Alarmierungssystem für Ersthelfer

Ersthelfer-App würde jährlich 60.000 Euro kosten

Die App würde Ersthelfern beistehen, während sich der Rettungsdienst auf den Weg zum Einsatzort macht. Allerdings ist das nicht kostengünstig für die Städte.
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Die App würde Ersthelfern beistehen, während sich der Rettungsdienst auf den Weg zum Einsatzort macht. Allerdings ist das nicht kostengünstig für die Städte.

Die App würde Ersthelfern beistehen, während sich der Rettungsdienst auf den Weg zum Einsatzort macht. Allerdings ist das nicht kostengünstig für die Städte.

Von Timo Lemmer

Remscheid. Bei internistischen Notfällen ist Eile geboten. Muss ein Patient bereits reanimiert werden oder droht, jeden Moment reanimationspflichtig zu werden, zählt jeder Moment. Das sogenannte therapiefreie Intervall, also die Zeit, in der auf einen Herz-Kreislaufstillstand noch nicht mit Gegenmaßnahmen reagiert wird, sollte so gering wie möglich gehalten werden. Dies ist der Ansatzpunkt von Ersthelfer-Apps, von denen es inzwischen eine Reihe auf dem Markt gibt: Auf diesen Plattformen verbinden sich geschulte Ersthelfer, die benachrichtigt werden, wenn es in ihrer Nähe einen Notfall gibt –um die Zeit zu überbrücken, die der Rettungsdienst zum Einsatzort benötigt.

Die Etablierung einer solchen Ersthelfer-App in Remscheid, die an den Einsatzleitrechner der Feuerwehr angeschlossen werden würde, verursache voraussichtliche Kosten von 59 925 Euro pro Jahr. Im Jahr der Einführung liege der Betrag aufgrund technischer Bedarfe einmalig bei 68 550 Euro. Das geht aus einer Mitteilung der Verwaltung hervor, die zur Sitzung des Ausschusses für Bürgerservice, Ordnung und Sicherheit am kommenden Dienstag vorliegt. Die Linke hatte eine entsprechende Anfrage gestellt.

Remscheid wird an das Telenotarzt-System angebunden

Die Verwaltung hatte sich hierzu bei Kommunen, die bereits auf eine solche App setzen, sowie unterschiedlichen Anbietern erkundigt. Sie erklärt auf dieser Datenbasis ferner, dass mit 300 Alarmierungen im Stadtgebiet pro Jahr gerechnet werden könnte. Rund 300 Mitmachende wären vonnöten, um mit der App eine sinnvolle, ausfallsichere Abdeckung zu erreichen.

App-Kosten sind im Haushalt nicht vorgesehen

Die Teilnehmer müssen volljährig sein. Auf die Stadt kämen unter anderem folgende Aufgaben zu: rechtliche Vereinbarungen mit den Ersthelfern abschließen und Einführungs- sowie laufende Auffrischungslehrgänge anbieten. Die 90-minütige Einführungsschulung ist verpflichtend, um als Ersthelfer registriert zu werden. Außerdem müsste eine halbe Stelle zur ständigen Betreuung der Ersthelfer-App eingerichtet werden.

Aus medizinischer Sicht attestiert die Verwaltung einer solchen App eine hohe Sinnhaftigkeit. Demgegenüber stünden die etwa 60 000 Euro jährlich, die – anders als die rettungsdienstliche Versorgung – nicht refinanzierbar sind. Die notwendigen Mittel dafür sind im Doppelhaushalt 2021/22 auch nicht vorgesehen.

Projekt der Polizei: Wie junge Frauen zu Schutzengeln werden.

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