Serie: Meine erste Platte

Die Musik von Tina Turner fasziniert sie bis heute

Inga Bauer mit ihren Schallplatten und CDs von Tina Turner und Barbra Streisand. Die Remscheider Unternehmerin besuchte auch die letzten Livekonzerte der beiden Sängerinnen in Deutschland. Foto: Doro Siewert
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Inga Bauer mit ihren Schallplatten und CDs von Tina Turner und Barbra Streisand. Die Remscheider Unternehmerin besuchte auch die letzten Livekonzerte der beiden Sängerinnen in Deutschland.

Inga Bauer erstand ihre erste Langspielplatte im Kaufhof an der Alleestraße.

Von Peter Klohs

Remscheid. „Ausdrucksstarke Frauen faszinieren mich“, sagt Inga Bauer. Insoweit ist es wenig überraschend, dass die erste Langspielplatte, die sie Anfang der 80er Jahre im Kaufhof an der Alleestraße käuflich erwarb, von Tina Turner war. „Private Dancer“, sagt die 1969 in Remscheid geborene Unternehmerin und Inhaberin der Bauer & Böcker GmbH & Co.KG auf der Lange Straße.

„Besonders die Texte, in denen Tina zum Teil deutlich ihre verheerende Ehe mit ihrem ersten Mann Ike verarbeitet, haben mich tief berührt. Denken Sie nur an ‚What’s love got to do with it‘ oder ‚Better be good to me‘.“ Die Sicht auf das Leben, die Akzeptanz des Unwägbaren und auch des Negativen – das fasziniert Inga Bauer bis heute. „Tina Turner ist durchaus eine Rebellin, eine starke Frau, trotz der Krankheiten, die sie mittlerweile heimgesucht haben.“

Bauer liegt ein großes Interview der Wochenzeitung „Zeit“ mit Tina Turner vor, in dem die amerikanische Sängerin im Oktober 2018 über ihr Leben berichtet und in den vielen Lebensweisheiten einfließen. „Tina Turner hat mich musikalisch schon geprägt“, berichtet Inga Bauer.

Dabei waren ihre ersten Begegnungen mit der Musik wenig vielversprechend. Ihre Eltern hörten nur gelegentlich Musik, „Viel Schlager“, wie Bauer heute erzählt. „Und als sich meine Ohren für die Pop- und Rockmusik öffneten, da wurde Tina Turner gerade bekannt, eben mit der erwähnten LP. Ja gut, Michael Jackson war auch in dieser Zeit sehr erfolgreich, aber Tina Turner hatte mir mehr zu geben.“

Natürlich besaß sie auch die zweite sehr bekannte LP der Musikerin aus Nutbush, Tennessee: „Break every rule“. „Habe ich die im Zack Zack gekauft? Ich weiß es nicht mehr genau.“ Bauer hörte Kassetten und sah Videos von ihrer Lieblingssängerin an. „Das Duo-Konzert mit David Bowie habe ich so oft gedudelt, bis es kaputt war“, sagt sie. Auch Konzerte der lebhaften Musikerin hat sie besucht. „Auch das letzte in Köln“, sagt die Unternehmerin. „Da war sie schon über 70 und ging immer noch ab wie eine Rakete.“

Barbra Streisand vermag Inga Bauer beinahe genauso zu faszinieren. „Obwohl die Musik einen völlig anderen Ansatz hat als die von Tina, mochte ich sie immer, auch die Filmmusik der Streisand.“ Am 1. Juli 2007 besuchte Bauer das letzte Konzert, das die Sängerin in Deutschland geben sollte. „Der Liebe wegen habe ich eine Zweitwohnung in Berlin“, verrät Bauer, „und das letzte Streisand-Konzert in Deutschland fand auf der Berliner Waldbühne statt.“

Aktuell hört sie gerne Musik der Südafrikanerin Zonke

An aktueller Musik hört Inga Bauer gerne die südafrikanische Musikerin Zonke, die in Europa noch nicht so bekannt ist wie in ihrem Heimatland, in dem sie als Superstar angesehen wird. Wie in modernen Zeiten üblich gerne über Spotify. Oder sie legt eine CD ein. „Als die CD Mitte der 80er Jahre ihren Siegeszug antrat“, erinnert sich Bauer, „war ich sofort dabei. Es war so toll, die Platte nicht mehr umdrehen zu müssen. Heutzutage höre ich Musik nicht mehr so bewusst wie damals. Musik wird heute viel oberflächlicher konsumiert. Die Musik, mit der ich ‚erwachsen’ geworden bin, erzeugt auch heute noch Bilder auf meiner inneren Leinwand. Da kommt mein erstes Auto vor, wie frei ich mich fühlte damals, so etwas sehe ich, wenn ich diese Musik höre.“

Manchmal denkt sie auch darüber nach, ob es in der heutigen Zeit überhaupt noch möglich wäre, eine solche Ikone wie Tina Turner zu werden. Oder ob die Heldinnen von damals heute eine vergleichbare Karriere hinlegen könnten. Aber das wird unbeantwortet bleiben, und vielleicht ist das auch ganz gut so.

Hintergrund

Inga Bauer, die sich selbst „begeisterte Unternehmerin“ nennt, wurde durch ihre Eltern auf Musik aufmerksam. Zusammen wurde regelmäßig die Hitparade im ZDF angesehen, später auch Formel 1, noch später dann MTV. Inga Bauer, sporttechnisch als Triathletin unterwegs, faszinierte stets die Musik ausdrucksstarker Frauen wie Tina Turner oder Barbra Streisand.

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