Verpackungen mit Geschmack – und Aussage

Remscheider Unternehmen bietet individuell bedruckte Pizzakartons

Julien Giusti hat Buongiusti 2018 noch als Schüler ins Leben gerufen, inzwischen hat das Unternehmen fünf Mitarbeiter – und Kunden in halb Europa. Die individuell bedruckten Pizzakartons und anderen Verpackungen würden meist in drei Tagen geliefert, sagt er.
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Julien Giusti hat Buongiusti 2018 noch als Schüler ins Leben gerufen, inzwischen hat das Unternehmen fünf Mitarbeiter – und Kunden in halb Europa. Die individuell bedruckten Pizzakartons und anderen Verpackungen würden meist in drei Tagen geliefert, sagt er.

Am Ende landet er meistens im Müll. Doch bis dahin kommt dem Pizzakarton im Außer-Haus-Geschäft eine besondere Bedeutung zu.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Er schützt die Pizza, ermöglicht ihren Transport, hält sie warm. Bei Julien Giusti sieht er darüber hinaus auch noch gut aus. Und hat manchmal sogar noch eine Botschaft parat.

Julien Giusti bietet mit seiner Marke Buongiusti individuell gestaltbare Gastronomieverpackungen an, dank digitaler Drucktechnik auch in kleinen Stückzahlen. Statt klischeehafter Ofen-, Lagunen- oder Pizzabäcker-Abbildungen tragen seine Kartons also das Logo des Restaurants, fotorealistische Drucke – oder auch Werbung. „Die meisten nutzen das wohl, um sich von der Konkurrenz abzusetzen“, vermutet der Firmengründer. Ein besonderer Genuss gehört schließlich in eine besondere Verpackung.

Seine Kunden findet das Konzept in halb Europa. „Deutschland, Österreich, Holland, Belgien“, zählt Julien Giusti auf. „Wir haben in Wien zum Beispiel mehr Kunden als im Umkreis von 20 Kilometern rund um Remscheid.“ Seit ihrer Gründung vor vier Jahren wachse die Firma kontinuierlich, berichtet der 22-Jährige: „Früher kamen vielleicht ein, zwei Bestellungen am Tag, heute im Schnitt zehn.“ Die Halle einer ehemaligen Druckerei, in der seine Firma unterkam, hab er erst zur Hälfte gemietet, später ganz. „Inzwischen haben wir noch ein externes Lager.“

„Wir haben in Wien mehr Kunden als im Umkreis von 20 Kilometern rund um Remscheid.“

Julien Giusti, Buongiusti

Angefangen hat der Remscheider mit 18 Jahren, neben seinem Abitur. Später studierte er an der FHDW in Bergisch Gladbach BWL und Mittelstandsmanagement – und absolvierte den praktischen Anteil seines Studiums im eigenen Unternehmen. Heute hat die Firma vier feste Mitarbeiter. Und eine Aushilfe für Stoßzeiten.

Bis es so gut lief, musste die Geschäftsidee einige Evolutionen durchleben. Eigentlich sei geplant gewesen, einen besonders hochwertigen Pizzakarton auf den Markt zu bringen, berichtet Giusti, „damit die Pizza beim Kunden besser schmeckt“. Doch das stellte sich schnell als teures Unterfangen heraus. „Pizzabäcker sind beim Karton sehr preissensitiv.“ Also schwenkte Julien Giusti um und wollte dank bezahlter Werbung die Verpackungen billiger machen. Doch als sein Online-Shop im Netz war, meldeten sich vor allem Gastronomen, die statt Werbung lieber ihr Logo auf den Kartons sehen wollten.

Dass dies auch in kleinen Stückzahlen möglich ist, liegt an der Drucktechnik. Giusti setzt auf Digitaldruck, technisch sei das nicht viel anders als der Drucker am heimischen PC, erklärt er. Den Druckkopf habe er auf einer Messe gefunden, mit Hilfe einer holländischen Firma gelang es, daraus eine Druckmaschine für Pizzakartons zu machen.

Auf der heute aber auch andere Verpackungen bedruckt werden. Das sei der Wunsch der Kunden gewesen, sagt der Inhaber. „Ich stehe ja meistens direkt mit den Geschäftsführern im Kontakt, das ist eine super-direkte Kommunikation.“ Und so gibt es im Buongiusti-Programm inzwischen neben Pizzakartons in verschiedenen Größen und Formen auch Burgerverpackungen sowie Schüsseln für Pasta, Salate und Dips, außerdem Papiertüten und Holzkartons. Die Kartons seien super als Geschenkverpackung geeignet, sagt Julien Giusti. Dank des Digitaldrucks auch jeweils mit den Namen des Beschenkten versehen.

Und wenn von dem Karton kein dickbäuchiger Bäcker grüßt, kann er auch zweckentfremdet werden. In Köln verkaufe ein Restaurant seine Schnitzel im – natürlich speziell dafür bedruckten – Pizzakarton, berichtet Julien Giusti. Ein anderer Kunde verschicke darin Bremsleitungen. „Wo bekommt man schon so eine coole Versandverpackung?“

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