Diskussion

Erreichbarkeit des Sozialamts: Seniorenbüro kann nur Tipps geben

Der Seniorenbeirat beschäftigte sich mit der Arbeit des Remscheider Sozialamts.
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Der Seniorenbeirat beschäftigte sich mit der Arbeit des Remscheider Sozialamts.

Beirat diskutierte über die Erreichbarkeit des Sozialamts.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Über die Erreichbarkeit des Sozialamtes für ältere Menschen diskutierte der Seniorenbeirat an diesem Donnerstag. Die Vorsitzende Gundula Michel (CDU) beklagte, dass sie zuweilen von A nach B geschickt würden, um Unterstützung zu erhalten. Immer wieder seien sie an das Seniorenbüro verwiesen worden, dessen Mitarbeiterin Annette Mores aber nicht für Anträge auf finanzielle Hilfen zuständig sei. „Ich habe mehrfach miterlebt, dass Leute zu ihr gekommen sind, die vom Sozialamt nicht beraten wurden“, erklärte sie.

Damit wurde eine Debatte fortgesetzt, die bei der Beiratssitzung im August Fahrt aufgenommen hatte. Der Seniorenbeauftragte der Stadt, Ralf Krüger, hatte darlegt, dass es längst zu einer Überlastung des Seniorenbüros gekommen sei: „Wir sind die Einzigen, bei denen die Türen offenstehen. Das war schon bei Corona so.“ Annette Mores kann aber nur eines: Zuhören und den älteren Menschen als Lotsin durch die Verwaltungswelt empfehlen, an wen sie sich mit ihren Problemen wenden können.

Senioren in Finanznot schnell helfen

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) und Sozialdezernent Thomas Neuhaus (Grüne) stellten heraus, dass über diese Beschwerde verwaltungsintern „wenig bis gar nichts“ an sie herangetragen wurde. Zudem sei die Erreichbarkeit des Sozialamtes durch eine Hotline mit zwei Telefonnummern verbessert worden. Werktags zwischen 8 und 16 Uhr könnten dort Fragen zur Grundsicherung gestellt werden.

Klaus Grunwald (SPD) hob hervor, dass die „unmittelbare Ansprache“ im Seniorenbüro am Markt sehr geschätzt werde. Hier können Interessierte ohne Termin vorbeischauen. „Was passiert aber, wenn ich ohne Termin das Sozialamt besuchen will?“, wollte er vom Dezernenten wissen. „Wir haben vom Wartesaal Abstand genommen“, antwortete Thomas Neuhaus mit Blick auf die zwingende Terminvereinbarung. Es gehe dabei auch um Arbeitseffizienz. Die Mitarbeitenden müssten sich auf die Bewilligung von Anträgen konzentrieren können. „Denn nichts ist schlimmer, als wenn das Geld für die Grundsicherung zu spät überwiesen wird. Da geht es um die Miete und den Strom“, fügte er hinzu.

OB Burkhard Mast-Weisz erklärte, dass er Beschwerden sehr ernst nehme. Sie müssten aber bei ihm ankommen, damit er ihnen auf den Grund gehen könne. Unabhängig davon stehe die Sozialbehörde schon jetzt vor großen Herausforderungen. „Wir haben mittlerweile mehr als 1000 Flüchtlinge aus der Ukraine, um die wir uns in Remscheid kümmern“, führte er aus. Zudem werde sich die Zahl von 1000 Wohngeldempfängern wegen der explodierenden Energiekosten in den kommenden Monaten vermutlich verdreifachen, ergänzte Neuhaus: „Wir müssen dabei aber noch die neue Gesetzgebung abwarten.“  

Hotline des Sozialamtes: Tel. (0 21 91) 16 37 60 und 16 33 43.

Standpunkt von Frank Michalczak: Kaum noch machbar

frank.michalczak@rga.de

Wenn die Prognose von Dezernent Thomas Neuhaus stimmt, wonach sich die Zahl der Wohngeldempfänger verdreifachen wird, käme eine Herausforderung auf die Stadtverwaltung zu, die kaum zu meistern ist. Denn: Wie sollen die ohnehin bereits durch den Zuzug aus der Ukraine belasteten Sachbearbeiter diese Flut bewältigen? Mehr Personal wäre die Lösung. Doch woher soll es kommen?

Schon jetzt herrscht in manchen Bereichen des öffentlichen Dienstes Notbetrieb. Zum einen weil die Belegschaft aus Spargründen seit Jahren ausgedünnt wurde, zum anderen weil es durch Corona nach wie vor zu Ausfällen kommt. Aber: Die Betroffenen, die sich wegen der Energiekosten nicht mehr über Wasser halten können, benötigen schnelle Finanzhilfen. Vielleicht sollten die Verantwortlichen ehemalige Rathauskollegen, die den Ruhestand erreicht haben, um Unterstützung bitten. Es gilt, in dieser Zeit zusammenzustehen.

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