Weihnachtstreff auf dem Rathausplatz ist gestartet

Weihnachtstreff: Erstes Wochenende stimmt zuversichtlich

Zwischen Leckereien und Desinfektionsmitteln: Der Weihnachtstreff auf dem Rathausplatz war an seinem ersten Wochenende gut besucht. Es gilt die 3G-Regel, die stichprobenartig kontrolliert wird. Fotos: Michael Schütz
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Zwischen Leckereien und Desinfektionsmitteln: Der Weihnachtstreff auf dem Rathausplatz war an seinem ersten Wochenende gut besucht. Es gilt die 3G-Regel, die stichprobenartig kontrolliert wird.

Anhaltender Regen trübt die Stimmung am Samstag.

Von Peter Klohs

Remscheid. Der Remscheider Weihnachtstreff hat wieder geöffnet. Seit Freitag darf man unter Einhaltung der 3G-Regeln, die stichprobenartig vom Ordnungspersonal des Veranstalters überprüft werden, den Rathausplatz besuchen. Für das leibliche Wohl der Gäste ist reichhaltig gesorgt, dazu gibt es weihnachtliche und winterliche Artikel. Und natürlich die XXL-Eisbahn.

Veranstalter Marcel Müller ist mit den ersten drei Tagen des Weihnachtstreffs zufrieden. „Am Freitag war es sehr voll, besonders zum Feuerwerk drängten sich sehr viele Menschen auf dem Platz. Die Gäste waren, als sie den mangelnden Sicherheitsabstand bemerkten, aber sehr einsichtig.“ Etwa 70 Prozent hätten eine Maske getragen. „Obwohl wir Open Air sind.“ Samstag sei der Besuch wegen des anhaltenden Regenwetters mau gewesen. „Aber heute ist es doch wieder erfreulich.“

Er hat recht: Am Sonntagnachmittag um kurz nach 15 Uhr ist der Besuch beachtlich. Wegen der recht kühlen Temperaturen ist der Stand, an dem Socken und Schals aus Wolle verkauft werden, gut besucht. Auf der 800 Quadratmeter großen Eisbahn ist ein halbwegs geordnetes Gewimmel an Schlittschuhläufern zu sehen. Zu schwungvoller Popmusik werden Pirouetten gedreht. Und von Anfängern erste Gleitbewegungen geübt.

Eisbahn funktioniert bei diesen Temperaturen einwandfrei

Ellis ist sechs Jahre alt und steht zum ersten Mal in Schlittschuhen auf dem Eis. Seine Hände sind verkrampft und in den Fingern seines Vaters versteckt. Er ist so konzentriert, dass er auf die Frage, ob es ihm Spaß macht, gar nicht antwortet. Der Vater zuckt die Achseln und lächelt: Was soll man machen?

„Es ist für unseren Weihnachtstreff optimales Wetter“, sagt Marcel Müller. „Kühl und trocken. Auch die Eisbahn funktioniert bei diesen Temperaturen einwandfrei. Die Gäste wünschen sich natürlich etwas Schnee, auf den die Schausteller ebenso natürlich verzichten können.“ Denn Schnee bedeute, dass das Gelände geräumt werden müsse. „Ich persönlich brauche in den nächsten sechs Wochen keinen Schnee.“

Ich persönlich brauche in den nächsten Wochen keinen Schnee.

Veranstalter Marcel Müller

Auf die Sicherheitskontrollen angesprochen sagt der Hannoveraner: „Mein Sicherheitsdienst überprüft stichprobenartig die Gäste, was auch die Aufgabe des Ordnungsamtes ist.“ Am Samstag sei der KOD verstärkt vor Ort gewesen, sonntags gar nicht. „Ich müsste diese Regeln ab einer Besucherzahl von 2500 einhalten. Dass ich sie jetzt schon einhalte, mache ich freiwillig.“ Nun blicke man auf die nächste Ministerkonferenz, die für Donnerstag geplant ist: „Noch weiß keiner, welche Regeln dann erlassen werden. Sicher ist aber: Wir werden uns streng daran halten.“

An jedem Stand stehen Desinfektionsmittel bereit

Aber das Sicherheitskonzept des Weihnachtstreffs geht weiter: An jedem Stand stehen Desinfektionsmittel bereit. Das Toilettenhäuschen ist deutlich vergrößert worden. „Im Freien ist die Ansteckungsgefahr zu 95 Prozent geringer als in geschlossenen Räumen“, sagt Müller. „Aber die Vernünftigen, und die sind auf diesem familiären und ruhigen Treff in der Überzahl, die denken daran, sich zu schützen.“ Wieder hat er recht. Die Ballermann-Mentalität hat Marcel Müller stets abgelehnt. Bei ihm gibt es keine „Partys“.

Ellis hat mittlerweile etwas an Sicherheit gewonnen und lässt sich vom Vater über das Eis ziehen. Franzi zeigt ein paar Meter weiter ihrer Freundin Francesca, wie man sich in beide Richtungen drehen kann. Auf einer der größten Eisbahnen Deutschlands ist es noch immer ziemlich voll. Und das wird sich bis zum 23. Dezember auch nicht mehr fühlbar ändern. Wenn das Wetter mitspielt. Marcel Müller ist guter Dinge.

HIntergrund

Die ersten Verbindungen des Hannoveraners Marcel Müller nach Remscheid ergaben sich vor 17 Jahren. Vor neun Jahren übernahm er den Weihnachtstreff von der Stadt und betreibt diesen seitdem mit Bruder Alexander. Der Treff ist bis zum 23. Dezember wochentags von 11 bis 20 Uhr geöffnet, am Wochenende mindestens eine Stunde länger. Am 21. November ist der stille Feiertag Totensonntag und der Weihnachtstreff bleibt geschlossen.

Standpunkt: Eigenverantwortlich

Kommentar von Sven Schlickowey

sven.schlickowey @rga.de

Voll war es am Sonntag auf dem Weihnachtstreff vor dem Rathaus, manchem vielleicht schon zu voll. Zwischen den Buden kamen sich die Besucher teils bedenklich nah. Und die Einhaltung der 3G-Regel wurde auch nur stichprobenartig überprüft. Muss das denn sein, wird sich da mancher gefragt haben, erst recht bei den derzeit steigenden Inzidenzen. Und die Antwort lautet: Es muss nicht sein. Aber es darf. Nach eineinhalb Jahren Pandemie sollten wir in der Lage sein, eine Freiluftveranstaltung wie einen Weihnachtsmarkt mit einem gewissen Maß an Eigenverantwortung zu besuchen. Mit dem gebotenen Abstand, Desinfektionsmittel und den inzwischen bekannten restlichen Regeln. Also ohne dass man sich selber oder andere allzu sehr gefährdet. Hundertprozentige Sicherheit kann und wird es bekanntlich nicht geben. Aber einen eigenverantwortlichen Umgang mit der Situation, die uns alle nun schon so lange belastet. Allein schon deshalb, weil die Alternative sehr viel trüber wäre.

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