Historisches Foto

Erkennen Sie diese Straßenecke?

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RGA-Rätselfoto der vergangenen Woche zeigte die Hofschaft im Diepmannsbachtal – Leser erinnerten sich an herrliche Spaziergänge und Winterfreuden.

Von Andreas Weber

Remscheid. Zwei einsame Häuser mitten im Grünen. Das macht den Reiz der Hofschaft Tackermühle aus. Rosi Paulusch hat sich riesig über das Rätselfoto und den wunderschönen Ausblick gefreut, denn sie wohnt auf dem Bergbauernhof Tackermühle 1 und blickt auf die Nr. 2, das unser Rätselfoto zeigt.

Das Haus Tackermühle 2 mit seinem großen Teich.

Der Teich auf dem Foto hätte in ihrer Kindheit „Nusch-Teich“ geheißen. „Meine Mutter und ihre vier weiteren Geschwister verbinden damit eine Familie Nusch, die in diesem Haus von Arnold Hardt in den 30er Jahren wohnte.“ Es gab ein sehr gutes Einvernehmen beider Familien. „Wir Kinder vom Hof und unsere Verwandten sind im Sommer in den 60er/70er Jahren unten im Teich Schwimmen gegangen, mit dem Treckerreifen gepaddelt, im Winter auf dem dick zugefrorenen Teich Schlittschuh gelaufen oder nur mit den Füßen gerutscht.“ Für die Kinder sei es ein tolles Erlebnis gewesen, die Eltern hingegen hätten Angst gehabt. „Es hätte ja was passieren können.“

Der Teich in Tackermühle ist deutlich kleiner geworden.

Die Zeiten sind lange vorbei, gleichwohl erfreuen sich Rosi Paulusch und ihr Mann Dieter immer noch an der Tackermühle 2: „Seit über 20 Jahren ist das Anwesen im privaten Besitz de Familie Michel, die es zu einem wunderschön angelegten Areal für Mensch und Tier gemacht hat.“ Rita Groß erinnert sich an wunderschöne Spaziergänge: „Vom Bilscheider Hof durch den Hardt-Wald mit den meterhohen Ameisenhügeln. Das war faszinierend anzusehen. Weiter ging es steil bergab an der Tackermühle vorbei, ein Stück durchs Diepmannsbachtal, weiter über den Büscherhof, zurück zum Bilscheider Hof.“

Viele Wanderungen haben auch Hans-Werner Wallraff an der Tackermühle vorbei ins Diepmannsbach geführt. „Da meine Frau und ich an der Knusthöhe wohnen, ist dieser Bereich bei vielen Wanderungen Ausgangs- oder Endpunkt. Es ist ein landwirtschaftlich sehr schönes Gebiet, in dem ‘Gott sei Dank’ wenig gebaut wurde.“ Auch Thorsten Wolff schreibt: „Es ist herrlich, heute durch dieses Naturschutzgebiet zu laufen.“ Gerne wandert Matthias Fitzner mit seiner Frau dort: „Als Kinder um 1980 haben wir oft im Diepmannstal und im Morsbachtal gespielt. Später war die Gaststätte Jagdschlösschen und/oder der Minigolfplatz eine Anlaufstelle.“ Heinz-Jürgen Schmitz teilt wie Thorsten Wolff und Roland Benscheid mit, dass die Hofschaft auf die Familie Tacke zu Kotthausen zurückgeht, die dort 1651 eine Mühle besaß. „Die Tackes waren Getreidehändler. Im Lauf der Jahre wechselten die Eigentümer mit ihren Gewerken. Bekannt sind Fruchtmühle, Textil-Spinnerei, Tuchfabrik, Schleiferei und Werkzeugschmiede. Genutzt wurde das Brauchwasser des Endringhauser Baches, welches einen großen Teich füllte“, erklärt Benscheid.

Friedhelm Heppner ergänzt: „Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Mühle als Heintzenmühle Ende des 15. Jahrhunderts.“ Früher hätte man sich zum Kahnfahren auf dem Teich getroffen. Gerd vom Schemm denkt – wie Wolfgang Birker – an die Winterfreuden zurück, die über Schlittschuhlaufen hinausgingen: „Direkt gegenüber auf dem Hohenhagener Hang wurden schon die Westdeutschen Ski-Meisterschaften ausgetragen. Nur wenig weiter war eine beliebte Rodelstrecke. Im rasanten Tempo ging es durch den Hohlweg vom Hohenhagen in die Hermannsmühle. Auf der anderen Seite gab es das Jagdschlösschen, damals von Frau Elbertshagen bewirtschaftet. Dort konnten sich die vielen Wintersportler stärken.“ Heinz-Jürgen Schmitz erinnert an zwei historische Ereignisse: „In der Nähe der Hermannsmühle wurde der Remscheider Walter Dannenberg im September 1923 beim Schmuggeln von einem französischen Zollbeamten erschossen. Und in den 60er Jahren wurden hier Aufnahmen für den TV-Straßenfeger „Das Halstuch“ nach Francis Durbridge gedreht.“ Richtige Antworten kamen auch von Christian Kuhstoß, Bernd Limprecht, Gabriele Faust, Karl-Heinz Sondermann, Helga Wolf und Brigitte Herbertz.

Das neue Rätselbild

Vom ländlichen Idyll mitten rein in das urbane Leben. Auch wenn dieses Rätsel-Foto noch zu einer Zeit an einer Straßeneinmündung in Alt-Remscheid entstand, als noch nicht so viel los war. Schicken Sie die Lösung des RGA-Rätsels bis zum Donnerstag, 24. Dezember, per E-Mail oder Briefpost, gerne mit persönlichen Anekdoten angereichert, an den RGA, Alleestraße 77-81, 42853 Remscheid.            Repro: Roland Keusch redaktion@rga-online.de

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