Mindestens 25 Bäume

Gefällte Streuobstbäume: Tannenhof plant neue Streuobstwiese – Spender gesucht

Südlich der Remscheider Straße liegt ein alter Hof, der zur Stiftung Tannenhof gehört. Unterhalb des Hofes könnte die Streuobstwiese entstehen.
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Südlich der Remscheider Straße liegt ein alter Hof, der zur Stiftung Tannenhof gehört. Unterhalb des Hofes könnte die Streuobstwiese entstehen.
  • VonSven Schlickowey
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Am alten Gutshof sollen neue Bäume gepflanzt werden – als Ausgleich für die gerodete Streuobstwiese der Stiftung Tannenhof.

Remscheid. Für die gerodete Streuobstwiese der Stiftung Tannenhof deutet sich ein Happy End an. Wie Frank Stiller vom städtischen Umweltamt im Naturschutzbeirat berichtete, hat sich die Stadt mit der Geschäftsführung der Stiftung auf eine Ersatzpflanzung geeinigt. Die soll aber nicht an der bisherigen Stelle entstehen, sondern im Bereich des alten Gutshofs, den die Stiftung südlich der Remscheider Straße, unterhalb von Haus Clarenbach, besitzt.

Das Streuobstwiesenfest bei der Stiftung Tannenhof wird in diesem Jahr nicht stattfinden.

Das sei das Ergebnis eines Vor-Ort-Termins mit dem Umweltamt und Vertretern der Biologischen Station Mittlere Wupper, bestätigt Dietmar Volk, kaufmännischer Direktor des Tannenhofs: „Das kann ich mir an dieser Stelle sehr gut vorstellen, das ist ein Gewinn für die Natur.“ Und auch der Landwirt, der die Flächen drumherum bewirtschaftet, habe zugestimmt.

Streuobstwiese: Das soll gepflanzt werden

Vorgesehen sei, vor allem alte Apfelsorten zu pflanzen, berichtet Volk, die Biologische Station habe bereits entsprechende Vorschläge gemacht. Nach Abschluss der derzeitigen Bauarbeiten an dem neuen Klinikgebäude hole man Angebote ein: „Die Pflanzzeit geht bis März, bis dahin setzten wir das um.“

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25 Bäume sollen es mindestens werden, so viele wie am bisherigen Standort gefällt wurden. Zumindest einen Teil könnte man über Spenden finanzieren, meint Dietmar Volk: „Ich selbst werde auch einen Baum spenden. Aber nicht aus schlechtem Gewissen, sondern weil ich ein grünes Herz habe.“ Wenn sich mehr als 25 Spender fänden, würde die Streuobstwiese einfach größer. Und im Zweifel kämen die Bäume auch noch an andere Stelle auf dem Gelände unter. Zum Beispiel im Bereich der beiden Kindertagesstätten, die die Stiftung betreibt.

Das passiert mit der vorherigen Streuobstwiese

Die Fläche, auf die Streuobstwiese vorher zu finden war, soll erstmal frei bleiben, sagt Volk: „Das ist potenzielle bauliche Entwicklungsfläche.“ Aktuell werde sie genutzt, um Aushub von der nahen Baustelle zu lagern. Weil die Stadt dies als Anschüttung wertet, hat sie zwischenzeitlich ein ordnungsbehördlichen Verfahren eingeleitet – die Verwaltung geht davon aus, dass der Tannenhof dafür eine Baugenehmigung benötigt hätte, weil die Gesamtfläche größer ist als 30 Quadratmeter.

Wie berichtet hatte die Stiftung Tannenhof im August 25 Bäume von ihrer Streuobstwiese entfernen lassen – auf Rat eines Gartenbauunternehmens, wie Dietmar Volk sagt. Die Bäume seien nicht mehr zu retten gewesen. Das auf dem Gelände eigentlich geplante Streuobstwiesenfest musste abgesagt werden, Ende September kam das Thema im Naturschutzbeirat auf die Tagesordnung.

Dabei hat der Tannenhof nicht gegen geltendes Recht verstoßen, wie die Verwaltung kurze Zeit später in einer Vorlage feststellte. Die Streuobstwiese gelte als „gärtnerisch genutzten Grundfläche“, dafür gelte weder die Schutz- und Bestandszeit von März bis September, noch benötige man eine Genehmigung, um Bäume zu fällen.

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