitness & Aerobic, Wirbelsäulengymnastik, Tai Chi oder Wassergymnastik war möglich. Auch das Kinderturnen fiel 2020 aus. Das schmerzte und war der Grund, glaubt Schatton, dass Eltern ihren Nachwuchs während der langen Covid-19-Pause Kosten sparten und abmeldeten. Jetzt, wo viele durchgeimpft sind, die Hygiene- und Abstandsregeln sportliche Kontakte erlauben, ist die Hoffnung groß, dass der Traditionsverein von 1880 durchstartet. Die erste Voraussetzung dafür ist erfüllt.

Die 38 Besucher bei der Versammlung in der Turnhalle vernahmen Positives. Denn seit der ETV im Frühjahr über den RGA frisches Sportpersonal suchte, erfuhr er viel Resonanz: „Wir sind stolz, dass wir fünf neue Übungsleiterinnen gewinnen konnten. Damit stehen wir unter Remscheids Sportvereinen super da“, erklärt Ulrike Schatton. Die neuen Coaches sollen helfen, die in die Jahre gekommenen Übungspläne zu entstauben.

„Wir müssen zugeben, dass die 30- bis 50-Jährigen in der Vergangenheit ein stiefmütterliches Dasein bei uns führten. Diese Altersschicht hatten wir nicht ausreichend berücksichtigt“, räumt Ulrike Schatton ein, die mit Rainer Bannert und Axel Strassmann die Geschäfte im ETV führt.

Jenni Geißler hat den Flyer für das neue Sportprogramm entwickelt, das die Ehringhauser abseits des Mannschaftssports attraktiver machen soll. In der 200 Quadratmeter großen Einfachturnhalle gibt es nun High Intensive Intervalltraining (HIIT) zum Auspowern. Dienstagabends (20.15 bis 21.15 Uhr) kurbelt Jenni Geißler den Stoffwechsel an, verbessert die Kraftausdauer und trainiert das Herz-Kreislaufsystem. Neu ist auch das Damensolo. An drei Schnupperterminen bittet Ulla Wieber am 14., 21. und 28. September (10.45 bis 11.45 Uhr) zum Tanz.

Den gibt es nun auch für die Kleinen von drei bis sechs Jahren, immer freitags (15.30 bis 16.30 Uhr) mit Daniela Franz. Seine Stärken hat der Verein im Südbezirk bei der Jugend für Kinder bis zehn Jahren. Los geht es mit Kursen ab sechs Monaten.

„Wir sind stolz, dass wir fünf neue Übungsleiterinnen gewinnen konnten.“

Ulrike Schatton, ETV-Vorsitzende

Die 9 000 Euro, die nach der Zwangspause und den Austritten auf dem Konto fehlen, will der Ehringhauser TV teilweise durch eine Anhebung der Beiträge abfedern. Geplant ist diese zum Jahreswechsel für Erwachsene. Zurzeit zahlen sie acht Euro, Pensionäre sieben Euro. „Angedacht ist eine Erhöhung von bis zu zwei Euro“, deutet Ulrike Schatton an. Der Vorstand hält dies für vertretbar, zumal die letzte Erhöhung 2013 vorgenommen wurde.

Nachdem es aus dem Landesprogramm „Moderne Sportstätte“ knapp 70 000 Euro für ein neues Dach, die Heizung und zum Beheben der Feuchtigkeitsschäden auf der Kegelbahn gab, ist für die Remscheider Sportvereine mit Immobilienbesitz noch Geld im Topf. So erhielt der ETV im Mai einen Zuwendungsbescheid über 10 000 Euro, der es ermöglicht, die freischwingende Glastür in der Halle durch eine Sicherheitstür zu ersetzen. Die Fachfirma ist beauftragt, der Einbau soll im Frühjahr 2022 erfolgen.

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